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Respekt, Regeln, Grenzen

Gewaltbereitschaft an der Grundschule Am Harrl Respekt, Regeln, Grenzen

Die Berichterstattung über die zunehmende Gewaltbereitschaft an der Grundschule Am Harrl in Bückeburg hat zu regen Leserreaktionen geführt.

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Eine breite Diskussion über die Ursachen hat unser Bericht über die zunehmende Gewaltbereitschaft an der Grundschule Am Harrl ausgelöst.

Quelle: pr.

Bückeburg. „Respekt lehren“, „Erziehung mit Regeln und Grenzen“ und „nicht nur beaufsichtigen oder vor dem Fernseher absetzen“, sind die am häufigsten erhobenen Forderungen, um dem Problem zu begegnen. Das gelte sowohl für das Elternhaus als auch in Schule oder Kindergarten.

 Sehr dezidiert setzen sich zwei Mütter mit der Gewaltbereitschaft schon bei Kindern auseinander. „Ich bin erschüttert. Und zutiefst traurig. Und enttäuscht“, schreibt die eine. Habe sie doch tatsächlich angenommen, dass Eltern hinter die Fassade solcher Taten sehen könnten und sich (mit-)verantwortlich fühlten, den „Täter“-Kindern zu helfen, die ja in Wirklichkeit auch nur Opfer seien. Aber nein: sogleich werde sortiert. Das andere Kind zum „Asi-Kind“ abgestempelt, das eigene Kind auf die Privatschule geschickt. Tatsächlich gebe es eine Menge Familien, in denen Respekt ein unbekanntes Wort sei, ebenso gegenseitige Achtung. Werte wie Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß würden nicht überall vermittelt. Lösungen müssten gefunden werden. Es sei sicher ein ebenso wichtiger Lernerfolg, wenn die Schüler mit Unterstützung Wege fänden, mit Problemen oder Konflikten fertig zu werden: „Eine aufrichtige Entschuldigung gegenüber einer ganzen Klasse ist eine große Tat. Sie wiegt in meinen Augen schwerer als zig Einsen im Zeugnis. Wir dürfen die Augen nicht vor den Kindern verschließen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mit sich klarkommen; sie sind ebenso Opfer. Die Pflicht unserer Gesellschaft muss sein und bleiben, den Schwächsten beizustehen. Und nicht davor wegzulaufen.“

 Eine weitere Mutter fordert, dass sich auch „dringendst“ um die Lehrer gekümmert werden müsse. Auf den Eltern herumzuhacken, sei ja gut und schön: „Aber nicht alle sind so bewandert, dass sie in der Erziehung alles richtig machen.“ Sie sei alleinerziehend, habe selten eine zweite Meinung, die ihr helfe. Diejenigen, die am ehesten helfen sollten, seien doch die Erzieher und Lehrer, mit denen die Kinder doch die meiste Zeit des Tages verbringen: „Nur von da kommt im seltensten Fall mal was. Kleine Tipps, was man zu Hause versuchen kann.“ Sie habe oft den Eindruck, dass man in diesen öffentlichen Einrichtungen nur noch beaufsichtigt und nur in kleinster Form erzieherisch tätig werde: „Also, was soll dann aus meinem Kind werden, wenn es sechs bis acht Stunden am Tag nur beaufsichtigt wird und die Erziehung sich dann zu Hause auf drei Stunden täglich und das Wochenende begrenzt?“ Vielleicht sollte man auch schon im Kindergarten gucken, wie die Mädchen und Jungen „gelenkt werden, dass solche schwierigen Kinder aus denen werden?“

 Früher hätten Lehrer mit dem „blauen Brief“ gedroht, und das hat schon Wirkung gezeigt, lautet ein weiterer Kommentar: „Wer damit nach Hause kam, hatte dann normalerweise richtige Probleme.“ Aber heute könnten selbst Eltern kaum noch etwas machen. Sie bekämen dann zu hören, dass ihre Kinder Anzeige erstatten, Hausarrest Freiheitsberaubung sei und „Arsch voll“ Körperverletzung: „Uns hat es auch nicht geschadet, wir leben alle noch.“ Oder ein Mann: „Wenn ich das in dem zarten Alter gemacht hätte, dann hätte ich aber auswandern dürfen, oder eine Dresche von meinem Vater bekommen, da könnte ich heute noch nicht sitzen. Kopfschüttelnd.“

 Eine weitere Mutter fragt, wo ein Grundschüler das Messer her hat, wenn nicht von zu Hause: „Als Mutter weiß ich, was mein Kind in der Mappe oder im Rucksack hat, zu mindestens noch in dem Alter.“ Aber Kinder guckten sich auch ab, was Kinder ihnen vorleben, schreibt ein anderer Leser: „Und wenn du eines hast, was quer läuft in der Gruppe, kannst du als Eltern das gar nicht aufhalten, was dein Kind sich abguckt.“ Ein weiterer Leser erinnert daran, dass die Eltern den Erziehungsauftrag haben: „Und besonders Kinder in dem Alter gucken sich ab, was Eltern vorleben.“ Und was die Fähigkeiten mancher Eltern in Sachen Erziehung angeht, werde ja auch eher der Lehrer verklagt, anstatt mal in den Spiegel zu gucken, wirft ein anderer Leser ein.

 Der Rohrstock müsse wieder her, fordert ein weiterer Leser. Nur mit „Kuschelpädagogik zu drohen, bringe auch nichts, so ein weiterer. Schulverweis schlägt der Nächste vor: „Wenn die Bälger die zweite oder dritte Schule hinter sich haben, werden die Eltern irgendwann wach …“

 Ganz radikal sieht es ein weiterer Mann: „Ich als Lehrer, der bedroht würde, ganz klar, Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Das drohende Gerichtsverfahren lasse er lachend auf sich zukommen: „Und nein, das Alter des Angreifers spielt keine Rolle.“ rc

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