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Schönes Herbstwetter lockt Massen in die Innenstadt

Tagsüber jau, abends mau Schönes Herbstwetter lockt Massen in die Innenstadt

 Tagsüber jau, abends eher mau: Der Bückeburger Herbstmarkt hat am vergangenen Wochenende in Sachen Publikumsresonanz seine bereits aus den vergangenen Jahren bekannte Zweiteilung erfahren.

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Am Sonntag lockt bestes Herbstwetter die Besucher in Massen auf den Herbstmarkt.

Quelle: rc

Bückeburg. Während tagsüber sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag, als zu sonnig-trockenem Herbstwetter auch die Einzelhändler ihre Tore öffneten, ein munteres Treiben durch die Innenstadt pulsierte und speziell am Sonntagnachmittag Massenandrang herrschte, fiel in der Publikumsandrang in den Abendstunden – insbesondere am Freitag – wieder einmal recht verhalten aus. Vor allem im oberen Teil der Fußgängerzone schlossen mehrere Stände sehr früh und ließen bereits deutlich vor dem offiziellen Veranstaltungsschluss um 22 Uhr Tristesse vorherrschen.

Andere Freizeitangebote als starke Konkurrenz

Dass die Möglichkeiten, eine Veranstaltung wie den Bückeburger Herbstmarkt auch abends mit Leben zu füllen, heutzutage alles andere als einfach sind, das gibt auch Patrick Hanf unumwunden zu. Der 31-jährige Betreiber des Kinderkarussells, das bei jedem Frühjahrs- und Herbstmarkt seinen angestammten Platz vor dem Residenz-Kinocenter einnimmt, und Enkelsohn des langjährigen Schaustellersprechers Josef Weber hat zwei Hauptgründe ausgemacht: die gestiegene Konkurrenz durch andere Freizeitangebote und die gesunkene Bereitschaft vor allem junger Menschen, für Jahrmarktvergnügen Geld auszugeben.
Dazu komme jedoch in Bückeburg zusätzlich noch ein ganz spezifisches Problem: „Viele Schausteller und Budenbetreiber leiden erheblich unter dem frühen abendlichen Veranstaltungsschluss“, so Hanf. Während andernorts bis 23 Uhr oder bisweilen sogar bis Mitternacht „gerummelt“ werden dürfe, müsse in Bückeburg grundsätzlich schon um 22 Uhr Schluss sein.
Und genau das halte in zunehmendem Maße vor allem junge Menschen vom Besuch des Jahrmarkts ab, bedauert Hanf. „Das Freizeitverhalten hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Die Menschen arbeiten immer länger und gehen daher abends später weg“, sagt Hanf. Insbesondere für Jugendliche fange am Wochenende der Abend nicht vor 21 Uhr an, häufig auch erst später. „Und wenn dann hier schon um 22 Uhr Schluss ist, machen die sich doch gar nicht erst auf den Weg.“ Die Folge: In einigen Bereichen, wie vor der Stadtkirche, schließen einige Buden und Fahrgeschäfte aufgrund fehlenden Andrangs sogar schon früher und lassen bereits deutlich vor 22 Uhr jegliche Kirmesstimmung vermissen – ein Teufelskreis.

Leidtragende sind Betreiber großer Fahrgeschäfte

Leidtragende davon seien vor allem die Betreiber großer, spektakulärer Fahrgeschäfte, die weniger auf Familien mit kleinen Kindern, sondern mehr auf den Besuch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen angewiesen sind, so Hanf. Deutlich zeige sich das beispielsweise daran, dass auf dem Marktplatz vor der Volksbank nahezu jedes Jahr ein anderes Fahrgeschäft stehe – wie in diesem Jahr der „Beach Jumper“, der zu vorgerückter Stunde am Freitagabend oftmals fast leer fuhr. „Die Betreiber solch großer Fahrgeschäfte gucken sich das hier in Bückeburg ein- bis zweimal an und kommen dann nicht wieder. Aber genau diese Fahrgeschäfte wollen und müssen wir dem Publikum bieten, um nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch Jugendliche anzuziehen.“
Dabei seien die gesetzlichen Möglichkeiten inzwischen durchaus gegeben, die Öffnungszeiten von Jahrmärkten und Volksfesten auszudehnen, sagt Hanf. Andernorts geschehe dies auch, und das nicht nur in Großstädten, sondern beispielsweise auch in Herford oder Stadthagen. „Es kommt eben darauf an, ob eine Kommune hinter ihrem Markt steht oder nicht.“

Von Johannes Pietsch

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