Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Reichsaußenministerin“ fehlt erneut

Bückeburg / Prozess „Reichsaußenministerin“ fehlt erneut

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat Tina W. eine Verabredung mit der Strafjustiz platzen lassen. Weder die selbst ernannte „Außenministerin der Regierung Deutsches Reich“ noch ihr Anwalt erschienen zur Berufungsverhandlung vor dem Bückeburger Landgericht.

Voriger Artikel
Hochwasserschutz kommt
Nächster Artikel
Jugendchor singt die Krönungshymne zur Royal Wedding

Bückeburg (rd). Daher bleibt es bei 585 Euro Geldstrafe, die das Amtsgericht im Februar verhängt hatte. Verurteilt wurde die Bückeburgerin wegen mehrerer Taten. So hatte sie im September 2010 hinterm Steuer gesessen, obwohl ihr die Fahrerlaubnis bereits ein Jahr zuvor entzogen worden war.

Wenige Tage später waren am Auto der 31-Jährigen Phantasie-Kennzeichen aus eigener Herstellung aufgefallen, die auf den ersten Blick an Nummernschilder von Diplomaten erinnern, jedoch beim besten Willen nicht als amtlich durchgehen. Tina W. sieht sich als „Reichsdiplomatin“.

Zum ersten Prozess vor dem Amtsgericht war Tina W. nicht erschienen, obwohl sie zuvor Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hatte. Der Einspruch wurde daraufhin ohne Verhandlung verworfen. Gegen dieses Prozedere richtete sich jetzt die Berufung der „Ministerin“, eingelegt beim Landgericht. Wiederum herrschte auf dem reservierten Platz jedoch gähnende Leere, als es zur Verhandlung kommen sollte. Tina W. kann noch Wiedereinsetzung beantragen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft wegen eines weiteren Vorfalls Anklage erhoben. Zur Last gelegt werden W. Fahren ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wie die Behörde bestätigt. Verhandelt würde vor dem Amtsgericht. Es geht um eine Verfolgungsjagd mit der Polizei, welche sich die Frau am Steuer Ende Oktober geleistet hat.

Begonnen hatte die wilde Hatz auf der B65, wo die Flüchtende versucht haben soll, einer Kontrolle zu entkommen. Still standen die Räder erst vor einer Ampel auf der B482 in Porta-Neesen, nicht weit von einer McDonald’s-Filiale. Dort schlug ein Beamter die Seitenscheibe ein und zog Tina W. aus dem Wagen. Die Gründerin der „Selbstverwaltung Deutsches Reich“ selbst beurteilte die Sache hernach etwas anders: Sie sah sich als Opfer eines „Überfalls auf die Reichsdeutschen“, verübt von der Polizei.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg