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Senioren-Union besichtigt Klinikum-Baustelle

„Alles im grünen Bereich“ Senioren-Union besichtigt Klinikum-Baustelle

 Dass das Gesamtklinikum Schaumburg Gestalt annimmt, davon haben sich jetzt die Mitglieder der Senioren-Union Bückeburg bei einem Rundgang überzeugt.

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Achim Rogge (rechts) erklärt den Mitgliedern der Senioren-Union die Fortschritte am Baukörper.

Quelle: mig

Bückeburg/Vehlen. Baulich-fachlich sei „alles im grünen Bereich“, sagte Achim Rogge, Sprecher der Geschäftsführung der Krankenhausprojektgesellschaft. Laut Fahrplan soll das Klinikum im ersten Quartal 2017 eröffnet werden.

 Wer die zugrunde liegende Struktur des neu entstehenden Klinikums (alles gruppiert sich um drei Kuben) einmal verstanden habe, werde sich im Bau viel besser zurechtfinden, so Rogge. So würden die Patienten oben untergebracht, dann komme die „High-Care-Medizin“ und schließlich die „sprechende Medizin“. All das habe eine innere Logik, die die Abläufe einfach und ökonomisch halten sollen.

 Ein anderes Konzept ist das der „kurzen Wege“ – ein Konzept, das sich sowohl auf horizontaler als auch auf vertikaler Ebene entfaltet. Alle drei Kuben verfügen über ein eigenes Versorgungszentrum – jeweils in Nähe der Aufzüge. Auf diese Weise kann der benachbarte Hol- und Bringdienst Speisen und Verbrauchsmaterial schnell anliefern und anfallenden Müll ebenso fix abtransportieren. Kurze Wege auch für die Ärzte, etwa für einen Kardiologen: Dieser kann im Erdgeschoss seine Sprechstunde abhalten und dann sowohl sein Labor (das Linksherzkatheterlabor auf Ebene 1), als auch die internistischen Betten (auf den Ebenen 2 und 3) erreichen, ohne quer durchs Haus laufen zu müssen.

 Dass nicht jeder froh ist über das neue Gesamtklinikum, weiß Rogge. Kleine Krankenhäuser seien jedoch nicht mehr lebensfähig. Den Grund sieht Rogge in der Einführung eines pauschalisierten Abrechnungssystems, bei dem stationäre Krankenhausbehandlungen über Fallpauschalen abgerechnet werden. Was bedeutet: Ganz egal, wie lange ein Aufenthalt dauert, es gibt immer den gleichen Geldbetrag. Das schwäche die kleinen Krankenhäuser, „und das ist von politischer Seite auch so gewollt“. Wenn also in den nächsten Jahren viele kleine Häuser pleite gehen würden, „dann nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie die Erfordernisse des Qualitätsmanagements nicht erfüllen können.“

 Der Pferdefuß beim „Qualitätsmanagement“: „Sie bekommen die Zahl an OPs – für eine Knie-OP beispielsweise 50 – an einem kleinen Krankenhaus nicht zusammen.“ Und das geht richtig ins Geld, wie Rogge zu berichten weiß: „Man muss 50 Mammakarzinome an einem Standort haben, sonst wird die OP nicht bezahlt.“ Die Ärzte an den kleinen Häusern seien zwar gut, „sie sehen aber von einer Krankheit zu wenige Fälle“. Nur wer eine OP oft wiederhole und große Fallzahlen habe, der könne auch Routine bekommen, zeigt Rogge einen weiteren Aspekt auf.

 Das neue Haus hat 437 Betten, aufgeteilt in Zweibettzimmern. Ein Telefon wird nicht mehr gestellt, dafür darf jeder sein eigenes Handy mitbringen. „Wegen einer Störung des Betriebs muss sich niemand Sorgen machen“, lässt Rogge wissen. Zudem gibt es ein Krankenhaus-WLAN. Für rundum gute Luft sorgt eine Anlage, die bis zu 99,97 Prozent der Schwebpartikel ausfiltert.

 Zum Schluss nahm Rogge zum Baufortschritt Stellung: „Im Moment gehen wir davon aus, dass unser Zeitfenster steht, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen.“ mig

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