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Bückeburg Stadt Sie schenken uns Zeit
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00:17 11.10.2013
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Bückeburg

Wer im Krankenhaus liegt, der hat viel Zeit. Fragen gehen einem durch den Kopf, man wünscht sich ein Gespräch oder ein Buch gegen die Langeweile. Gut also, dass es die „Grünen Damen“ gibt, die trösten, wenn jemand Trost braucht, oder zuhören, wenn jemand reden möchte.

 Margot Kollet trägt den „grünen Kittel“ seit zehn Jahren. Grund der Kleiderordnung sei, das man sie nicht mit dem Pflegepersonal verwechselt, sagt sie. Warum sie ihre Zeit für die Kranken opfert? Offensichtlich hat sich Kollet diese Frage so nie gestellt. „Wir machen das alle sehr gerne“, meint sie nachdrücklich. Und: „Zeit ist doch das Schönste, was man einem Menschen schenken kann.“ Zeit, die gerne entgegengenommen wird – und zwar von immer mehr Patienten. Die Zahl einsamer Menschen nehme zu, hat Margot Kollet beobachtet.

 Man übernehme teilweise Dinge, die früher die Familie erledigt hat, wie den Kauf einer Zahnbürste oder Ähnliches. Noch wichtiger ist es laut Kollet, Zuwendung und Anteilnahme zu vermitteln. „Wir nehmen uns ganz zurück und gehen auf die Bedürfnisse des Patienten ein“, schildert die Seniorin ihre selbst gestellten Aufgaben. Die Dankbarkeit sei groß: „Es kommt ganz viel zurück, wir werden sehr anerkannt.“

 Aber was machen die elf Ehrenamtlichen eigentlich genau? Das hängt ganz von der Situation ab. Grundsätzliche Tätigkeiten bestehen im Vorlesen, in der Hilfe bei der Einnahme von Mahlzeiten oder im Büchereidienst. Es geht um Ergänzung, nicht um Kompensation: Das ist den „Grünen Dame“ sehr wichtig. Den Zusammenhalt in der Gruppe bezeichnet Margot Kollet als „großartig“: „Wir haben hier eine sehr gute Gemeinschaft, machen auch außerhalb mal etwas gemeinsam.“ Im Team oder mit Pastor Andreas Wömpner rede man auch über die Sachen , die einem besonders nahe gingen. Kollet weiter: „Es kommt schon mal vor, dass man etwas mit nach Hause nimmt, das muss man aushalten können.“

 Zehn Jahre gibt es die „Grünen Damen“ am Krankenhaus Bethel. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einer gemütlichen Kaffeetafel. Für die Damen (und den Herrn) gab es Geschenke. Der scheidende Krankenhausseelsorger Wömpner bekam eine Flasche Wein.

 „Sie leisten hier viel, opfern ihre Zeit, das wissen unsere Patienten zu schätzen“, hob Verwaltungsleiter Günter Hagenhoff das „große Engagement“ der Damen hervor. „Ich hoffe, dass Sie sich noch lange Jahre dem Krankenhaus zur Verfügung stellen werden, auch wenn wir in ein neues Klinikum umziehen.“ Gerade da, am neuen Standort, sei es wichtig, „dass der Geist von Bethel, für den sie unter anderem stehen, mit einzieht.“ mig

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