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René Noçon singt im Minchen

Fernsehstar hautnah René Noçon singt im Minchen

 Im „Minchen“ geht an diesem Abend gar nichts mehr. Alle Plätze sind belegt, in den Gängen kein Durchkommen. Ist ganz Schaumburg heute nach Bückeburg gekommen, um René Noçon, Mister „TVOG“ (The Voice of Germany) zu sehen, zu hören und ihm zuzujubeln? Das erste Konzert in seiner alten Heimat ist, um es kurz zu sagen, komplett ausverkauft.

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René Noçon und Dennis Krüger verwandeln das Minchen in eine singende Fan-Kurve.

Quelle: mig

Bückeburg. Großer Bahnhof im alten Ostbahnhof für einen Sohn der Heimat, der in der Ferne Großes geleistet hat. Rund 300 Zuhörer sind ins „Minchen“ gekommen, darunter auch Lea (8) und Carina (12): „Wir haben ihm ganz kräftig die Daumen gedrückt und immer für ihn angerufen“, sagen die Noçon- Fans der ersten Stunde. Ihre Mutter erzählt, dass die beiden dem großen Ereignis schon seit einer ganzen Woche entgegenfiebern. „Es wurde von nichts anderem geredet“, erzählt Martina Thielmann schmunzelnd. Dass die Familie schon eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn ins „Minchen“ gekommen ist, hat aber einen anderen Grund. Lea und Carina unisono: „Wir wollten gute Plätze haben.“

Als René Noçon die Bühne entert, stehen die Zuhörer dicht an dicht – bis nach draußen reicht der Pulk. Fabian Hahn freut sich über die große Resonanz: „Es ist einfach unglaublich, was hier heute los ist“, sagt der Wirt der Szenekneipe. Für Leute, die nicht mehr reinkommen, habe man sogar Zeltdächer aufgestellt: „Damit sie von draußen zuhören können.“

Dass Noçon sein erstes Konzert (nach der Fernseh-Show) in Bückeburg im ehemaligen Ostbahnhof gibt, freut Hahn ganz besonders. „Wir sind ja Unterstützer der ersten Stunde“, berichtet der Wirt. Überall hätten sie für Noçon getrommelt, bei YouTube, Facebook und in der Kneipe. „Wir haben sogar Videos gemacht, in denen René einen Anruf bekommt und sagt: Du sollst nicht bei mir, sondern für mich anrufen“, erinnert sich Hahn. Woher die beiden sich kennen? Ganz einfach: „René hat in den 1990ern im Minchen als Zapfer gearbeitet, und danach ist der Kontakt nicht abgerissen.“

An die Zeit im Minchen erinnert sich René Noçon gerne zurück. An das nette Team, an die Kollegen von der Band „Bushfire“ (die an diesem Abend auch da sind). „Musik ist mein Leben“, fasst der Wahl-Hamburger seine Erfahrungen im Gespräch zusammen. Zwar müsse man immer wieder darum kämpfen, dran zu bleiben, „aber es ist sehr erfüllend“. Eine positive Bilanz zieht Noçon auch in Sachen „TVOG“. Zunächst habe er gedacht, dass er sofort rausfliege. Die Teilnahme sei eine „Hammererfahrung“ gewesen. „Es hat mich menschlich weiter gebracht.“ Er sei sehr froh darüber, dass es geklappt habe, meint Noçon heute. „Ich habe mir selbst etwas bewiesen.“ Was er daraus mitnimmt? Vieles, sagt Noçon. Etwa, dass man nie aufhören dürfe zu träumen: „Es kann immer weitergehen.“

Das erste Konzert in seiner alten Heimat (ein weiteres wird im August beim Stadtfest folgen), ist für Noçon „ein ganz besonderes“. Nach der 16-Städte-Tour so viele bekannte Gesichter zu sehen, sei toll.

Um kurz nach 20 Uhr ist es dann soweit. René Noçon betritt die Bühne. Alle Blicke richten sich auf ihn. Die ersten Töne (von „Schweigen ist Silber“) kommen leise, nur unterstützt von Dennis Krüger an der Gitarre. Das Lied, das alle Coaches von „TVOG“ überzeugte und Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß zu Tränen rührte, geht durch und durch. Noçons sanfte, leicht raue Stimme schafft gleich zu Beginn einen Gänsehaut-Moment. Das steigert sich, als Noçon „Das Gold von Morgen“ anstimmt. Ein Raunen geht durchs Publikum – die Zuhörer kennen das Lied von der „Show“ und wiegen sich im Takt der Musik. „Fang an zu graben, denn dort ist es verborgen, genau da findest du, das Gold von morgen“, singt Noçon – dann bedankt er sich bei seinen Fans „für die große Unterstützung, die ich immer noch bekomme“. The Voice sei eine „krasse Reise“ gewesen. „Aber das ist vorbei, das war gestern, heute ist heute.“ Dann wendet sich Noçon an seine Familie, die mitten im Publikum steht. „Ohne euch hätte ich es nicht geschafft“, sagt er leise.

War der erste Teil eher ruhig, wird es im zweiten Teil laut und rotzig. Im Gepäck Songs von Kings of Leon, Metallica und Oasis, singt, säuselt und röhrt Nocon, dass es eine Freude ist. Der Wahlhamburger hat – trotz Erkältung – seine wandlungsfähige Stimme im Griff. Als die nach zweieinhalb Stunden Marathon-Auftritt nicht mehr mitmachen will, muss das Publikum ran und „aushelfen“. Bei „With or without you“ – „Ooooooo, Ooooo, Ooooo.“ Oder bei „Wonderwall“ – „I said maybeeeeee, you’re gonna be the one that saves meeeee.“ Schnell bildet sich ein gemeinsamer Groß-Chor. Noçon hört sich das an und ist sichtlich gerührt. „Ich liebe euch grade alle ein bisschen“, sagt er.

Und an seinen Musikerkollegen Dennis Krüger gewandt: „Das kennst du aus deinem Dorf gar nicht, oder?“ Krüger kommt aus Hamburg. Den vorläufigen Schlusspunkt setzt dann ein Metallica-Song: „Enter Sandman“, bietet ein tolles Gitarrensolo. Ein letztes Mal röhrt sich Noçon die Seele aus dem Leib, ein letztes Mal an diesem Abend wird das Minchen zur singenden Fan-Kurve.

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