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Schaurige und schöne Momente

Lange Nacht der Kultur Schaurige und schöne Momente

Zu einem besonderen Erlebnis ist die Lange Nacht der Kultur am Freitag für gut 3000 Besucher geworden: Es stimmte (fast) alles – Programmvielfalt, Wetter, Atmosphäre. „Gefühlt waren es noch mehr Besucher als im Vorjahr“, berichtete Albert Brüggemann, der als Vorsitzendender des Kulturausschusses federführend für die Organisation zuständig war.

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Die fantasievollen Leuchtfiguren von „Light of Vision“ am Schlosstor.

Quelle: jp

BÜCKEBURG. Da der Bändchenverkauf noch nicht endgültig abgerechnet sei, lägen aber noch keine genauen Zahlen vor. Es seien jedoch mindestens so viele Gäste unterwegs gewesen wie im Vorjahr – und da waren 3000 gezählt worden.

Fast alle Veranstaltungen waren gut besucht, mancherorts wurde es sogar so eng, dass die Gäste bis auf die Straße standen. Gut angenommen wurden auch neue Veranstaltungsorte wie das Schild-Center. Dort sei man so zufrieden gewesen, dass man auch im nächsten Jahr wieder dabei sein möchte, sagte Brüggemann.

Mehr als 100 Programmpunkte

Vermisst wurde von vielen Besuchern die Schaumburger Bühne, die ihre Auftritte krankheitsbedingt ausfallen lassen musste. Hiervon wurden jedoch auch die Veranstalter überrascht, sodass kurzfristig kein Ersatzprogramm organisiert werden konnte. Die angebliche Unglückszahl 13 hat der Langen Nacht der Kultur in Bückeburg also keinesfalls Pech beschert, im Gegenteil: Die 13. Auflage des ungemein vielfältigen abendlich-nächtlichen Musik-Kunst-Theater-Stelldicheins glänzte mit mehr als 100 Programmpunkten an insgesamt 30 Spielorten.

Auch das Wetter spielte geradezu vorbildlich mit: Statt des angekündigten Durchzugs eines Regengebiets blieb es am frühen Abend bei einigen wenigen Tropfen, sodass das Publikum trockenen Fußes und trockenen Hauptes von einer Bühne zur nächsten gelangte und auch alle Freiluftdarbietungen wie geplant stattfinden konnten. Gut genutzt: Die gastronomischen Angebote.

Fast alle Außen- und Innenplätze waren besetzt. Buntes Licht und große Lampions sorgten für eine zauberhafte Atmosphäre in der Innenstadt. Meist fotografiert: Die phantasievoll kostümierten Gestalten der Lichtschau „Light of Vision“, die von EMB Leuchten gesponsert wurde.

Ob alteingesessene „Lange Nacht“-Veteranen wie Rezitator Frank Suchland, das Akkordeonorchester, der Schaumburger Jugendchor und der Kammerchor Cantemus oder Neulinge wie die junge Bückeburger Autorin Silke Ellenbeck, die in der Hofbuchhandlung Frommhold aus ihrer historischen Romanbiografie „Das kurze Leben der Großherzogin Caroline von Sachsen-Weimar-Eisenach“ las, sie alle fanden ihr Publikum. Besagte Caroline, eine geborene Prinzessin Reuß zu Greiz, schritt übrigens 1903 als 18-Jährige in Bückeburg zum Traualtar, um den Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach zu ehelichen, und das in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. und der niederländischen Königin Wilhelmina. Nur zwei Jahre später starb sie.

Nicht selten musste man sich bei einem der vielen Publikumsmagneten besonders frühzeitig einfinden, um noch einen Platz zu ergattern, so wie bei Krimi-Autorin Nané Lénard, die ihren neunten Wolf-Hetzer-Krimi „SchattenZorn“ vorstellte.

Schauermomente und Gruselfaktor

Wer den jedoch anschließend erwerben wollte, muss sich in Geduld üben: Die erste Auflage ist bereits restlos vergriffen. Absolut kein Durchkommen war auch bei den beiden Gastspielen der Kleinenbremer Publikumslieblinge vom Impro-Theater „Spek Spek“, die selbst den großen Saal des Hubschraubermuseums mühelos füllten.

Eine Etage tiefer im Gewölbe sorgte der Rintelner Philipp Gräfe mit seinen Grusellesungen für Schauermomente, zunächst mit den Geschichten „Das verfluchte Ding“ und „Die Todesdiagnose“ von Ambrose Bierce und dann mit dem Altmeister H.P. Lovecraft und dessen Kurzgeschichte „In der Gruft“.

„Leben wir im postfaktischen Zeitalter?“ Diese Frage stellte Frank Werner, verantwortlich für das Magazin „ZEIT Geschichte“ in Hamburg, bei seinem Vortrag in unserer Geschäftsstelle über aktuelle und historische Verschwörungstheorien. „Nein“, so die Antwort des Historikers, schon immer hätten sich Parteien, Massenbewegungen, Ideologien und ganze Staaten auf Lügen und Halbwahrheiten gestützt, dies sei kein neues Phänomen des Internetzeitalters. „Nicht das Medium ist entscheidend für den Erfolg einer Lüge oder einer Verschwörungstheorie, sondern die Bereitschaft des Publikums, sie zu glauben.“ Den Abschluss bildete das Mitternachtskonzert des Blasorchesters TSV Krainhagen, bei dem das Publikum dicht an dicht um den Marktbrunnen stand. kk, jp

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