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Bückeburg Stadt Schaumburger holt Silber bei Mathe-Olympiade
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00:36 25.07.2015
Christian Bernert (rechts) und seine fünf Teamkollegen bei der Mathe-Olympiade im thailändischen Chiang Mai. Quelle: pr
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Bückeburg

Schon durch die Vorbereitungen und die weite Reise in die Fremde sei unter den sechs Teilnehmern aus ganz Deutschland ein besonderes Gemeinschaftsgefühl entstanden, erzählte Bernert nach seiner Rückkehr im Gespräch mit dieser Zeitung. Ähnliches habe er bei anderen Teams der mehr als 100 Nationen beobachten können. Gewonnen haben in diesem Jahr die USA. Deren patriotisches Gebaren rund um die eigene Fahne sei ihm fremd, so Bernert. Im individuellen Wettbewerb, der sich über zwei Tage erstreckt und mathematisches Denkvermögen verlangt, hat Bernert wieder eine Silbermedaille erreicht. Er wirkt hochzufrieden, aber kein Stück hochmütig.

Nun beginnt für den Abiturienten mit dem Traumergebnis von „1,0“ im Herbst in Göttingen das Studium der Mathematik. Als Zweitfach wird voraussichtlich Informatik gewählt, Fragen und Antworten der Philosophie soll aber auch ein Augenmerk gelten. Gelegentlich ist Bernert in jüngster Zeit darauf angesprochen worden, ob der Beruf des Mathematikpädagogen nicht ein gutes Ziel für ihn wäre – und ein Glücksfall für seine späteren Schüler. Als Oberstufenschüler hatte der Adolfiner immer mal wieder schwächeren Kursteilnehmern geholfen und die Dienstleistung niemandem in Rechnung gestellt, auch nicht dem Lehrer.

Bernert schließt langfristig eine pädagogische Arbeit nicht aus, sieht sein Arbeitsfeld aber eher in der Vorbereitung und Begleitung von nationalen und internationalen Wettbewerben. Die reine Wissenschaft lockt weniger, als Studienland kann er sich für eine Zeit auch England vorstellen. Was Schule anbelangt, hält er sich nicht für optimal geeignet, um mit der „zunehmenden Zahl der an Mathematik nicht wirklich interessierten Schüler“ angemessen umgehen zu können. Als dialektisch Denkender weiß er natürlich, dass seine Argumentation leicht umgedreht werden kann: Mit Lehrkräften seines Kalibers könnte der Frustrationsprozess womöglich aufgelöst werden. Seine Interessen sind weit gesteckt, außer Sport und Politik auch Literatur und Theater. Seine Facharbeit konfrontierte ihn mit dem traurigen Schicksal der „Wahrheit in der Politik“, Stichwort „Mauerbau“ oder „Maut“.

Bernert erinnert sich noch, wie er im 6. Jahrgang „nur eine Anerkennung“ erhalten hat bei der Mathematik-Olympiade. „Das war kein echter Erfolg“, gesteht er heute ein und ergänzt mit Blick auf die schwierige Phase der Pubertät: „Vielleicht hätte ich auch aufgehört, wenn es so weitergegangen wäre.“ Die Bemerkung will er nicht als Aufforderung verstanden wissen, die Ansprüche in Mathematik und anderen Fächern abzusenken. Bernert hofft, dass der Leistungsgedanke am Gymnasium erhalten bleibt, natürlich auch im Hinblick auf die Lehrkräfte.

Was Qualitätswettbewerb angeht, hat er noch eine Milchmädchenrechnung parat in Sachen IMO (International Mathematical Olympiad), die zeigt, dass Addition manchmal auch nicht das Wahre ist: „Wiedervereinigt hätten demnach Süd- und Nordkorea an der Spitze gestanden – vor den USA.“ r

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