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„Schlag ins Gesicht“

Bückeburg „Schlag ins Gesicht“

Ein Praxisleitfaden für das EU-weite Schutzgebietenetz Natura 2000 sorgt gegenwärtig bei den niedersächsischen Anglern für allerhand Aufregung.

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BU: Zu den Revieren des Fischereivereins zählt auch der Gevattersee in Evesen.

Quelle: bus

Bückeburg. Das von Naturschutzverwaltungen in den Landkreisen und dem beim Umweltministerium angesiedelten Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz erstellte und vom Niedersächsische Landkreistag herausgegebene Papier weckt die Furcht, dass sie künftig von bestimmten Seen, Flüssen und Bächen verbannt werden. Werner Klasing spricht in diesem Zusammenhang von einem „Schlag ins Gesicht“.

Der Präsident des Anglerverbands Niedersachsen (AVN, vormals Landessportfischerverband) machte darauf aufmerksam, dass durch aktive Naturschutzarbeit der Angler vielerorts erst die Zustände geschaffen oder wiederhergestellt worden seien, die jetzt eine Schutzgebietsausweisung rechtfertigten. „Das Papier gehört abgeschafft“, erklärte Klasing. Bei einer Neuformulierung müsse der mit 90000 Mitgliedern größte anerkannte Naturschutzverband des Landes mit an den Tisch.

Vizepräsident Heinz Pyka sagte in einem Rundfunkinterview, dass das Papier in großen Teilen „fachlich und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar“ sei. Er hoffe, dass die „Arbeitshilfe Natura 2000“ vom Tisch genommen werde. „Wenn die Verordnung so kommt wie vorgelegt, werden wir den Klageweg beschreiten“, betonte Pyka.

Die Verbote verhindern

„Wir müssen uns rechtzeitig mit einbinden und von vornherein versuchen, die Verbote zu verhindern“, meint Günter Steierberg. Der Vorsitzende des Fischereivereins Schaumburg-Lippe erinnert daran, dass nicht nur Fließgewässer, sondern auch stehende Gewässer wie Baggerseen betroffen sein könnten. Beschlussorgan sei der Kreistag.

Der Verein, dessen Etat für das zurückliegende Geschäftsjahr Ausgaben in Höhe von knapp 110.000 Euro ausweist, zählt mit rund 1160 Mitgliedern zu den größten organisierten Gemeinschaften des Landkreises. „Im Gegensatz zu vielen anderen müssen wir uns nicht mit rückläufigen Mitgliederzahlen und deren Ursachen beschäftigen“, führt der Vorsitzende aus, der sich zudem über eine Jugendgruppe freut, in der regelmäßig zwischen 130 und 150 Mädchen und Jungen aktiv sind.

Die Mitglieder investieren pro Jahr nicht selten mehr als 1000 Arbeitsstunden in die Gewässerpflege. Bei Fischbesatzaktionen werden den zehn vom Verein betreuten Revieren bis zu 3000 Karpfen, 7000 Forellen und 2000 Kilo Weißfische zugeführt. Beim Weihnachtsmarkt in Meinsen-Warber unterstützen die Angler jedes Jahr den örtlichen Kindergarten mit einer beträchtlichen Geldsumme.

Steierberg empfiehlt Wachsamkeit

Einem in der Fachzeitschrift „Blinker“ veröffentlichten Artikel zufolge sieht die Musterverordnung vor, dass in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten zukünftig Angeln (Anfüttern, betreten ausgewiesener Wege, Nachtangeln, Watangeln), Zelten, Grillen, Baden, Tauchen, Kanufahren und Lagerfeuer nicht mehr erlaubt sind. „Im Moment ist einiges noch in der Schwebe, dennoch sollten wir wachsam sein“, empfiehlt Steierberg. bus

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