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Schaumburger Verteidigungsanlagen im Visier

Initiativgruppe Spurensuche Schaumburger Verteidigungsanlagen im Visier

Die aktuelle Publikation der Initiativgruppe Spurensuche widmet sich Schaumburger Verteidigungsanlagen. Die Thematik erhellen ein großes Poster mit 26 Fotos sowie ein umfangreicher redaktioneller Text mit weiteren Aufnahmen und kartografischen Darstellungen.

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Lu Seegers (von links), Ute und Lothar Oelkers sowie Karl-Heinz Oelkers präsentieren das Poster zur Schaumburger Verteidigung.

Quelle: bus

BÜCKEBURG. „Das von den Schaumburgern beanspruchte Gebiet lag auch im Interesse der großen Nachbarn, dem Bistum Minden, den braunschweigischen Herzögen und nahen Edelherren“, erläuterten die Textautoren Ute und Lothar Oelkers während der Vorstellung der Veröffentlichung.

 Immer wieder habe es an den Grenzen gegenseitige Ansprüche gegeben. Daher errichteten die Schaumburger, die damals mit dem Helweg und der Weser die großen Verkehrswege kontrollierten, im 13. Jahrhundert ein in jener Zeit wirksames Grenzsicherungs- und Befestigungssystem. Die Publikation führt als Beispiele Landwehren und Grenzgräben, Grenz- und Zollhäuser, Ringwälle, Schanzen und Festungen sowie die Befestigungsanlagen der Städte und Klöster auf. Bei den Zollhäusern finden die Gebäude Klus und Schloss Baum besondere Erwähnung. An der Klus erreicht der Helweg am Sandfurth-Bach die schaumburgische Grenze, bei Schloss Baum bildet der Schaumburger Wald die Nordwestgrenze der Grafschaft.

Deutschlandweit Anerkennung

 Mit Blick auf Bückeburg schreiben Ute und Lothar Oelkers: „Um 1300 lässt Graf Adolf VI bei den Siedlungen Sutherem und Jetenburg eine Wasserburg errichten, Bauern und Handwerker siedeln in der Nähe der Burg. 1365 erhält Bückeburg das Fleckenrecht. Die vier Burgmannshöfe, heute Landesmuseum, das Hubschraubermuseum sowie die Torbogen an der Trompeterstraße und an der Stadtkirche sind in dieser Zeit entstanden.“ Die bei der Schaumburger Landschaft angesiedelte Gruppe ist Einschätzungen von Lu Seegers zufolge ungemein aktiv. Deren unermüdlichen Forschungen fänden deutschlandweit Anerkennung und besäßen Vorbildcharakter, legte die Geschäftsführerin dar.

 Die 2004 initiierte Poster-Serie und die thematisch in ihrem Umfeld zu findenden „Historischen Ortsspaziergänge“ greifen bodenständige Kulturgüter und ortschaftliche Besonderheiten auf. Die Serie widmete sich bisher unter anderem Schaumburger Mützen, Toren, Brücken und Grenzen ebenso wie Baumgestalten, Eisenbahnen, Denkmälern und dörflichem Alltagsleben. „Mit den Veröffentlichungen soll das Verständnis für Zeitzeugnisse aller Bereiche menschlichen Schaffens und bei den Menschen vor Ort insbesondere ein Gefühl für den Wert dieser Kulturgüter geweckt werden“, erklärte Gruppensprecher Karl-Heinz Oelkers (der nicht mit dem Autoren-Ehepaar verwandt ist). Die Arbeit der rund 180 ehrenamtlich engagierten Spurensucher stärke das Bewusstsein der Menschen für den Umgang mit Natur und Landschaft.

Erhältlich bei der Tourist-Information

 Das Plakat „Schaumburger Verteidigung – Sicherung der Landesgrenzen und Städte“ ist bei den Tourist-Informationen Bad Nenndorf, Bad Eilsen, Bückeburg, Rinteln, Stadthagen und Obernkirchen sowie im Museum Rodenberg erhältlich. Zusätzliche Infos gibt es im Internet unter www.schaumburgerlandschaft.de/spurensuche.

 Die seit rund 16 Jahren ehrenamtlich engagierte Gemeinschaft lässt gegenwärtig eine Applikation entwickeln, mit der ihre Funde auf mobile Telekommunikationsgeräte geholt werden können. Das Leader-Projekt wird Oelkers‘ Auffassung gemäß die Verbreitung und den Nutzen der einmaligen Sammlung deutlich erhöhen. „Durch die Nutzung von GPS-Standortdaten wird die Anzeige der Spurensuche-Objekte weitaus besser und dynamischer dargestellt, als es durch die alternative Entwicklung einer für Mobilgerät geeigneten statischen Webseite möglich wäre“, so der Gruppensprecher.  bus

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