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Reifen entsorgt: Im Walde „wintert“ es bereits

Bückeburg / Schaumburger Wald Reifen entsorgt: Im Walde „wintert“ es bereits

Dass der Wechsel der Jahreszeiten sich auch im Schaumburger Wald widerspiegelt, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Wenn allerdings Revierförster Sören Peters davon spricht, dass dort bereits jetzt deutliche Spuren der Wintersaison zu erkennen sind, macht das zumindest stutzig und sollte erläutert werden.

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Förster Sören Peters untersucht einen Teil der im Schaumburger Wald entsorgten Altreifen nach verwertbaren Spuren.

Quelle: bus

Bückeburg. Der Begriff „Wintersaison“ beziehe sich nicht etwa auf das naturtypische Erscheinungsbild des Reviers, sondern auf dort zu findende Hinterlassenschaften von Umweltfrevlern, legt Peters da. „Bei den Reifenhändlern müssen die Lager geräumt und nicht mehr gebrauchte Sommerpneus entsorgt werden.“

 Und diese landeten nicht selten in dem von ihm betreuten Revier Meinser Kämpen. Aktuell seien gleich rund 50 Exemplare illegal im Wald deponiert worden, berichtet der Förster. Die Täter hätten sich bei der unrechtmäßigen Entsorgung sogar richtig Mühe gegeben und die Altreifen nicht einfach in den Straßengraben gekippt, sondern seien mit einem Transportfahrzeug weit in den Forst hineingefahren. Was auf einige Ortskenntnis schließen lasse.

 Die Beseitigung von Sperrmüll jeglicher Art zählt in dem westlich von Mittellandkanal und Landesstraße 450 bis Cammer und Berenbusch reichenden Revier gewissermaßen zum Alltagsgeschäft. „30 bis 40 Kubikmeter“, schätzt Peters, „müssen Jahr für Jahr beseitigte werden.“ Darüber hinaus ist der Forstfachmann besorgt über die stetig zunehmende Menge des hier abgelagerten Gartenabfalls. „Oft denken sich die Leute nichts dabei und meinen, dass Natur zu Natur zurückkehrt“, erklärt der Experte. Das sei aber keineswegs der Fall.

 Peters nennt als Beispiele Amerikanische Traubenkirsche, Kanadische Goldrute und Indisches Springkraut. Diese Pflanzen bezeichnet die Fachliteratur als „invasive Neophyten“ – Gewächse, die sich in einem Gebiet etablieren, in dem sie zuvor nicht heimisch gewesen sind. Sie zeichnen sich häufig durch enorme Anpassungsfähigkeit und hohe Fortpflanzungsraten aus. Traubenkirsche (Prunus serotina), Goldrute (Solidago canadensis) und Springkraut (Impatiens glandulifera) gelten allesamt als problematisch und als Bedrohung für andere Pflanzenarten.

 Das auch „Drüsiges“ oder „Rotes“ sowie Emscher- oder Wupperorchidee genannte Springkraut etwa kann in kürzester Zeit Wuchshöhen von mehr als zwei Meter erreichen und so die Konkurrenz schnell überdecken. Das im 19. Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingebürgerte Gewächs stammt ursprünglich vom indischen Subkontinent. Es bevorzugt insbesondere feuchte Wälder sowie Auen- und Uferlandschaften mit hohem Nährstoffgehalt. Die Traubenkirsche erhielt in den Niederlanden passenderweise die Bezeichnung „bospest“ (Waldpest). Die Goldrute hat hierzulande – anders als in ihrer nordamerikanischen Heimat, wo ihr knapp 290 Fraßinsektenarten zu Leibe rücken – keine natürlichen Feinde.

 „Bei uns erfolgt die Ausbreitung zumeist von den Waldeinfahrten aus“, weiß Peters. „Hier werden die Abfälle verklappt und auf dem Rückweg nehmen die Entsorger gerne noch einige Pilze mit auf den Heimweg.“ Gartenschnitt gehöre grundsätzlich auf die Deponie, betont der Revierleiter. Zur Eindämmung der unerbetenen und aggressiv sich ausbreitenden Gastpflanzen habe die Fürstliche Hofkammer allein im Bereich Cammer rund 10.000 Euro investiert.

 Im Fall der dickfellig verklappten Altreifen hat die Hofkammer die Polizei eingeschaltet. bus

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