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Bückeburg Stadt Schmerzlicher Abschied vom Zuhause
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00:17 31.10.2016
Margarete Spier (links) und Liesa Drinkuth präsentieren Fotos und Dokumente aus zurückliegenden Zeiten. Quelle: bus
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BÜCKEBURG

 Spier (84) und Drinkuth (76) können darüber hinaus – aus Erzählungen ihrer Familien – etliche Details über die jetzt 80 Jahre zurückliegende Zwangsumsiedlung und die Folgejahre erzählen.Zwölf bäuerliche Betriebe vonder Umsiedlung betroffenDie Maßnahme betraf zwölf bäuerliche Betriebe – sieben aus Nammen und fünf aus Röcke. Sie mussten einem von der Wehrmacht angelegten Exerzierplatz weichen. Dem Platz, auf dem heute das Areal des Luftsportvereins Bückeburg-Weinberg zu finden ist, fielen mehr als 300 Hektar Feldflur zum Opfer. Das Militärvorhaben kam einem tiefen Einschnitt in die bis dahin fast rein bäuerlich strukturierten Dörfer diesseits und jenseits der Landesgrenze des „Freistaates Schaumburg-Lippe“ gleich.

Im Detail betroffen waren aus Nammen die Familien Karl Drinkuth (Krummen), Nummer 11 (gegenüber der Schule); Daniel Nottmeier, Nummer 3l, (Strengelrott); Heinrich Nottmeier, (Gerdsmeier), Nummer 51, (Nammer Berg); Daniel Schilling, Nummer 120, (Strengelrott) und Heinrich Brandt (Stuke), Nummer 130 (Strengelrott). Aus Röcke kamen die Familien Vogt (der Krummenbauer), Nummer 3; Weizenkorn, Nummer 6, und Wiese aus dem Beerndieke (Beerenteich) in die Kornmasch. Hermann Wiese, Nummer 10, (Am Friedhof) ging nach Scheie, Engelking, Nummer 97, zur Petzer Straße in Bückeburg. Friedrich Buhmeier, (Albs) Nummer 15, übernahm einen Hof in Heeßen, Vogt, Röcke, Nummer 5, zog es nach Evesen. Familie Nerge aus dem Beerndieke verließ als Einzige die Heimat und siedelte in Mecklenburg.

Walmdach statt Spitzdach

Die acht „Kornmascher“ ließen auf dem Areal des früheren fürstlichen Maschvorwerks mit der Errichtung ihrer Wohn- und Wirtschaftsgebäude innerhalb eines halben Jahres einen neuen Ortsteil entstehen. Die Umsiedlerkomplexe wurden überwiegend als Winkelhöfe gebaut, bei denen das Wohnhaus durch einen Zwischenbau von den Stallungen und Wirtschaftsgebäuden getrennt war. Für die Bauleitung zeichnete meist der Kleinenbremer Architekt Karl Struckmeier verantwortlich.

Wie Spier und Drinkuth berichten, war zwingend vorgeschrieben, die Häuser mit einem spitzen Dach zu versehen. „Aber die ersten drei Häuser an der linken Seite bekamen ein Walmdach. Weil sie gegen die Vorschriften verstoßen hatten, mussten die Bauherren Strafen bezahlen“, erläutern die Zeitzeuginnen. Rund 40000 Reichsmark mussten die Neubauern trotz der Entschädigungszahlung der Heeresverwaltung jeweils aus der eigenen Tasche drauflegen. Die Ländereien wurden im Verhältnis eins zu eins abgegolten. „Für jeden Obstbaum, den sie im ehemaligen Hof besaßen, wurden die Familien mit drei Reichsmark entschädigt“, wissen die Seniorinnen. „Bei uns standen etwa 70 Obstbäume. Bis 1990 habe ich noch zu etlichen Familien Äpfel als Wintervorrat gebracht“, führt Drinkuth aus.

In den Erzählungen der Berichterstatterinnen spielt die Kriegs- und Nachkriegszeit eine wichtige Rolle: Auf jedem Hof waren russische Kriegsgefangene untergebracht – insgesamt etwa 1000.

„1974“, lassen die Seniorinnen wissen, „baute Schäfer Uhlen ein Wohnhaus und eine Scheune für seine Schafe. Das ist damit der neunte Hof auf unserer Kornmasch.“ 1990 erfolgte mit der Errichtung der Umgehungsstraße ein weiterer Einschnitt. Bückeburgs Nordumgehung trennte die Höfe Nottmeier, Brandt und Wiese ab.

Heute gibt es noch drei aktive Landwirte in der Kornmasch

Heute sind in der Kornmasch noch drei aktive Landwirte anzutreffen. Auf zwei Höfen steht der Reitsport im Mittelpunkt. Drinkuth und Spier denken gern an die dort gefeierten Erntefeste zurück. „1952 habe ich die Ernterede gehalten“, erklärt Spier. Die stets von großen Delegationen aus Nammen besuchten Brauchtumsfeiern bildeten bis vor einigen Jahren den Abschluss der Bückeburger Erntefestsaison. Ob es demnächst eine Neuauflage gibt, kann derzeit niemand sagen.

Außer verwandtschaftlichen Beziehungen verbindet die Kornmasch-Bauern noch heute mit Nammen, dass sie dort Privatwald in den „Nammer Schnetten“ in ihrem Besitz behalten haben.

Mit Blick auf die „gern und freudig hingenommene“ Umsiedlung meinen die Seniorinnen: „Die Bauern mussten sagen, dass sie froh waren, aber das war nicht so.“ Gerade für die älteren Generationen sei die Aufgabe ihrer Hofstätten durchaus schmerzlich gewesen. bus

 Ein Gütesiegel gibt es nicht vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualität (NLQ). Eine Schulnote steht auch nicht unter dem Bericht des Schulinspektionsteams. Aber in den vergangenen Jahren hat sich in der Bildungslandschaft immer klarer herauskristallisiert, was „guten“ Unterricht ausmacht, ausgehend vom jeweiligen Schulprogramm, den Leitzielen und den curricularen Vorgaben.

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