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Soldaten fühlen sich als „Kostenstelle“

Bückeburg / Heeresfliegerwaffenschule Soldaten fühlen sich als „Kostenstelle“

Gern hätte er im Simulator auch noch einen Looping geflogen, doch dazu fehlte die Zeit. Dicht gedrängt war das Informationsprogramm, das Rainer Arnold, Verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und der heimische Abgeordnete Sebastian Edathy an der Heeresfliegerwaffenschule absolvierten.

Bückeburg. Nach allgemeinen Informationen über die Schule durch Brigadegeneral Alfons Mais und Stabsoffiziere der Schule standen auch Gespräche mit dem Personalrat und Vertrauensleuten auf dem Programm. Und was die Politiker hier zu hören bekamen, stimmte sie nicht gerade froh. „Im Vergleich zu früheren Besuchen hat sich die Stimmung bei den Soldaten und Zivilbeschäftigen deutlich verschlechtert,“ fasste Edathy in einem abschließenden Pressegespräch zusammen.

 Groß seien Verunsicherung und Zukunftsängste, die die Bundeswehrreform ausgelöst habe. Ganz schlecht sei die Übergabe der Transporthubschrauber CH 53 vom Heer an die Luftwaffe aufgenommen worden. „Ich bedaure die Abtretung,“ sagte Edathy. Es wäre sinnvoller gewesen, die Kapazitäten beim Heer zu belassen. Dem konnte Rainer Arnold nur zustimmen: „Da wurde ohne militärische Notwendigkeit hin- und hergeschoben!“ Das koste nicht nur viel Geld, sondern sorge auch für viel Frust bei Soldaten und Zivilpersonal.

 Weiteres Ungemach sieht Edathy für den Fall heraufziehen, dass auch die CH 53-Simulatoren in Achum abgebaut und an einem Luftwaffenstandort wieder aufgebaut würden. Zumindest gebe es solche Befürchtungen. Bückeburg müsse aber Kompetenzzentrum für die Hubschrauberausbildung bleiben – gerade auch mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Schule. Hierin sehen die Abgeordneten gute Zukunftsperspektiven für die Heeresfliegerwaffenschule. Allerdings müsse dazu eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik forciert werden – doch hier sei von der Bundesregierung nichts zu erwarten.

 Kritisch sehen die Politiker die Verringerung der Zahl der Hubschrauber in der Bundeswehr. Arnold: „Über den Kampfhubschrauber Tiger kann man sprechen.“ Der stamme aus einer Zeit mit einer ganz anderen Bedrohungslage. CH 53 und NH 90 seien dagegen unverzichtbar. Und das gelte nicht nur bei Auslandseinsätzen, sondern auch im Inland, wie die jüngste Hochwasserkatastrophe wieder gezeigt habe.

 Der Abbau der Kapazitäten führe aber auch zu Frust zum Beispiel bei den Piloten: Viele Hubschrauberführer seien schon „entpflichtet“ worden. Überhaupt die Motivation der Truppe: „Viele Soldaten fühlen sich nur noch als Kostenstelle mit Ohren,“ so Arnold. kk

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