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Schläge, Feuer, flaschenweise Wodka

Bückeburger vor Gericht Schläge, Feuer, flaschenweise Wodka

Der Brandstifter von der Bückeburger Georgstraße steht schon wieder vor Gericht. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Bückeburger (35) mehrere Jahre Haft. Er soll einen Zechkumpan geschlagen und getreten und ihm dann die Klinge eines Küchenmessers an den Hals gehalten zu haben, weil er dessen Geld wollte.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

BÜCKEBURG. Später am Abend brach dieser Mann laut Anklage auf dem Bückeburger Frühjahrsmarkt mit einem „Kuhfuß“ das Kassenhäuschen eines Karussells auf. Das hat der Schausteller am Mittwoch zum Prozessauftakt vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht gestanden. Er gibt auch zu, das Kassenhäuschen angezündet zu haben. Begründung: „Ich wollte meinem Chef eins auswischen.“ Das Feuer war von selbst erloschen, hatte aber einen Sachschaden von etwa 3000 Euro angerichtet.

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe

Gemeinsam, so heißt es in der Anklageschrift weiter, hätten beide Männer aus dem Häuschen rund 100 Euro Münzgeld und drei Handys gestohlen. An jenem 3. März 2016 hatte der Bückeburger den Schausteller (30) mit in seine Wohnung genommen, wo die Wodkaflasche kreiste.  Der frühere Brandstifter bestreitet die Vorwürfe. Während des Einbruchs in das Kassenhäuschen will er auf einer Bank gesessen und dem Zechgenossen zugesehen haben, ohne einzugreifen. Schläge, Tritte oder sogar Todesdrohungen mit einem Messer hat es nach seiner Darstellung nicht gegeben. „Das hat er sich ausgedacht“, erklärt der 35-Jährige mit einem Blick auf seinen Mitangeklagten.

Dieser macht einen desolaten Eindruck und liegt zeitweise mit dem Oberkörper auf dem Tisch. „Ich habe heute noch nicht geraucht“, gibt er zu bedenken. Verteidiger Michael Einars gibt für den Schausteller eine Erklärung ab, wonach sein Mandant von dem Bückeburger zum Einbruch in das Kassenhäuschen gedrängt worden sei, weil der 35-Jährige Geld wollte.

Bewährung widerrufen

Fest steht, dass der Brandstifter von der Georgstraße die Justiz seit Jahren beschäftigt. Wegen jener Brandstiftung, begangen im Jahr 2007, war der Mann zu einer 17-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährung wurde später widerrufen, nachdem er einen am Boden liegenden Zechkumpan mit der Sohle gegen den Kopf getreten hatte. Einen anderen Mann brachte er mit Schlägen dazu, 50 Euro vom Geldautomaten abzuheben. Für diese Taten gab es weitere elf Monate Haft.

Beim Feuer an der Georgstraße war seinerzeit der Dachstuhl des Gebäudes fast völlig ausgebrannt. Nicht nachweisen konnte das Landgericht dem Bückeburger dagegen, 2011 im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Wilhelm-Busch-Straße Feuer gelegt zu haben. Von diesem Vorwurf war er freigesprochen worden, nachdem das Schöffengericht in erster Instanz noch 32 Monate Haft verhängt hatte.  ly

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