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Sparzwang trübt die Stimmung

Bückeburger Museum zieht Bilanz Sparzwang trübt die Stimmung

Wie viele Menschen in den vergangenen Wochen vor allem wegen der Sonderausstellung „Streich auf Streich – 150 Jahre deutschsprachige Comics seit Max und Moritz“ ins Bückeburger Museum für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte gekommen waren, vermag Anke Twachtmann-Schlichter zwar nicht abzuschätzen.

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Am letzten Tag der Sonderausstellung hat der Kurator Martin Jurgeit die inzwischen 150-jährige Geschichte der deutschsprachigen Comics Revue passieren lassen.

Quelle: wk

Von Michael Werk Bückeburg. Fest steht für die Leiterin des Hauses aber, dass die vom Kurator Martin Jurgeit aus etlichen entliehenen Sammlerstücken zusammengestellte Schau „die wichtigste und größte Ausstellung, die wir bislang gehabt haben“, gewesen sei. Ergänzend weist sie darauf hin, dass die zuvor bereits in Hannover und beispielsweise Oberhausen in umfangreicherem Stil gezeigte Schau von Jurgeit extra für das Bückeburger neu konzipiert wurde.

 Bis jetzt habe man in diesem Jahr insgesamt mehr als 11000 Besucher im Museum gezählt, führt Twachtmann-Schlichter weiter aus. Und aus diesem Besucherkreis heraus seien „sehr viele interessierte Nachfragen“ zu dieser – nicht zuletzt von der Schaumburger Landschaft und der Sparkassen-Stiftung gesponserten – Sonderausstellung gekommen. Oder anders formuliert: „Diese Ausstellung hat sehr viel Aufmerksamkeit erregt.“

 Wobei es für das Museum übrigens wichtig sei, mit solchen wechselnden Sonderschauen – präsentiert wurden in 2015 vorher bereits die Themen „Bückeburger Jäger“ und „Bückeburger Maler“ – auch der örtlichen Bevölkerung immer wieder neue Anreize zu bieten, das Museum zu besuchen.

 Zu Twachtmann-Schlichters positivem Resümee passt, dass sich zur Finissage der „Streich auf Streich“-Ausstellung etliche Besucher im Museum einfanden, um sich im Rahmen eines von Jurgeit geführten Rundgangs die Geschichte des deutschsprachigen Comics erläutern zu lassen.

 Dabei berichtete Kurator Jurgeit etwa, dass die Zeichnungen der von Wilhelm Busch erdachten Lausbubengeschichten mit Max und Moritz früher in mühevoller Detailarbeit für den Druck aufbereitet werden mussten: und zwar, indem die einzelnen Bildmotive in der Druckerei zunächst seitenverkehrt in hölzerne Druckplatten geschnitzt werden mussten, bevor die Geschichten mit diesen Druckplatten auf Papier vervielfältigt werden konnten.

 Im November 1865 seien die „Max & Moritz“-Geschichten auf den Markt gebracht worden. Diese seien – überaus erfolgreich – quasi die Geburtsstunde des Comics gewesen.

 Ferner berichtete Jurgeit in ebenfalls sehr kurzweiliger Weise, dass die ab 1951 auch in Deutschland erhältlichen „Micky Mouse“-Comics anfangs „70 Pfennig pro Heft“ (umgerechnet rund 0,35 Euro) gekostet hatten – was damals sehr viel Geld gewesen sei. So habe ein Facharbeiter seinerzeit rund dreieinhalb Stunden arbeiten müssen, um diesen Betrag zu verdienen.

 Getrübt worden ist die Stimmung bei den Museumsverantwortlichen allerdings dadurch, dass der Rat der Stadt Bückeburg vor Kurzem massive Einsparungen hinsichtlich des städtischen Haushaltes 2016 beschlossen hat.

 Denn für den Museumsverein Bückeburg bedeutet dies, dass ihm im kommenden Jahr 3000 Euro an Zuschüssen weniger für den Betrieb des Museums zur Verfügung stehen. „Für uns sind 3000 Euro Kürzung ein großer Betrag“, sagte dessen Vorsitzende Edeltraut Müller. Daher sei es schon bedauerlich, dass der Rat keine andere Entscheidung habe treffen können.

 Nun aber müsse man eben sehen, wie man im nächsten Jahr ohne dieses Geld über die Runden komme. Und man müsse hoffen, für einzelne Projekte noch mehr Sponsoren zu finden – zumal ja auch die museumspädagogische Arbeit mit den Kindern von zwei auf Honorarbasis beschäftigten Mitarbeiterinnen nicht unter der Zuschusskürzung leiden solle. wk

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