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Schraub-Bar macht dicht

Bückeburger Nachtleben Schraub-Bar macht dicht

Kurz und knapp verkündet es die „Schraub-Bar“ zu Weihnachten auf ihrer Homepage und via Facebook: „Nach 2069 Tagen, 19 Open Airs, 104 Live-Konzerten und 174 Partys ist vorerst Schluss.“

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Der Bus wird –vorerst – nicht mehr ins Freie fahren: Die „Schraub-Bar“ wird nach der Silvesterparty geschlossen.

Quelle: Archiv/bus

Bückeburg. Am Sonntag fand mit Jabbas Cortex und Stoner Head das letzte Konzert statt. Und Silvester die letzte Party: „Damit verabschiedet sich die ‚Schraub-Bar‘ bei allen, denen sie ans Herz gewachsen ist. Wir bedanken uns für viele schöne Abende, großartige Partys, fantastische Bands und Musiker, die bei uns waren, für fliegende Korken und Einrichtungsgegenstände, es war eine tolle Zeit.“ Und: „Falls jemand jemanden kennt, der von wem gehört hat, der gerne die ‚Schraub-Bar‘ übernehmen möchte, meldet euch bei Clemens Kopka.“ Bis dahin könne die „Schraub-Bar“ für geschlossene Gesellschaften und private Partys gemietet werden.

Zu den Gründen der Schließung sagte der Besitzer Kopka, dass wirtschaftliche und gesundheitliche Gründe dafür verantwortlich seien. Er habe einen Herzinfarkt gehabt und wolle das Nachtleben nicht mehr: „Das ist nicht förderlich.“ Zwar hätten nach der Bekanntgabe der Schließung ihm gegenüber viele bedauert, dass die „Schraub-Bar“ geschlossen werde, aber nur ein- oder zweimal im Jahr vorbei kommen, reiche nicht. „Da hättet ihr Euren A… mal öfter hochkriegen müssen“, habe er ihnen gesagt. Kopka betonte, dass die Bar nur vorerst geschlossen ist und für Feiern und Feste gemietet werden könne. Zum Thema Nachfolger sagte er, dass er sich in Gesprächen befindet, eine Lösung gebe es noch nicht. Aber: „Es wird etwas passieren.“

Vor fünf Jahren hatte Kopka die „Schraub-Bar“, damals noch mit einer angeschlossenen Mietwerkstatt und einem Metall verarbeitenden Betrieb als weitere Standbeine, gemeinsam mit Kollegen hinter dem Bückeburger Bahnhof eröffnet und zu einer der In-Locations auch der weiteren Umgebung gemacht – vor allem bei Rockfans, die zu diversen Konzerten und Open-Air-Konzerten auf das Gelände strömten. Umso größer fiel jetzt das Bedauern in den Sozialen Medien aus, wo das Sterben einer weiteren Institution bedauert wird, aber auch anklingt, dass zwei bis drei Besuche im Jahr das wirtschaftliche Überleben einer solchen Location nicht sichern können.

Die „Schraub-Bar“ hatte sich auch durch ihr Ambiente einen Namen gemacht. Erster Blickfang ist ein Thekenungetüm von elf Meter Länge, das sich bei genauerem Hinsehen als kompletter Reiseomnibus entpuppte. „Ein MAN aus den frühen Sechzigern, der bei Kassel auf Linientour gewesen ist“, hatte Kopka vor fünf Jahren zur Eröffnung erläutert. Das Vehikel kann über eine pneumatische Mechanik in Bewegung gesetzt werden und durch die Außenwand zwei Meter ins Freie gefahren werden. Ausgediente Treibstofffässer dienen als Sitzmöglichkeiten.

 Der Bodenbelag besteht aus einer beim besten Willen nicht überschaubaren Zahl von Kronkorken. „1360 Stück pro Quadratmeter“, hatte Kopka damals Auskunft gegeben. „Insgesamt knapp 100.000.“ Die unter klarem Epoxidharz liegenden Flaschenverschlüsse bilden ein faszinierendes Mosaik, das es durchaus mit Installationen namhafter Künstler aufnehmen kann und dem Raum gewissermaßen „im Parterre die Krone aufsetzt“.

 Der Bus wird – zumindest vorerst – nicht mehr ins Freie fahren: Die „Schraub-Bar“ wird nach der Silvesterparty geschlossen.

 bus

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