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„Schönes Gefühl, einem Menschen zu helfen“

Bückeburg / Aktion „Schönes Gefühl, einem Menschen zu helfen“

In den vergangenen Wochen ist in unserer Zeitung immer wieder über die für Sonnabend, 14. Mai, von 10 bis 14 Uhr, geplante Typisierungsaktion im Gymnasium Adolfinum berichtet worden. Lions Club Schaumburg und der Leo-Club Schaumburg wollen möglichst viele Menschen finden, die sich als potenzielle Stammzellenspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS) registrieren lassen.

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Laura-Evelyn Lanz: Sie hat an einer Typisierungsaktion in Bückeburg teilgenommen und bereits Stammzellen gespendet.

Bückeburg (wk). Auf die Teilnehmer wartet die Chance, dass einige von ihnen eines Tages einem an Leukämie erkrankten anderen Menschen durch die Stammzellenspende ein neues Leben schenken können.

Den Begriff „Leukämie“ beziehungsweise dessen Synonym „Blutkrebs“ dürften die meisten Menschen auch vorher schon mal gehört haben. Was aber steckt hinter dieser lebensbedrohenden Erkrankung, die laut DKMS alle 45 Minuten bei einem Menschen in Deutschland neu diagnostiziert wird – auch bei vielen Kindern und Jugendlichen?

Bei der Leukämie handelt es sich um eine bösartige Erkrankung der für die Infektabwehr im menschlichen Körper zuständigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die im Knochenmark entstehen, so die DKMS. Der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen ist dabei gestört.

Es kommt zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zellen. Zusätzlich werden durch diese Zellwucherungen auch die anderen im Knochenmark gebildeten Zellen, nämlich die für den Sauerstofftransport verantwortlichen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die für die Blutgerinnung zuständigen roten Blutplättchen (Thrombozyten), verdrängt. Erste Anzeichen dieser gefährlichen Erkrankung sind Infektanfälligkeit, Abgeschlagenheit und die Neigung zu Blutergüssen.

Nach Auskunft der DKMS gelingt es zwar in manchen Fällen, betroffene Patienten durch eine Chemo- beziehungsweise Strahlentherapie zu retten, doch nicht immer. Deren letzte Chance besteht dann in der Übertragung von gesunden Stammzellen eines Spenders. Aber nur für jeden dritten Patienten kann ein geeigneter Spender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Alle anderen sind auf fremde Spender angewiesen.

Um helfen zu können, ist 1991 die DKMS gegründet worden. Sie hat sich in kürzester Zeit mit heute mehr als zwei Millionen registrierten Spendern zur weltweit größten Einzeldatei entwickelt und finanziert sich ausschließlich über Spenden. Jeden Tag erhalten mindestens zehn Patienten Stammzellen von Spendern der DKMS. Trotz dieser positiven Entwicklung kann aber für etwa jeden fünften Patienten kein geeigneter Spender gefunden werden.

Eine bei der DKMS registrierte Stammzellenspenderin, die vermutlich schon einmal einem anderen Menschen das Leben gerettet hat, ist die 21-jährige Laura-Evely Lanz aus Bad Kreuznach. Vor drei Jahren erst hatte sie sich während ihrer Berufsausbildung zur Biologisch-Technischen Assistentin (BTA) bei den Schulen Dr. Blindow an einer Typisierungsaktion in Bückeburg beteiligt, die aufgrund der Leukämieerkrankung des Bückeburgers Jürgen Harmening auf die Beine gestellt worden war (wir berichteten).

„Das ist ja schon sehr unwahrscheinlich, dass es passt, aber schaden kann es ja auch nicht“, habe sie sich seinerzeit gedacht, erzählt Lanz.

Doch schon zwei Monate später wurde sie von der DKMS angeschrieben und um eine Stammzellenspende gebeten: „Ich weiß nur, dass diese für einen leukämiekranken Mann in den USA bestimmt war“, berichtet die 21-Jährige. Mehr habe ihr die DKMS – nicht zuletzt aus Gründen des Datenschutzes – jedoch nicht mitteilen können. Wie es dem Mann heute gesundheitlich geht, weiß sie zwar nicht, glaubt aber, dass die ganze Sache funktioniert hat.

Fest macht sie diese Hoffnung auch an einem Schreiben, in dem sie von der DKMS darum gebeten wurde, noch mindestens fünf Jahre für diesen Patienten als Stammzellenspenderin zur Verfügung zu stehen, falls noch eine weitere Übertragung von Stammzellen erforderlich sein sollte. Und eine erneute Aufforderung zur Stammzellenspende beziehungsweise einen gegenteiligen Bescheid hat sie bislang nicht bekommen.

„Es ist doch ein schönes Gefühl, dass das, was man gemacht hat, einem anderen Menschen geholfen hat“, resümiert Lanz, bleibt dabei aber ganz bescheiden. Allein schon deshalb wäre sie jederzeit wieder zu einer Stammzellenspende bereit. Wobei es für sie auch interessant wäre, Näheres darüber zu erfahren, wem sie seinerzeit mit ihren Stammzellen vermutlich das Leben gerettet hat.

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