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Schlafende riechen tödliche Rauchgase nicht

Bückeburg Schlafende riechen tödliche Rauchgase nicht

Der Niedersächsische Landtag hat eine Novellierung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) beschlossen, das berichtet das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, auf dessen Initiative diese Gesetzänderung zustande gekommen ist.

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Torsten Buhrmester, Ortsbrandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt, legt allen Bürgern einen rauchmelder ans Herz.

Quelle: wk

Bückeburg. Eine darin neu aufgenommene Regelung schreibt vor, dass in einer Wohnung sämtliche Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, über die Rettungswege führen, vom Eigentümer mit Rauchwarnmeldern ausgerüstet werden müssen.

 Für Neubauten gilt diese Vorschrift seit Veröffentlichung der NBauO am 11. April 2012, während für bereits bestehende Wohnungen eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2015 eingeräumt worden ist. Bei vermieteten Wohnungen sind für die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der Rauchmelder die Mieter verantwortlich, es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

 Für Torsten Buhrmester, Ortsbrandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt, ist dieser neue Passus der NBauO eine „sehr sinnvolle“ Vorschrift: Tagsüber könne man einen Wohnungsbrand ja durchaus rechtzeitig bemerken, aber vor allem nachts, wenn alle Bewohner schlafen, habe man ohne Rauchwarnmelder so gut wie keine Chance, lebend aus der Wohnung herauszukommen, erklärt der Experte. Dies liege daran, dass sich bei einem schlafenden Menschen auch dessen Geruchssinn im Ruhezustand befindet. Das Knacken brennenden Holzes könne man unter Umständen zwar auch im Schlaf hören, lange bevor es zu diesen Geräuschen kommt und man dadurch möglicherweise wach wird, sei die Wohnung in der Regel aber schon dermaßen verraucht, dass die Bewohner bereits eine Rauchvergiftung erlitten haben.

 „Rauchgase binden sich 200-mal schneller an das für den Sauerstofftransport im Blut zuständige Hämoglobin als der für die Atmung benötigte Sauerstoff“, führt Buhrmester weiter aus. Vier- bis fünfmaliges Einatmen in einem verqualmten Schlafzimmer reiche somit schon aus, um bewusstlos zu werden. Aus diesem Grund habe man auch nur gut drei Minuten Zeit, um aus einer von Rauchgasen durchzogenen Wohnung lebend zu entkommen. Tückisch sei in diesem Zusammenhang zudem, dass sich der Rauch zunächst unter der Zimmerdecke sammelt und den Raum dann von oben her mit Qualm füllt. Dabei könne schon ein – als Folge eines technischen Defektes – brennender kleiner Radiowecker ein Schlafzimmer in kürzester Zeit dermaßen mit Rauch füllen, „dass man da nicht mehr durchgucken kann“. Und selbst wenn ein Schlafender die Rauchgase riechen könnte, wäre das Zimmer schon so gut wie komplett verraucht, wenn er plötzlich aufwachen würde – viel Zeit um (am Boden kriechend!) aus der Wohnung zu kommen, bliebe ihm dann nicht mehr.

 Hier setzen die unter der Zimmerdecke zu installierenden Rauchwarnmelder an: Mit ihrem „markdurchdringenden, hohen Piepen“, das eine Lautstärke zwischen 95 und 110 Dezibel erreicht, werden die (schlafenden) Bewohner rechtzeitig alarmiert und haben noch gute Chancen, sich vor dem Brand und dem Qualm in Sicherheit zu bringen, sagt Buhrmester. Erhältlich seien die leicht zu montierenden, batteriebetriebenen Geräte je nach Ausstattung übrigens schon zu Preisen ab ein paar Euro in jedem Baumarkt.

 Noch ein paar Zahlen von der Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt: Bundesweit sterben demnach pro Jahr 600 Menschen bei einem der 200000 Brände, die sich alljährlich in Deutschland ereignen. Dabei verunglückten 70 Pozent der Brandopfer nachts in ihrer privaten Wohnung. Unterm Strich sterben 95 Prozent der Brandtoten an den Folgen einer Rauchvergiftung.

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