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Schallschutz lässt auf sich warten

70 Meter große Lücke Schallschutz lässt auf sich warten

Eigentlich hätten die Baumaßnahmen zur Errichtung einer knapp 820 Meter langen Schallschutzwand entlang der durch Bückeburg führenden Bahnstrecke schon längst abgeschlossen sein sollen. Doch bislang wartet ein im Bereich des Sportplatzes „Jahnstadion“ gelegenes, rund 70 Meter langes Teilstück immer noch auf einen Lückenschluss.

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Auf Höhe des Jahnstadions fehlen noch einige Wandelemente in der entlang des Bahndammes auf einer Länge von mehreren Hundert Metern neu errichteten Lärmschutzwand, die aber noch im Frühjahr diesen Monates komplettiert werden soll.

Quelle: wk

Bückeburg. Und wenn dieser erfolgt ist, müssen an dem Bahndamm auch noch diverse Restarbeiten erledigt werden – darunter etwa die Anlage von Treppen, die von den in die Lärmschutzwand eingebauten Fluchttüren weg führen. Das berichtet Uwe Kortylak, der Projektleiter bei der DB Projektbau GmbH, auf Nachfrage unserer Zeitung. Als Grund dafür, dass der ursprüngliche Zeitplan für die von der MDM-Lärmschutz Gesellschaft für Lärmschutzsysteme mbH aus Peine auszuführenden Arbeiten geplatzt ist, nennt er unerwartete Änderungen hinsichtlich der „betrieblichen Rahmenbedingungen“.

 An sich habe man die bereits vor drei Jahren bei der Deutschen Bahn beantragte mehrwöchige Sperrung des südlichen Gleises, von dem aus die Arbeiten immer von 22 bis 6 Uhr mit schwerem Gerät durchgeführt werden, so bemessen, dass man mit der Lärmsanierungsmaßnahme bis zu dem damals festgelegten Termin, 13. Dezember 2014, hätte fertig werden können, führt Kortylak weiter aus. Das Problem sei bloß, dass diese Gleissperrung nun vorzeitig von der Deutschen Bahn aufgehoben worden sei, sodass die Bauarbeiten zunächst eingestellt werden mussten.

 „Die Bahn verdient ja das Geld mit dem rollenden Rad und nicht mit den Baustellen“, betont der Projektleiter. Und insofern komme es immer wieder mal zu solchen kurzfristigen Änderungen, wenn es beispielsweise plötzlich eine erhöhte Nachfrage nach Gütertransporten gebe. Ebenso hätten so genannte „Sonderfahrten“ stets Vorrang vor aufschiebbaren Baumaßnahmen. Darüber hinaus könnten auch etwaige Unfälle auf anderen Schienenstrecken dazu führen, dass zunächst vereinbarte Gleissperrungen wieder aufgehoben werden müssen.

 Bezogen auf die Lärmsanierungsmaßnahme in Bückeburg ist die nun eingetretene Verzögerung für die hiesigen Anlieger laut Kortylak jedoch „nicht ganz so tragisch“, da ja nur diese „eine kleine Lücke“ in der Schallschutzwand geschlossen werden müsse. Hierfür und für die Erledigung der genannten übrigen Restarbeiten werde man „mit allem drum und dran“ voraussichtlich rund zwei Wochen benötigen, wobei diese Baumaßnahmen irgendwann im Frühjahr 2015 durchgeführt werden sollen. Einen konkreten Termin konnte der Projektleiter dafür jedoch noch nicht nennen, da die neuerliche Gleissperrung erst noch beantragt und von der Deutschen Bahn genehmigt werden müsse.

 Zu Mehrkosten führt die vom Staat finanzierte und rund eine Million Euro teure Schallschutzwand trotz der zeitlichen Verzögerung übrigens nicht, da der Bautrupp der MDM-Lärmschutz Gesellschaft für Lärmschutzsysteme mbH zwischenzeitlich im Rahmen eines anderen Bauprojektes der Deutschen Bahn eingesetzt wird.

 Zur Erinnerung: Die knapp 820 Meter lange Schallschutzwand soll, wenn sie komplett ist, zu einer deutlichen Minderung der dort von dem Schienenverkehr ausgehenden Lärmemissionen führen. Und zwar in dem Maße, dass die gemäß geltender „Lärmsanierungsrichtlinie“ festgelegten Grenzwerte in dem Wohngebiet eingehalten werden. Dies bedeutet, dass der von den vorbeifahrenden Zügen verursachte Lärmpegel um 8,6 Dezibel (A) abgesenkt wird, sodass nachts ein Grenzwert von maximal 60 Dezibel (A) zukünftig nicht mehr überschritten wird: „Im Vergleich zu vorher ist das fast schon eine Halbierung des Lärms – das ist also schon recht ordentlich“, hatte Kortylak in einem früheren Gespräch erläutert und zur gedanklichen Veranschaulichung der 60 Dezibel (A) ergänzend darauf verwiesen, dass die Geräuschkulisse in einem Restaurant oder einem großen Warenhaus ungefähr diesem Wert entspreche. Normaler Straßenlärm indes bringe es im Schnitt auf 80 Dezibel (A), während – ebenfalls vereinfacht dargestellt – bei einem Presslufthammer 100 Dezibel (A) und bei einem Düsentriebwerk sogar 120 Dezibel (A) gemessen würden. wk

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