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Spagat gelungen

Weihnachtsoratorium Spagat gelungen

„Jauchzet, frohlocket...“: Mit der Kantate 1 und Teilen der Kantate 3 aus dem „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach sind in der Bückeburger Stadtkirche die Weihnachtstage zu Ende gegangen. Das bestens aufgelegte Ensemble bestand aus verschiedenen Formationen.

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Der Großchor, gebildet aus Mitgliedern der Schaumburger Märchensänger und der Kantorei der Stadtkirchengemeinde.

Bückeburg. Unter anderem das Barockorchester „L‘Arco“, die Schaumburger Märchensänger, die Kantorei sowie die Solisten Stephanie Rüther (Alt), Florian Lohmann (Tenor) und Daniel Eggert (Bass) gaben den Klassiker zum Besten.

Das „Weihnachtsoratorium“ dürfte eines der meistgespielten Werke aus dem Schaffen von Bach sein. In vielen Kirchen ist es alle Jahre wieder zu hören, und wer das Werk kennt, der weiß: Aus gutem Grund! Denn so gut wie Bachs „Opus magnum“ hat die Frohe Botschaft wohl kein Komponist vertont. Die Chöre gehen gleich zu Beginn in die Vollen, loben Gott und „rühmen, was heute der Höchste getan“. Dazu die wunderbaren Solisten, die Pauken und Trompeten – eben die ganze Bach-Seligkeit, die das Herz weit aufmacht.

Klar war aber auch, dass nach dem Anschlag in Berlin niemandem zum Jubeln und Jauchzen zumute war. Singen und sich freuen, während andere im Krankenhaus um ihr Leben ringen? Das ist eine uralte Frage, der Pastor Wieland Kastning in seiner Predigt ein „Dennoch“ entgegensetzte. Ja, sagte er, es habe sich etwas verändert durch den Anschlag. „Der Krieg ist näher an uns herangerückt“, gab Kastning zu bedenken. Und auch in den Stimmungen habe sich etwas geändert, etwa in Sachen Flüchtlingspolitik.

"Erste Risse in der Gesellschaft"

Kastning sprach von ersten Rissen in der Gesellschaft. Zwar gebe es die Willkommenskultur, es gebe aber auch die Skepsis, so die Beobachtung des Geistlichen. Für Kastning steht deshalb fest: „Sicherheit muss im Maße des Möglichen geleistet werden, gleichzeitig dürfen wir aber auch nicht darin nachlassen, barmherzig zu sein.“

Der letzte Teil der Predigt beschäftige sich dann mit der Frage: „Wie kann die Weihnachtsbotschaft in diesen unfriedlichen Zeiten helfen?“ Schließlich hätten nach Ende des Ost-West-Konflikts viele geglaubt, dass ein weltweiter Frieden möglich sei. „Und nun leben wir wieder in 1000 Finsternissen.“ Die Antwort sieht Kastning in Jesus Christus, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Jesus sei das Licht, das die Finsternis vertreibe und das Leben bringe, führt Kastning aus. Das Unheil der Welt zeige, dass die – erlösungsbedürftige – Welt sich nicht alleine durch die Vernunft heilen kann.

Solisten machen gute Figur

Eingerahmt wird die Predigt von der Musik, die das Gesagte noch unterstreicht. Jubel, auch wenn es schwerfällt, Jubel, weil diese Welt einen Erlöser braucht. „Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren“, frohlockt der Chor, der mit stimmlicher Präsenz, Leuchtkraft und viel Schwung glänzen kann. Gleiches gilt für die Solisten, die eine richtig gute Figur machten. Arien und Rezitative wurden tief empfunden dargestellt, die Koloraturen gelangen mühelos und klangschön. Ebenfalls einen großen Anteil am guten Gelingen hatten das sensibel agierende Barockorchester „L’Arco“ und die für die musikalische Leitung zuständigen Sascha Davidovic und Siebelt Meier.  mig

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