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Spiegel der Stimmungen

Spiegel der Stimmungen

Welch eine Spannweite, was für Kontraste: Mit einem „Nachtlied“, das wie ein allmählich aufziehender großer Mond Gestalt annahm, machte die Musikklasse 5.1 von Silvio Seidt den Auftakt, Olaf Mengelings Big Band schloss das große Sommerkonzert der Musiker des Gymnasiums Adolfinum nach gut zwei Stunden reiner Spielzeit mit Chick Correa souverän ab.

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Tobias Kästner im Halbrund seiner „heißen“ Sängerinnen.

Quelle: vhs

Bückeburg. Auch zwischen dem deutschen Volkslied „Kein schöner Land“, das der Chor unter der Leitung von Tobias Kästner frei von Hohn und Spott anstimmte, und „Black Pearl“ aus dem Film „Fluch der Karibik“, dem Auftakttitel der – ebenso wie zuvor die Streicher-AG – gefestigt wirkenden Bläser-Gruppe von Imke Röder, liegen Welten.

 So vielgestaltig und variantenreich kann das Konzert zum Schuljahresabschluss als Spiegel ganz unterschiedlicher Stimmungslagen aus dem Schuljahresalltag gesehen werden – bis hin zur Abhängigkeit von gut funktionierender Technik (Dario Risse, Thorsten Schindler und viele andere).

 Besonders viel Applaus erhielten die Musikklasse 6.1 und das Orchester, beide von Agnes Bergmann-Thiel geleitet. Die jungen Schüler kamen stilsicher in Zylindern daher und beeindruckten mit einfühlsam intonierter Klezmermusik, etwa das dunkler wirkende „Dona, dona“ oder der beherzt gespielte Tanz „Odessa Bulgar“. Das Orchester, in dem Marion und Johanna Reichardt – in gewohnter Zurückhaltung – ihren Abschiedsauftritt gaben, wird durch handwerkliche Sicherheit immer wagemutiger. Nach solide beherrschten „Aufgaben auf erhöhtem Anforderungsniveau“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“ ging es für die große Formation ans Kreative und Unkonventionelle mit Richard Meyers „Zombies from Outer Space“. Angst wurde zitternde Streicher-Musik, Schlagwerk machte den Herzschlag, Münder malmten sinnentleert, der Angriff aus dem All kulminierte in Zoe Papes Aufschrei hinter ihrem Violoncello. Diese grillenhaften Zombies waren nur durch viel Beifall im gut besuchten Forum zu vertreiben.

 Was die Schule mit dem Schuljahresende verliert, machten auch die Auftritte von Big Band und Combo deutlich. Die Bläser Jonas Lenz und Marvin Splitt sowie der Pianist und Obertechniker Jan-Peter Voß spielten mit gewohnter Sicherheit zum Abschied auf. Ehe man sich versieht, steht auch das gefeierte vierhändige Klavier-Duo Lewin Wanzek und Jona Borries 2016 mit dem Abiturzeugnis in der Hand da. Was in den unteren Jahrgängen nachwächst, zeigen die beiden Musikklassen, nicht allein wegen solcher Begabungen wie Janne Rohrbach (Gesang und Gitarre) und Nicolas Goldbach (Klavier). Hannah Weitkemper (Klavier) und Leon Klaus (Percussion) stehen für eine starke Mitte. Der Glücksfall einer Rückkehr: Musikpädagogin Imke Röder, ehemalige Abiturientin des Adolfinum, mittendrin in der Fachschaft Musik und dabei nah an der Schülerseele, als wäre sie nicht rund 15 Jahre bisschen unterwegs gewesen.

 Bleibt nur das schiefe Verhältnis der Geschlechter zu beklagen: Die fast 20 jungen Damen in Kästners Chor sind unter sich, aber sie scheuen keine Mühe, um das zu ändern. Ein Anatomielied wie „Hungriges Herz“ wird mit Hingabe und in Hitzewallung dargeboten, auch wenn das verspielt scharf artikulierte „heiß“ eher an Pausendurst denken ließ als an schulferne Lustbarkeiten. Im Vorchor mit Moje Ben Grein als einzigem Jungen singt man derweil schon das Ende der Bescheidenheit herbei: „Everything at once!“ Hausaufgaben werden die Kästner-Zöglinge in ihrer Vorferienlaune nicht gemeint haben. vhs

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