„Das kommt mir aber japanisch vor“, mag manch einer der Gäste zu Beginn des im Fokus der Veranstaltung stehenden Vortrages der Wirtschaftsjournalistin und Buchautorin Cordula Nußbaum irritiert gedacht haben. Und in der Tat hatte diese ihren lebendigen Exkurs in die Welt des Selbstmarketings damit eröffnet, die Zuhörer in eben jener Landessprache zu begrüßen. Die daran geknüpfte Lektion: „Sprechen Sie die Sprache der Menschen, mit denen Sie ins Geschäft kommen wollen.“ Im übrigen gehe es den meisten Menschen so, dass sie mit dem Thema Selbstmarketing wenig anfangen können, erklärte die Expertin die gewählte Symbolik, und brachte dann nach und nach Licht ins Dunkel.
Erfolgreiches Selbstmarketing habe den Effekt, „dass die Leute zu uns kommen“, erklärte Nußbaum. Einer Studie des U
nternehmens IBM nach biete die sogenannte Kaltakquise gerade mal eine zehnprozentige Chance, Neukunden zu gewinnen. Die „Trefferwahrscheinlichkeit“ beim Selbstmarketing betrage dagegen stattliche 90 Prozent, wobei 60 Prozentpunkte aus Netzwerken resultieren und 30 Prozentpunkte auf die eigene Selbstdarstellung entfallen würden. Aber: Die eigene Leistung müsse stimmen, appellierte die Journalistin, „Aufschneiderei“ komme bei den Menschen schlecht an.
„Viele Leute verwechseln Netzwerken mit Akquise“, mahnte Nußbaum. Beim Aufbau eines Netzwerkes gehe es statt dessen darum, auf „Kopf und Herz“ der Menschen zu zielen, sich für diese zu interessieren und ihnen Gutes zu tun, anstatt mit „Zahlen, Daten, Fakten“ oder etwa Logik an die Sache heranzugehen. Geduld vorausgesetzt, erhalte man dann auch irgendwann etwas zurück.
Was aber muss ein Unternehmer tun, um seitens potenzieller Kunden wahrgenommen zu werden? Hier empfahl die Selbstmarketing-Trainerin, selbst aktiv zu werden. „Suchen Sie sich Instrumente aus, die zu Ihnen passen“, riet sie. Zudem müsse man entscheiden, welche Netzwerke einem gut tun und wo man Menschen trifft, die einen inspirieren. „Und stehen Sie dazu, wie Sie sind.“
Als einen „ganz wesentlichen Punkt“ bezeichnete die Bayerin das Festlegen von Zielen: Laut einer anderen Studie hätten nämlich 80 Prozent der Menschen keine Lebensziele. Doch nur dann, wenn man genau weiß, was man erreichen will, werde man automatisch sich ergebende Chancen wahrnehmen.
Der Materie Steuern hauchten dagegen die beiden Steuerprofis Gebhard Hitzemann und Carmen Kretschmer etwas Leben ein. Angesprochen wurden unter anderem die auf zehn Jahre verlängerte Verjährungsfrist für die Strafverfolgung und die formellen Voraussetzungen für die Geltendmachung von Reisekosten.
„Ich lege Ihnen ans Herz, führen Sie ordentliche Reisekostenabrechnungen“, meinte Hitzemann, der davon ausgeht, dass die Finanzämter diese in den nächsten Jahren intensiv prüfen werden. wk
Kommentare
Kommentar schreiben