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Seltene Kombination als Ohrenschmaus

Konzert von Daniel Adam und Roman Rofalski Seltene Kombination als Ohrenschmaus

Waldhornspieler Daniel Adam und Pianist Roman Rofalski haben im großen Saal des Niedersächsischen Landesarchivs ein bemerkenswertes Konzert gespielt.

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Daniel Adam glänzt am Waldhorn.

Quelle: bus

BÜCKEBURG. Der in der Reihe „Schaumburger Künstler musizieren in Schaumburg“ veranstaltete Auftritt stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass die relativ selten zu hörende Kombination Klavier/Waldhorn dem Auditorium durchaus zum Ohrenschmaus verhelfen kann.

Der – angelehnt an Eugène Bozzas „En forét op. 40 für Horn und Klavier“ – unter das Motto „Im Wald“ gestellte Abend erlebte mit Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier und Horn, op. 17, einen Auftakt nach Maß. Das Duo benötigte nur wenige Takte, um den restlos ausverkauften Saal in seinen Bann zu ziehen. Von signalartigen Motiven quasi wachgeküsst, ließ sich das Publikum gern in eine Klangwelt entführen, in der sowohl fein-melancholische und preußisch-fesche als auch dunkelwarme und heroisch voranschreitende Nuancen beheimatet sind.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Die sich wiederholenden Muster der folgenden „Fantasia on an Ostinato“ des 1938 in New York City geborenen zeitgenössischen Komponisten John Paul Corigliano griffen den Eingangsfaden dadurch auf, dass der US-Amerikaner seiner „Phantasie“ ein Thema aus einer Beethoven-Symphonie zugrunde legte. Das von Rofalski (ebenso wie später eine vom Zeitgenossen Nikolai Girschewitsch Kapustin komponierte Sonate) solo vorgetragene Stück geriet zwar etwas gewöhnungsbedürftig, verfehlte den Geschmack der kraftvoll applaudierenden Zuhörerschaft aber keineswegs.

Auf dem Programm standen des Weiteren eine Sonate für Waldhorn und Klavier von Paul Hindemith, das schon erwähnte „En forét“ von Bozza und Franz Strauss‘ „Fantasie über den Sehnsuchtswalzer von Schubert op. 2“. Bei allen Kompositionen imponierten die Instrumentalisten nicht nur durch spieltechnische Könnerschaft, sondern insbesondere durch eine ungemeine gegenseitige Rücksichtnahme. Vor allem in weniger lauten Passagen präsentierte sich das Duo als beinahe verschworene musikalische Gemeinschaft, die gemeinsam Verantwortung dafür trägt, dass auch nicht die feinste Facette verloren geht.

Schaumburger für Schaumburg

Die neue Reihe stellt in Schaumburg geborene oder aufgewachsene Künstler vor, die Musik studiert haben und in Deutschland sowie international auftreten, aber nicht oder nur sehr selten nach Schaumburg eingeladen werden. Adam wurde 1976 in Stadthagen geboren und war bereits in seiner Schulzeit mehrfach Preisträger bei den Bundesentscheiden des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Er absolvierte sein Hornstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Seit August 2006 ist er erster Solohornist im Orchester der Deutschen Oper Berlin.

Rofalski hat die Studiengänge Diplom-Musikerziehung und Künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover mit Auszeichnung abgeschlossen. Im Sommer 2012 folgten weitere Studien an der Steinhardt-Universität und am Queens College in New York. Konzerte führten ihn durch ganz Deutschland, Italien, Rumänien, China und die USA. Er ist Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Rostock und spielt in unterschiedlichen Besetzungen sowohl im Jazz- als auch im Klassikbereich. bus

factbox

Vorschau

Im Anschluss an die im April mit Timo Vollbrechts „Fly Magic“ (New York) in der Alten Polizei Stadthagen erfolgte Eröffnung und an das aktuelle Konzert ist die Fortsetzung der Reihe für den 11. März 2017 vorgesehen. Dann wird das aus Christian Gerber (Bandoneon), Bernhard von der Gabelentz (Violine) und Frank Schulte (Klavier) gebildete „Trio Ángel“ das Publikum in die Welt des Tangos entführen. In die Welt einer Musik, die ihre Kraft aus dem scheinbaren Widerspruch zwischen getragener Melancholie und ungestüm pulsierender Kraft bezieht. Das seit mehr als 15 Jahren bestehende Terzett gilt als Klangkörper, der sowohl Konzertgänger als auch eingefleischte Tangotänzer für sich einzunehmen weiß.

 

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