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„Schwarze Brüder“ sind pleite

Bückeburg/Köln / Vorläufiger Insolvenzantrag gestellt „Schwarze Brüder“ sind pleite

Darsteller, Musiker, Techniker, Handwerker, Zulieferer, Vermieter und noch eine ganze Reihe anderer Beteiligter an dem Musical „Die Schwarzen Brüder“ auf Schloss Bückeburg werden wohl auf einem Haufen unbezahlter Gagen und Rechnungen sitzen bleiben, zumindest sich aber lange gedulden müssen, bis sie Geld erhalten.

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Bei der Premiere von „Die schwarzen Brüder“ am 7. August reckte Moritz Sachs noch optimistisch den Daumen in die Höhe.

Quelle: wk

Bückeburg/Köln. Die verantwortliche Produktionsfirma „Reihe 7 UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG“ hat gestern Morgen beim zuständigen Amtsgericht Köln einen Eigenantrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt.

 Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage. Seitens des Gerichts sei ein Gutachter eingesetzt worden, der zu prüfen hat, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt und ob überhaupt ein Verfahren eröffnet wird. Es sei kein vorläufiges Sicherungsverfahren angeordnet worden, so der Sprecher.

 Der Geschäftsführer von „Reihe 7“, der Schauspieler Moritz Sachs, war für eine Stellungnahme zu Außenständen und den Gründen für die Insolvenz nicht zu erreichen. Die „Reihe 7 UG“ ist der persönlich haftenden Gesellschafter der Co KG.

 In einer Rundmail-Mail, die dieser Zeitung vorliegt, sind aber „Mitarbeiter, Auftragnehmer und Kollegen“ von Moritz Sachs über den bevorstehenden Gang zum Insolvenzrichter informiert worden: „Leider können wir unsere ausstehenden Verbindlichkeiten nicht tragen.“ Die Kreditlinie sei ausgeschöpft, kurzfristige Verhandlungen mit Banken und möglichen Investoren seien leider noch nicht zu einem Ziel gelangt. Er arbeite konkret mit Geldgebern an kurzfristigen Investitionen, die in den kommenden Wochen zum Tragen kommen könnten.

 „In diesem Falle wären wir in der Lage, alle ausstehenden Rechnungen zu begleichen, zumindest den größten Teil, je nach Investitionssumme.“ Sollte dieser Fall eintreten, werde er natürlich umgehend informieren. Aber: „Trotz der ausstehenden Möglichkeiten einer Investition von außen bin ich gehalten, umgehend die Insolvenz unserer ‚Reihe 7‘ zu beantragen.“

 Der Schritt sei ihm nicht leicht gefallen. Es werde alles getan, um eine endgültige Insolvenz zu vermeiden. Die Möglichkeit der Refinanzierung sei „recht vielversprechend“, bedeute aber „viel, viel Arbeit“, so der „Lindenstraßen“-Schauspieler weiter. Über seinen Anwalt sei ihm mitgeteilt worden, dass die Löhne durch die Insolvenzsicherung vom Arbeitsamt abgesichert sein sollten. Im Zweifel würden die Lohnempfänger ihr Geld später erhalten: „Aber es kommt wohl.“ Sowohl die Büromitarbeiter als auch die Buchhaltung hätten ihre Tätigkeit für die Firma eingestellt. Das Büro werde geräumt, alle Produktionstelefone abgestellt. „Der Betrieb ist bis auf Weiteres eingestellt.“

 Über die Höhe der offen stehenden Rechnungen kann derzeit nur spekuliert werden. Wie Schlossverwalter Alexander Perl sagte, seien beim Schloss bereits Nachfragen einiger Betroffener eingegangen, die er nur an Moritz Sachs habe verweisen können.

 Über die Gründe der Pleite kann derzeit ebenfalls nur spekuliert werden. Offensichtlich war aber, dass die Vorstellungen trotz der hervorragenden Kritiken für die Aufführung insbesondere an den verregneten und zu kalten August-Tagen selten gut besucht waren. Das hatte Sachs auch nach der Schlussvorstellung unumwunden eingeräumt.

 „Die Schwarzen Brüder“ scheinen ohnehin nicht unter einem guten Stern zu stehen. Schon bei der Weltpremiere 2007 in Schaffhausen wurden rote Zahlen geschrieben.  rc

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