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Bückeburg Stadt Sexueller Missbrauch: Bückeburger verurteilt
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Sexueller Missbrauch: Bückeburger verurteilt
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00:25 16.03.2018
Bückeburg

Die Opfer sind zwei Töchter der damaligen Lebensgefährtin des Mannes. Zu Beginn der Übergriffe waren sie acht beziehungsweise zehn Jahre alt. Jeder von ihnen sprach das Gericht 5000 Euro Schmerzensgeld zu. Weitere 1000 Euro gehen als Geldbuße an die Stiftung Opferhilfe. Eine der Frauen hatte den Bückeburger jetzt als Erwachsene wieder getroffen. Der Schock war so groß, dass sie ihre Arbeitsstelle wechseln musste. So kam nach vielen Jahren doch noch alles raus.

Opfer leiden bis heute

 Gegen den Angeklagten sprachen unter anderem die Spätfolgen der sexuellen Übergriffe. Die Opfer leiden bis heute. „Sie können nur schwer darüber sprechen oder brechen in Tränen aus“, so Richter Peter Rohde, Vorsitzender der Jugendkammer. Außerdem habe der Bückeburger sowohl das Vertrauensverhältnis zur Mutter als auch zu deren Töchtern ausgenutzt. Wiederholt hatte sich der Mann in der Bückeburger Wohnung an den Mädchen vergangen, wenn die Mutter am Wochenende arbeiten musste und nicht zu Hause war.

 Dabei zeigte er zumindest einem Mädchen auch Pornos und behauptete sinngemäß: „Das ist Zuneigung.“ Zu einem Eindringen in den Körper der Kinder war es nicht gekommen. Der Mann hatte die Schülerinnen geküsst, angefasst und sich von ihnen berühren lassen. Der Tatzeitraum: 1999 bis 2005. In den ersten Jahren hatte er sich an einem Mädchen vergangen, später an dem zweiten.

Durch sein Geständnis ersparte der Täter den Opfern eine quälende Vernehmung vor Gericht. Er selbst wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. „Der Angeklagte hat sich schwergetan, die Taten zu schildern, sie aber eingeräumt“, berichtete Richter Peter Rohde während der Urteilsbegründung.

Ekel vor sich selbst

 Heute ekelt sich der Bückeburger angeblich vor sich selbst. Das sei „eine große Schweinerei“ gewesen, soll er gesagt haben. „Mir ist zum Kotzen schlecht.“ Damals will er „dumm, unerfahren und neugierig“ gewesen sein, zitierte Rohde ihn.

 Bewährung bekommt der Angeklagte auch, weil seine Sozialprognose als günstig gilt. Er hat Arbeit und eine Familie, die er ernähren muss. Von weiteren sexuellen Übergriffen ist nichts bekannt – weder vor noch nach den Taten, um die es jetzt ging. Zum Schutz der Opfer hatten sich die Prozessbeteiligten in einem Vorgespräch darauf verständigt, dass der Angeklagte eine bewährungsfähige Strafe von maximal zwei Jahren bekommt, wenn er im Gegenzug ein Geständnis ablegt. ly