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Saxofon als Plastikinstrument

Schloss Bückeburg Saxofon als Plastikinstrument

Dass in dieser Woche die Internationale Musikakademie für Solisten (IMAS) auf Schloss Bückeburg gastiert, ist auf dem weitläufigen Areal kaum zu überhören.

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Auf Schloss Bückeburg wird musiziert.

Quelle: bus

Bückeburg. Dabei sorgen außer den von Professor Bernd Glemser (Würzburg) unterrichteten Pianisten vor allem die Schüler von Professor Lars Woldt (München) und Professor Arno Bornkamp (Amsterdam) für weithin vernehmbare Töne und Klänge.

Woldt und Bornkamp absolvieren in diesem Jahr ihre Premieren-Auftritte in der Ex-Residenz. Mit dem Münchener erlebt die Akademie erstmals einen männlichen Gesangslehrer; der Niederländer stellt mit dem Saxofon ein Instrument vor, das bislang im Rahmen der IMAS noch nicht zu hören war.

Bornkamp gilt weltweit als einer der einflussreichsten zeitgenössischen Klassik-Saxofonisten. Der 1959 geborene Holländer hat zahlreiche Aufnahmen eingespielt und ist mit etlichen renommierten Preisen ausgezeichnet worden. In Bückeburg unterrichtet er überwiegend in englischer Sprache. Er vermittelt sein Wissen mit ruhiger und weicher Stimme. „Freundlich und durchaus humorvoll, aber auch bestimmt und präzise“, lautet die Einschätzung einer Schülerin.

"Super, der totale Wahnsinn"

„Einfach super, der totale Wahnsinn“, gab Alexander Prill im Anschluss an eine dreiviertelstündige Unterrichtseinheit zu verstehen. Auf dem Programm des 17-jährigen Schweriners stand Jacques Iberts „Concertino da camera pour saxophone-alto et onze instruments“, das für seine Interpreten allerhand kompositorische Finessen bereithält. „Ibert ist technisch recht schwierig und ziemlich komplex“, erläutert der Lehrer. Und fügt mit einem ironischen Unterton hinzu: „Da ist es sehr einfach, einen Fehler zu machen.“ Diese Fehler kreidet er seinen Schützlingen unterdessen nicht direkt an. Im Gegenteil. „Schon ganz gut“, lässt er Prill wissen – „aber“.

Und dann folgt keine harsche Kritik, sondern eine ausführliche Analyse. Bornkamp gibt Auskunft über Timing, Dynamik, Fingerstellung, Atemtechnik und Artikulation, weist auf schwierige Details hin, mahnt Konzentration an und steht dem Schweriner als Vor- und Mitspieler zur Seite. „Diese Stelle ist gewissermaßen nur eine Vorbereitung, erst hier geht’s richtig zur Sache“, verrät der Professor bei einem Fingerzeig ins Notenblatt.

Eigenschaften verschiedener Musik

Darüber hinaus spricht er („Ich hatte mal Probleme mit meinem Nacken und dem Kreuz“) die Bedeutung von körperlicher Haltung und Gewichtsverteilung an. „Wir müssen eine Basis finden, um den Fingern mehr Freiheit und Leichtigkeit zu geben.“ Und nebenbei verdeutlicht er die unterschiedlichen Charaktereigenschaften deutscher, russischer und französischer Musik. Wobei er bald auf die in Deutschland zu hörende „harte“ Artikulation zu sprechen kommt, die sich beim Saxofonspielen schnell auf den Anschlag übertrage.

Apropos „Anschlag“: Professor Bornkamp spielt kein herkömmliches Rohrblatt, das das Saxofon, anders als sein Messing-Korpus vermuten lässt, in die Gruppe der Holzblasinstrumente einreiht. Der Niederländer verwendet stattdessen ein Kunststoffblatt. „Somit handelt es sich bei seinem Tonwerkzeug gleichsam um ein Plastikblasinstrument“, merkte Prill an. bus

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