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Ruhe an Wülpker Egge – aber wie lange noch?

Porta Westfalica/Bückeburg / Natur Ruhe an Wülpker Egge – aber wie lange noch?

Ein Teil der Wülpker Egge ist auf Dauer wohl nicht zu retten. Der Grund sind bergmännische Fehler, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen. Zu diesem Schluss kommt Siegfried Klingebiel, Geschäftsführer der Barbara Erzbergbau GmbH.

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Blick vom Kammweg in den Steinbruch und hinüber nach Bückeburg. Weil an der Wülpker Egge zumindest langfristig ein Bergrutsch droht, wird der Weg noch dieses Jahr verlegt. © pr.

Porta Westfalica/Bückeburg (ly). „Generationen von Vätern und Vorvätern“, so Klingebiel, „haben von unten nach oben abgebaut, weil der Bergkamm erhalten bleiben sollte.“ Zugleich betont der Geschäftsführer, dass das Unternehmen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederhole. Diese hätten zu steilen Wänden geführt, die rutschgefährdet seien. Zwischen Korallenoolith und Heersumer Schichten, beides Gesteinsformationen, liege eine Tonschicht, die Gleitzone. Deshalb muss aus Sicht Klingebiels von oben nach unten abgebaut werden: „Dann ist keine Masse darüber, die rutschen kann.“

Für gefährdet hält der Geschäftsführer ein etwa 50 Meter breites Stück der östlichen Wülpker Egge. Eine Vorsprengung soll die Erosion an dem Bergkamm zumindest verzögern. „Ich glaube, dass wir dadurch fünf bis zehn Jahre Ruhe haben werden, vielleicht auch länger“, sagt Klingebiel. „Was in 20 Jahren ist, kann keiner sagen.“
Im Spätherbst 2000 war es am Haineberg, der etwas weiter nach Osten liegt, zu einem Bergrutsch gekommen. Kontrollmessungen (seit 2003) an anderer Stelle – nämlich der Wülpker Egge – ergaben auf einer 50 Meter langen Strecke an einer Messstelle Bewegungen von etwa 40 Millimetern. Weitere 150 Meter, so Klingebiel, seien stabil geblieben.

Als „vorbeugende Maßnahme“ versteht der Barbara-Chef, einer von drei Geschäftsführern, die Verlegung des Kammweges um ungefähr zehn Meter nach Süden. Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr beendet sein. Ein neues „Frühwarnsystem“ mit sieben Messstellen soll rechtzeitig auf Gefahren hinweisen. Der Einfluss von Sprengungen, durchgeführt 150 bis 200 Meter nördlich, sei im Fall Wülpker Egge „in dieser Größenordnung nahezu null“.

Friedrich Vogt (Bündnisgrüne), Vorsitzender des Bezirksausschusses, ist „im positiven Sinne überrascht über die Offenheit“ Klingebiels. Erstens gebe der Geschäftsführer frühere Fehler zu, zweitens bezeichne er einen weiteren Bergrutsch als Frage der Zeit. Dass Sprengungen mit den Bewegungen an der Wülpker Egge nichts zu tun haben sollen, bezweifelt Vogt.

Barbara-Kritiker Dietrich Müller-Prasuhn sieht in der Vorsprengung von Gestein „eine halbherzige und wenig nachhaltige Maßnahme mit Alibi-Funktion“. Sicherlich lasse sich die weitere Zerstörung eines landschaftsprägenden Teils der Wülpker Egge dadurch nicht aufhalten. Außerdem werde das Gebirge an dieser Stelle erneut erschüttert. Der SPD-Mann plädiert vielmehr für eine Vorschüttung von Abraum und Gestein – wie im westlichen Teil der Wülpker Egge.

Bergmännische Fehler, so Müller-Prasuhn weiter, seien nicht nur in ferner Vergangenheit gemacht worden, sondern auch bei der Sanierung am Haineberg. Unnötigerweise sei damals auch ein Teil der Wülpker Egge nahe der Kammlinie abgesprengt worden. „Die Druckspannung im Berg ist verloren gegangen“, glaubt Müller-Prasuhn. „Durch entstehende Spalten dringt Wasser ein, erreicht die horizontalen Tonschichten, und der Berg kommt wie auf Schmierseife ins Rutschen.“

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