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Rollstuhlfahrerin sitzt im Fahrstuhl fest

Probleme mit dem Aufzug am Rathaus Rollstuhlfahrerin sitzt im Fahrstuhl fest

Der Aufzug am Rathaus der Ex-Residenz ist in die Jahre gekommen, die Steuerung ist störungsanfällig geworden. Das hat kürzlich Elly Winter am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Eine halbe Stunde saß die Rollstuhlfahrerin nach eigenen Angaben in dem Aufzug fest, ehe sie von einem zufällig vorbeikommenden Passanten aus ihrer misslichen Lage befreit wurde.

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Eine halbe Stunde hat Elly Winter im Rathaus-Aufzug festgesessen.

Bückeburg. Auch der Notruf habe nicht funktioniert. Eigentlich wollte sie zum Bridgeclub, der zur gleichen Zeit im Joël-Le-Theule-Saal seine regelmäßigen Spielnachmittage ausspielte. Weil Winter zu spät gekommen war, hatten sie ohne sie angefangen.

 Eine Woche zuvor hatte die Bückeburgerin ebenfalls Probleme mit dem Aufzug. Sie sei daher an den Vordereingang des Rathauses gefahren, wo sie nach einigen Fragen nach Unterstützung von vier kräftigen Männern samt ihres Gefährts in den Le-Theule-Saal gehievt worden ist. Sie sei sehr dankbar für diese Hilfe gewesen, sagte Winter im Gespräch mit dieser Zeitung. Nur: „Wie komme ich wieder heraus aus dem Saal?“

 Ob der Probleme habe sie jedenfalls einen Anruf des Bridgeclubs erhalten, dass sie nicht mehr zu den Spielnachmittagen kommen brauche, wenn sie nicht gesichert hineinkomme und mitspielen könne. Traurig für sie, die sehr gerne Bridge spiele und mit Menschen zusammen ist, wie sie sagt. Und generell: „Es ist sehr traurig, dass man für behinderte Menschen nichts tut.“ Es wohnten doch sehr viele Senioren in Bückeburg, sagte die Leiterin des Parkinson-Vereins Ostwestfalen. Sie habe sich jedenfalls beim Bürgermeister beschwert, der zusagte, dass sich gekümmert wird.

 Das ist zwischenzeitlich auch geschehen. Wie der Erster Stadtrat Reiner Wilharm, auf Anfrage mitteilte, sei die Beschwerde bekannt. „Es tut uns sehr leid“, bat der Geschäftsführer der für die Verpachtung und Nutzung zuständigen Ratskellerbetriebe um Entschuldigung. Der Aufzug sei in die Jahre gekommen, die Steuerung verursache mittlerweile häufiger Probleme. Die zuständige Wartungsfirma sei in den vergangenen Wochen mehrfach vor Ort gewesen, um die Steuerung zu reparieren, so Wilharm.

 Seitens der Ratskellerbetriebe würden die Kosten eines Komplettaustauschs der Steuerung ermittelt, um schnellstmöglich Ersatz zu schaffen. Wie Wilharm ausführte, werde der Aufzug vorschriftsgemäß regelmäßig gewartet und vom TÜV abgenommen. Mit der Technik an sich sei alles in Ordnung. Dass auch der Notruf nicht funktioniert haben soll, höre er zum ersten Mal.

 Der Aufzug befindet sich auch der Rückseite des Rathauses im Bereich des Parkplatzes der Volksbank-Hauptstelle. Von dort gelangen Behinderte mit dem Aufzug in den Rathaussaal, den Le-Theule-Saal und den Neuen Ratssaal, wo regelmäßig Rat und Ausschüsse tagen. rc

„Durchgerüttelt“

Im Bereich des Rathauses und des Marktplatzes gibt es zwei Stellen, die Behinderte mit Rollstühlen oder Rollatoren, aber auch Eltern mit Kinderwagen in Bedrängnis bringen. Da ist zum einen der rückwärtige ebenerdige Eingang in das Stadthaus, in dem unter anderem das Bürgerservice-Büro untergebracht ist. Der Zugang führt über Querpflasterung und dickes Kopfsteinpflaster.
Die gleiche Situation gibt es beim Durchgang vom Marktplatz durch das Schlosstor hinein in das Schlossareal. Auch dort ist mittig sehr grobes Kopfsteinpflaster verlegt, über das Behinderte oder Eltern mit ihren Gefährten rollen müssen, wenn sie die eben gepflasterten Seitenbereiche und leichter zu befahrenden Flächen rechts und links erreichen wollen.
Im Bau- und Umweltausschuss hatte Helmuth Groeneveld vom Seniorenbeirat der Stadt mehrfach angemahnt, dass die Stadt Kontakt mit der zuständigen Fürstlichen Hofkammer aufnehmen solle, damit dieser Missstand beseitigt werde. Bisher ist – außer der Verfüllung einiger Fugen hin zum Marktplatz – nichts geschehen. „Da wird man richtig durchgerüttelt. Als Rollator-Fahrer braucht man Hilfe, um passieren zu können, da die Räder hängen bleiben“, sei ihm mehrfach geschildert worden.
Baubereichsleiter Jörg Klostermann hat ebenfalls im Bau- und Umweltausschuss die Politiker darauf hingewiesen, dass hinter dem Stadthaus Handlungsbedarf besteht, damit die öffentliche Einrichtung mit ihren Servicebüros behindertengerecht gestaltet und gut zu erreichen ist. rc

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