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Renaissance eines eigentlich Gestorbenen

Bückeburg / Stadtball Renaissance eines eigentlich Gestorbenen

Rund 180 Frauen und Männer sind am Sonnabend der Einladung zum Bückeburger Stadtball gefolgt. Damit erlebte das festliche Tanzvergnügen in den Sälen des Rathauses eine von etlichen Beobachtern zwischenzeitlich in Zweifel gezogene Wiederauferstehung.

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Die Tanz- und Showband „7beats“ sorgt für ausgelassene Stimmung auf dem Tanzparkett.Fotos: bus

Bückeburg. „Der Ball war eigentlich gestorben“, merkte Stadtmajor Peter Kohlmann an. „Jetzt sieht es so aus, dass die Veranstaltung sehr wohl eine Zukunft besitzt.“

 Der einst vom Stadtmarketing als Dankeschön-Veranstaltung für die an den „Expo“-Aktivitäten beteiligten Vereine ins Leben gerufene Stadtball hatte bei den zurückliegenden Auflagen ein wenig an Schwung verloren. Das einstige gesellschaftliche Jahresglanzlicht war in mehreren Vorschau-Kalendern eigentlich für den 5. November 2011 vermerkt, dann aber still und leise zu den Altakten gelegt worden. Die Wiederbelebung geht vor allen Dingen auf das Konto des Bürgerbataillons, das in den vergangenen Jahren auf mehreren Feldern bürgernahe Aktionen initiierte. Die „Batailloner“ traten bei der nun zwölften Fortsetzung, flankiert von Bundeswehr und Stadtmarketing, erstmals als Veranstalter auf.

 Von der organisatorischen Neujustierung nahmen die zahlreichen Stammgäste und diejenigen, die am Samstag zum ersten Mal das Bückeburger Ball-Parkett betraten, indes nur am Rande Notiz. Und auch, dass im „Ratskeller“ die Wirte Dieter Spott und Uwe Wilhelm ihre Ball-Premiere feierten, war dem Gesamteindruck nur in Nuancen anzumerken. Tonangebend waren in besonderer Linie die sieben Musiker der Tanz- und Showband „7beats“. Die Verpflichtung des aus Preußisch-Oldendorf angereisten Septetts erwies sich als veritabler Glücksgriff. Vom eingangs intonierten Walzer über Disco-Fox bis zum fetzigen Partykracher ließ das Repertoire der Vollblut-Livemusikanten kaum einen Wunsch offen.

 Überdies bot das Bataillon eine mit 50 Preisen bestückte Tombola (Hauptgewinn: ein Wochenende für zwei Personen in Lübeck im Gegenwert von knapp 500 Euro). Die „Ratskeller“-Wirte und deren tatkräftiges Team präsentierten den Besuchern ein exzellent komponiertes Snack-Büffet, und die Bundeswehr steuerte eine Kaffee-Bar bei, deren Erlös dem Soldatenhilfswerk zur Verfügung gestellt wird.

 Für erheiternde Intermezzi sorgten mehrere Auftritte eines Walkact-Duos der Bad Eilser Agentur „Art&Acting“. Wer sich ein wenig vom tanztrubeligen Parkett zurückziehen wollte, hatte dazu in der „Le-Theule-Lounge“ eine Möglichkeit dazu.

 „Der Stadtball besteht schließlich nicht nur aus Tanzen, hier spielt auch die Kommunikation eine wichtige Rolle“, erläuterte Sønke Lorenzen, der die Veranstaltung einst mit aus der Taufe gehoben hatte. Der frühere Stadtmarketing-Chef ließ keinerlei Zweifel am Fortbestand des Balls aufkommen. „Ich bin davon überzeugt, dass im nächsten Jahr 220 Gäste kommen“, sagte Lorenzen. Martin Brandt äußerte sich ebenfalls durchaus zufrieden. „Ein voll besetzter Rathaussaal ist ein gutes Zeichen von Akzeptanz“, sagte der Bataillonsvorsitzende.

 Und auch für „Innenstadtbürgermeister“ Albert Brüggemann gab es Anlass zur Freude. Brüggemann hatte einen Tisch für das von ihm geleitete Dr.-Witte-Rott reserviert. Ein passendes Tisch-Schild ließ sich allerdings nicht finden. Da die Schildermaler von der Bundeswehr mit den innerstädtischen Gegebenheiten nicht vollends vertraut waren, hatten sie den Tisch für einen gewissen „Dr. Witterodt“ freigehalten. „Der Doktortitel steht uns natürlich gut zu Gesicht“, meinte der gut gelaunte Brüggemann.

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