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Rettungsboot und MLF für die Feuerwehr

Evesen/Bergdorf Rettungsboot und MLF für die Feuerwehr

„Heute ist ein ungemein guter “, bringt es Ortsbrandmeister Reiner Weßling auf den Punkt. Mit der Übergabe des Rettungsboots II an die Ortsfeuerwehr Evesen und des Mittleren Löschfahrzeugs (MLF) an die Ortsfeuerwehr Bergdorf dürften sich nicht nur die Ortsbrandmeister Weßling (Evesen) und Andreas Buth (Bergdorf) wie zur Bescherung fühlen.

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„Volle Fahrt voraus“: Heinz Schultheiß (von links), Reiner Brombach und Jörg Farr an Bord des Rettungsboots II.

Quelle: jp

Von Johannes Pietsch

Bückeburg. „Wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen: Heute ist Weihnachten“, meint auch Heinz Schultheiß, Pastor der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Petzen, der als einer der vielen Gastredner bei der Übergabezeremonie im Sportzentrum Evesen ans Rednerpult tritt.

 Trotz aller Freude über die ebenso wichtigen wie lang ersehnten Gefährte schlugen die Ortsbrandmeister auch ernstere Töne an: „Wir verstehen Fahrzeug und Boot nicht als Geschenk, sondern als Wertschätzung unserer Arbeit und als Zeichen der Verpflichtung für uns“, meinte Buth. „Wir brauchen sie nicht, um ein Hobby zu betreiben, sondern um auch in Zukunft Dienst zu tun und Leben zu retten.“

 Der Vorlauf war für beide Beschaffungen umfangreich: Insbesondere die Ortsfeuerwehr Evesen musste lange um den Kauf eines neuen Rumpfes für ihr 1983 in Dienst gestelltes Feuerwehr-Boot ringen, wobei da auf der einen oder anderen Jahresversammlung auch schon mal harsche Worte fielen, insbesondere angesichts der geplanten Erweiterung des Berenbuscher Hafens und der dadurch entstehenden neuen Gefahren- und Einsatzpotenziale am Mittellandkanals.

 Größte Hürde bei der Neubeschaffung war die Klärung der Zuständigkeit: Denn während formell die Verantwortung für die Ausrüstung der Ortsfeuerwehren beim Dienstherrn, also der Stadt Bückeburg, liegt, ist die Wasserrettung Sache des Landkreises. Erst Ende des Jahres 2014 erfolgte die Zusage des Landkreises, die Kosten von 13700 Euro für den neuen Bootsrumpf mit 5000 Euro zu bezuschussen. 3000 Euro kamen von der Stadt, den Rest übernahmen private Spender, darunter die Firma Tönsmeier sowie Unternehmen, die anonym bleiben wollten. Im Sommer 2015 wurde der Auftrag für den neuen, aus seewasserbeständigem Aluminium gefertigten Bootsrumpf an eine Werft im niederrheinischen Kleve vergeben, im November wurde es fertiggestellt. Getauft wurde das fünf Meter lange und zwei Meter breite Wassergefährt, das über fünf Sitzplätze, einen offenen Steuerstand und Rettungsvorrichtungen verfügt, auf den Namen des ehemaligen Eveser Ortsbrandmeisters und Ehrenortsbrandmeisters Heinz Everding.

 Deutlich tiefer musste die Stadt für das Mittlere Löschfahrzeug (MLF) in die Tasche greifen, das in gleichem Atemzug an die Ortsfeuerwehr Bergdorf übergeben wurde. Es ersetzt das alte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) von 1987 und schlägt mit Gesamtkosten von 161500 Euro (inklusive Beladung) zu Buche. Das 7,49 Tonnen schwere Gefährt verfügt über einen 1000 Liter fassenden Löschwassertank. „Mit diesem Fahrzeug konnten wir den taktischen Wert unserer Ortswehr deutlich erhöhen“, freute sich Buth. „Das MLF ist ein technischer Quantensprung, mit dem wir bestens für die Zukunft gerüstet sind.“ Bezuschusst wurde die Fahrzeugbeschaffung vom Landkreis mit 20000 Euro. „Fahrzeug und Boot sind keine Geschenke, sondern Investitionen in die Sicherheit der Bürger“, meinte Landrat Jörg Farr.

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