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Reines Blech ein Hörgenuss

Bückeburg Reines Blech ein Hörgenuss

 „Brass as brass can“: Eine vor allem für Liebhaber des „Blechs“ interessante „Bläsermusik zur Einkehr“ hat am Sonnabend in der Bückeburger Stadtkirche stattgefunden.

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Meisterhaft: die Bläser des Ensembles aus Herford.mig

Zu Gast war das „Bläserensemble der Hochschule für Kirchenmusik Herford“ – ein exzellentes Ensemble, das an diesem Morgen von Matthew Gerhardt (Orgel) unterstützt wurde.

 Die Hochschule für Kirchenmusik in Herford, einzige protestantische Musikhochschule in Nordwestdeutschland, hat unter Musikern einen guten Ruf. Die Schule bildet B- und A-Kirchenmusiker aus und bietet besonders Qualifizierten die Möglichkeit, in einigen ausgewählten Fächern die künstlerische Reifeprüfung abzulegen.

 Einen guten Ruf hat auch das Bläserensemble der Hochschule, das am Wochenende mit einem Konzert in Bückeburg gastierte. Vor rund 80 Zuhörern präsentierte sich das Quintett (Rainer Meyer-Arend, Trompete, Gerhard Künsting, Trompete, Monika Hofmann, Posaune, Gernot Hebrok, Posaune, Dirk Heidlindemann, Tuba) bestens aufgelegt und mit einem hohen musikalischen Verständnis. Dazu kamen ein harmonischer Gesamtklang und ein feiner Ansatz. Insgesamt ein Konzert auf einem ganz hohen Niveau, mit Werken, die sonst nur selten zu hören sind.

 Überhaupt war es ein schöner Anblick, der sich den Zuhörern an diesem Morgen bot. Der Altarraum funkelte wie ein Juweliergeschäft – im Licht der Kronleuchter schimmerten die frisch polierten Trompeten, Tuben und Posaunen um die Wette. Seltenem Geschmeide ähnelte auch das Repertoire, das die Bläser aus Herford mitgebracht hatten. „Wir werden nur original für Blechbläser geschriebene Titel spielen“, teilte Leiterin Monika Hofmann dem Publikum mit. Das sei gar nicht so einfach gewesen, fügte sie hinzu und spielte damit auf die Tatsache an, dass es nur wenig Literatur für reine Blechbläsergruppen gibt.

 Dass sich die Suche gelohnt hat, zeigte das einleitende Stück von Claude Gervaise, „Three French Dances“ (Allemande-Pavane-Galliarde), ein echter Hörgenuss. Zunächst die festliche, majestätisch daherkommende Allemande, dann die etwas gemächliche, geradtaktig schreitende Pavane im zweiten Teil. Den Abschluss macht die schnellere Galliarde, mit virtuosen, fast spielerisch wirkenden Tongirlanden der Trompete. Fast meinte man, das Springen und Tanzen einer früheren Zeit aus den Noten herauszuhören.

 Nach John Adsons „Courtly Masquing Ayres“ (wunderschön leicht: die Nr. 20 mit ineinander verschränkten Bläser-Stimmen) und einem Zwischenspiel der Orgel (die melodiöse „Canzona F-Dur“ von Girolamo Frescobaldi), bildete die „Canzona über ein französisches Lied“ von Samuel Scheidt einen ersten Höhepunkt. Starke Kontraste und wechselnde Klangfarben? Für die Bläser aus Herford kein Problem. Mit einem guten Ohr für den Nebenmann und der nötigen Präzision wird eine „Canzona“ aus einem Guss zelebriert. Klangschön und mit viel Sinn für die Details.

 Ein großes Lob verdient auch Organist Matthew, der ebenfalls einen guten Teil zum Gelingen des Konzertes beiträgt. Das „Praeludium E-Dur“ von Dietrich Buxtehude (Bux WV141) beginnt er voller Innerlichkeit und fast schon weltabgewandt – das grandiose Finale spielt er plastisch und mit viel Drive. Gleiches gilt für das „Praeludium D-Dur“ und die „Fuge D-Dur“ von Johann Sebastian Bach (BWV 532), denen Gerhardt reizvolle dynamische Kontraste abgewinnen kann.

 Den Abschluss des hochklassigen Konzerts bildete das assoziationsreiche „Reigaudon“ und „Parade“ aus: „Three Miniatures für Blechbläserquintett“ von Ian MacDonald (geboren 1950). Noch einmal sprudeln die Trompeten, noch einmal wummern die Tuben. Einmal mehr haben die Bläser aus Herford unter Beweis gestellt, was die Qualität eines reinen Blechbläserensembles ausmacht. mig

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