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Sorge um das Muffelwild

Wolf in Schaumburg Sorge um das Muffelwild

Der Wolf ist in aller Munde. Für Bückeburg gilt das spätestens, seit ein Exemplar des in Deutschland mittlerweile wieder heimisch gewordenen Raubtieres in der Nähe von Rusbend nicht nur gesehen, sondern auch fotografiert und gefilmt wurde.

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Der Wolf ist zurück in Deutschland. Die Schaumburger Jäger sorgen sich um das Muffelwild im Schaumburger Wald. 

Quelle: pr.

BÜCKEBURG. Im Kreise der Schaumburger Jäger macht man sich hingegen schon sehr viel länger Gedanken darüber, wie mit der Rückkehr des Beutegreifers nach Deutschland umzugehen ist. Das fand jetzt auch seinen Niederschlag bei der Hauptversammlung, zu der sich die heimischen Waidmänner traditionell im Bückeburger Rathaussaal versammelten.

Ausgerottet wurde der Wolf in Deutschland vor rund 150 Jahren. Erst das Ende des Kalten Kriegs und die Öffnung des Eisernen Vorhangs sorgten dafür, dass um die Jahrtausendwende die ersten Wölfe wieder in Deutschland einwanderten, wo das Tier unter Schutz steht. Als Folge der Wiederansiedlung richteten zahlreiche Bundesländer ein sogenanntes Wolfsmanagement ein, um ein möglichst konfliktfreies Nebeneinander von Mensch und Raubtier zu realisieren, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten.

120 bis 130 Tiere in Deutschland

Nach Daten des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) aus dem Herbst 2016 gibt es in Deutschland Nachweise für 46 Rudel, 15 Paare und vier sesshafte Einzeltiere, was in etwa einem Bestand von 120 bis 130 erwachsenen Wölfen entspricht.

Weit mehr als der vor wenigen Tagen bei Rusbend gesichtete Wolf gibt den Schaumburger Jägern die Möglichkeit eines Wolfs am Bückeberg zu denken. Dort war im Februar ein Rehkadaver entdeckt worden, dessen Bissspuren sehr stark auf einen Wolf hinwiesen.

DNA-Nachweis steht noch aus

Noch stehe der DNA-Nachweis dafür, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe, aus, erklärte der erste Vorsitzende der Jägerschaft Schaumburg, Hermann Platte, jetzt. Doch es spreche einiges dafür, dass „wir inzwischen einen Wolf am Bückeberg haben“. Ähnlich hatte sich im Februar Lothar Seidel vom Kreisforstamt des Landkreises Schaumburg geäußert.

Sorgen machen sich die Jäger daher vor allem um den Bestand des Muffelwilds am Bückeberg. Die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Wildschafe waren dort im Jahr 1914 vom damaligen Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe ausgewildert worden und zählen heute – rund 100 Jahre später – zu den bedeutendsten Beständen in ganz Deutschland. Auf etwa 300 bis 350 Tiere wird der Bestand auf dem Höhenzug zwischen Stadthagen, Bad Eilsen und dem Auetal geschätzt. Im Juni 2014, genau 100 Jahre nach der Auswilderung, wurde zum Schutz der Mufflons die Hegegemeinschaft Muffelwild ins Leben gerufen.

"Vertretbare Obergrenze" wird angestrebt

„Doch die Rückkehr der Wölfe könnte diesem Bestand schnell den Garaus machen“, befürchtet Kreisjägermeister Michael Schaer. Auch Landrat Jörg Farr wünscht sich, „dass das Muffelwild am Bückeberg als absolute Besonderheit in der Schaumburger Wildbahn eine langfristige Perspektive hat“.

Hermann Platte verglich die Situation in Deutschland mit denen anderer europäischer Länder wie zum Beispiel Schweden, wo der Wolfsbestand durch gezielten Abschuss „auf einer vertretbaren Obergrenze“ gehalten werde.

Als völlig unangebracht und deplatziert erachtete er die Äußerungen des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne), der in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung im Januar geäußert hatte, der zu geringe Abschuss des Rehwildes seitens der Jäger habe zu der starken Zunahme der Wolfspopulation geführt. Auch die Landesjägerschaft Niedersachsen hatte die Äußerungen Wenzels als – so wörtlich – „verzweifelten Versuch“ gewertet, von eigenen Fehlern beim Thema Wölfe abzulenken. jp

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