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Schutzfenster für farbenfrohe Lichtspiele

Bückeburg / Stadtkirche Schutzfenster für farbenfrohe Lichtspiele

Die Sanierung der Fenster der Stadtkirche geht weiter. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits die Fenster der Südseite und der Rückseite sowie die ersten Fenster der Nordseite saniert worden waren, sind jetzt die letzten vier Fenster des Hauptschiffes der Kirche an der Reihe. Zwei wurden nach erfolgter Sanierung in den vergangenen Tagen bereits wieder eingebaut, zwei weitere im gleichen Atemzug ausgebaut. Rund 120 000 Euro kostet die Sanierung, wie Pastor Wieland Kastning im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Anfang September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden: passend zum Gildetag, den die Landeskirche dann rund um die Stadtkirche feiern will.

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Glasveredler David Sczesny bei der Restauration der Fenster der Stadtkirche: „Eine schöne Arbeit.“

Quelle: rc

Bückeburg (rc). Die bunten Fenster der Stadtkirche tragen mit zum Wert eines der bedeutendsten Baudenkmäler der Weserrenaissance bei. Eine Untersuchung im Jahr 2010 durch Angela Klauke, Expertin für Kirchenfester des 19. Jahrhunderts vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, ergab, dass Teile der Bemalung der noch nicht sanierten Fenster weiter zu verwittern drohen oder durch mechanische Einflüsse wie Stein- oder Flaschenwürfe sowie klimatische Einflüsse weiter zerstört werden könnten. Es bestehe weiterhin dringender Handlungsbedarf für die noch nicht sanierten Fenster.
Die Stadtkirchengemeinde ergriff erneut die Initiative und machte sich auf die Suche nach Spendern und Geldgebern. 30 000 Euro kamen durch Spenden zusammen, weitere 30 000 Euro durch einen Zuschuss der Landeskirche, die verbliebene Hälfte steuert die Stiftung Kirchenbau bei. „Zu so einem finanziellen Kraftakt wären wir nicht in der Lage gewesen, zumal es auch keine öffentlichen Zuschüsse gegeben hätte“, so Christa Röder-Zahorka, Leiterin des Bauausschusses der Stadtkirchengemeinde.
Die Fenster werden ausgebaut und in eine Spezialwerkstatt in Paderborn gebracht. Dort werden sie gereinigt. Die Sprünge und Risse werden verklebt, fehlendes Glas wird ersetzt. Die Fensterfassungen erhalten – dort, wo es nötig ist – neue Bleifassungen, oder aber die Stege werden verlötet. Die fehlende Bemalung wird nicht erneuert.
„Eine schöne Arbeit“, schwärmte Glasveredler David Sczesny von der Glasmalerei Peters GmbH aus Paderborn, die die Arbeiten an der Stadtkirche ausführt. Und die zu den Experten in Europa gehört. Derzeit arbeitet sie am Wiederaufbau des Doms von Sevilla, der größten Kirche der Welt. Zudem war sie schon an Kirchen und Baudenkmälern in Österreich, Italien oder der Schweiz tätig.
Die aufgearbeiteten Bückeburger Fenster gehen zurück in die Kirche. Das sanierte Fenster wird einige Zentimeter in das Innere versetzt und die Ränder mit Bleiabdeckungen versehen: „Damit es nicht durchscheint.“ Dort, wo vorher das alte Fenster saß, kommt eine klare Schutzverglasung davor, die vor UV-Strahlen und Umwelteinflüssen schützen soll. Und davor ein Schutzgitter, um die dahinterliegenden Fenster vor mechanischen Beschädigungen zu schützen. Drei der Fenster, die jetzt saniert werden, werden auf diese Art und Weise hergerichtet. Das vierte Fenster – hinter der Orgel – ist weniger aufwendig, da es nicht bunt bemalt ist. Es wird vom Gerüst aus ausgebessert und mit einem Schutzgitter versehen.
Mit den vier Fenstern sind alle Fenster der Seitenschiffe und der Rückseite saniert und geschützt worden. Was jetzt noch fehlt und kommen muss, ist der dickste Brocken: die Sanierung der Fenster und der Fassade des Portals. Rund eine Million Euro werden benötigt, wie erste Untersuchungen der Oberfläche ergeben haben. Neben den Fenstern muss teilweise der Sandstein erneuert werden wie etwa die Balustrade im oberen Bereich des Portals, wo die Eisenklammern den Stein teilweise gesprengt haben und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
„Geld, das weder die Stadtkirchengemeinde, noch die Schaumburg-Lippische Landeskirche hat“, so Pastor Wieland Kastning. Darum wird weiter um Spenden gebeten. Außerdem haben sich die Verantwortlichen der Landeskirche wie etwa Landesbischof Karl-Hinrich Manzke auf den Weg gemacht, um zum Beispiel Stiftungsgelder loszueisen. Außerdem wird versucht, an EU-Fördertöpfe zu kommen. Klappt alles, dann soll das Portal spätestens 2015 im alten Glanz erstrahlen, dann, wenn die Schaumburg-Lippische Landeskirche ihren 400. Geburtstag feiert.

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