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Bückeburg Stadt Spitzenpreise für Eichenholz aus Schaumburg
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt Spitzenpreise für Eichenholz aus Schaumburg
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00:28 09.03.2018
Mit dem Ergebnis der Wertholzsubmission sind der Auktionator Manfred Quer (rechts) und die Vertreter der beteiligten Forstämter sehr zufrieden. Mit auf dem Bild: Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel (Dritter von rechts). Quelle: wk
Bückeburg

Knapp 860 Festmeter Eichenstammholz waren in den vergangenen Wochen am Holzlagerplatz „Meinser Kämpen“ präsentiert worden, wo dies von interessierten Holzkäufern in Augenschein genommen werden konnte. Außerdem wurden dort rund 15 FestmeterEschenstammholz und sonstige Baumarten“ offeriert.

Jeder Stamm entsprach dabei einem bestimmten „Los“, auf das die Interessenten innerhalb einer gesetzten Frist schriftliche Gebote abgeben konnten. Sogenannte Sammellose, unter denen mehrere Einzelstämme zusammengefasst werden, gab es diesmal indes nicht.

Bieter aus Dänemark und Polen

„Der Kunde will nur auf die Stämme bieten, die er wirklich haben will“, erklärte Manfred Quer, der Geschäftsführer der Schleswig-Holsteinischen Holzagentur (HOAG), dazu. Das Unternehmen war zum mittlerweile elften Mal in Folge von den hiesigen Forstämtern mit der Durchführung der alljährlichen Wertholzsubmission beauftragt worden.

Unterm Strich beteiligten sich diesmal 19 Bieter aus ganz Deutschland, Dänemark und Polen an der Auktion, berichtete Quer. Diese gaben insgesamt 3500 Gebote auf die einzelnen Stämme ab, wobei im Schnitt auf jedes Los 6,6 Gebote entfielen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren 924 Festmeter Eichenstammholz sowie circa 21 FestmeterEschenstammholz und sonstige Baumarten“ im Angebot, darauf abgegeben worden waren damals 2650 Gebote.

„Besonders hervorzuheben ist, dass in diesem Jahr 18 Lose (2017: sieben) einen Höchstgebotspreis von teilweise deutlich über 750 Euro je Festmeter und 308 Lose (2017: 287) einen Höchstgebotspreis von über 500 Euro je Festmeter erhielten“, betonte der HOAG-Geschäftsführer. „Damit sind 61,3 Prozent der angebotenen Hölzer als sehr hochwertig eingestuft worden.“

Preisanstieg nimmt kein Ende

Die Eiche erzielte einen „außerordentlich guten Durchschnittspreis“ von 554 Euro je Festmeter (2017: 531 Euro) und brachte damit etwa vier Prozent mehr als in dem schon hervorragend dotierten Vorjahr, führte Quer weiter aus. „Von 2014 bis heute ist damit ein Preisanstieg für gutes Eichenholz – gleiche Qualität vorausgesetzt – von beeindruckenden 32,8 Prozent zu vermelden. Zurückzuführen ist dies auf die stetig wachsende Nachfrage nach hochwertiger Eiche.“

Das Höchstgebot entfiel auf einen Eichenstamm mit einem Volumen von 4,65 Festmetern aus dem Forstrevier der Freiherr Knigge’schen Miteigentümerschaft (MEG) im Deister. Dieser Stamm wechselte für 4929 Euro den Besitzer, was einem Festmeterpreis von 1060 Euro entspricht. Käufer ist ein in Hamburg ansässiger Furnierhändler.

Die Esche indes erlöste laut Quer in diesem Jahr „bei sehr guter Qualität“ im Schnitt 227 Euro je Festmeter (2017: 204 Euro). Insgesamt gingen für das Eschenstammholz sieben Gebote ein, wobei für einen Eschenstamm kein Gebot abgegeben wurde.

Böden und Möbel aus Schaumburger Eiche

Wie von dem HOAG-Geschäftsführer weiter zu erfahren war, geht das im Rahmen der Holzsubmission versteigerte Stammholz vor allem an Sägewerke, die daraus „hochwertiges Schneideholz“ beispielsweise für die Möbelproduktion machen. Zudem werde das Eichen- und das Eschenholz für die Produktion wertvoller Schlossdielen und Fußbodendielen verwendet. Rund 78 Festmeter des in diesem Jahr angebotenen Wertholzes – und zwar die „besonders hochwertigen Stämme“ – seien von fünf Furnierherstellern (Messer- und Schälfurnierwerke) ersteigert worden.

„Wir haben hier in diesem Jahr wieder ein supertolles Ergebnis“ resümierte Quer. So habe die Wertholzsubmission einen Gesamterlös in Höhe von 479000 Euro eingebracht – also annähernd so viel wie im Vorjahr (480000 Euro).

Verdienst von sechs Generationen

Lothar Seidel, der Leiter des Kreisforstamtes, wies ergänzend darauf hin, dass die veräußerten Eichenstämme in einem Alter von 200 bis 240 Jahren geerntet worden sind. Sechs Förster-Generationen hätten somit Anteil am Erfolg dieser Auktion. „Denn es bedarf über viele Generationen hinweg das Festhalten an einem Ziel: hochwertiges Holz zu produzieren.“ Das bei der aktuellen Auktion auf den Markt gebrachte Wertholz zeige überdies, dass es in der Forstwirtschaft möglich sei, „Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen“, so Seidel.

An der Versteigerung beteiligten sich außer dem Fürstlichen Forstamt Bückeburg (rund 428 Festmeter) und dem Kreisforstamt (circa 207 Festmeter) folgende Waldbesitzer: Forstgenossenschaft Wiedensahl, Stadtforst Rehburg, Interessentenschaft Forst Winzlar, Pohl UG, Forstgenossenschaft Wennigsen-Argestorf, Forst Eimbeckhausen, Forstgenossenschaft Nettelrede und die Freiherr Knigge’sche MEG. wk