Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Stalker zu Bewährungsstrafe verurteilt

Bückeburg Stalker zu Bewährungsstrafe verurteilt

Noch Jahre nach der Trennung hat ein Mann aus dem hohen Norden eine Bückeburgerin verfolgt und bedroht. Das Amtsgericht Bückeburg hat den 36-Jährigen nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Voriger Artikel
Sechs-Bett-Zimmer statt Rektorat
Nächster Artikel
Fragen über Fragen

Bückeburg. Vermutlich sah er in der 36-Jährigen seine Ehefrau, doch das war sie nicht wirklich. Geheiratet hatte das Paar nämlich nicht vor einem deutschen Standesbeamten, sondern nach dem religiösen Ritus einer Glaubensrichtung. Nach deutschem Recht ist die 2007 geschlossene Ehe damit nicht anerkannt. Wenige Tage nach der Hochzeit hatte sich die Frau getrennt.

Wegen Beleidigung, Bedrohung und versuchter Nötigung hat das Amtsgericht in Bückeburg gegen den Mann aus der Hansestadt jetzt eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Hinzu kommen 1000 Euro Geldbuße, zu zahlen an ein Frauenhaus, sowie eine Kontaktsperre. Anders als durch eine Freiheitsstrafe, so Richter Dirk von Behren, sei der Angeklagte nicht zu beeindrucken. Dieser habe ein archaisches Frauenbild.

„Meine Mandantin ist massivst beeinträchtigt“, berichtete Rechtsanwältin Maxie Böllert-Staunau, die das Opfer vertritt, während der Verhandlung. „Sie fährt ständig mit dem Auto, weil sie Angst hat, dass ihr jemand auflauert.“ Apropos Auto: Zum Prozess kam der Angeklagte nicht. Er ließ sich von seinem Anwalt vertreten. Dafür fuhr der 42-Jährige am ersten Verhandlungstag in seinem Wagen vor dem Justizgebäude hin und her.

Nach der Trennung hatte die Frau reihenweise Mails bekommen. Bei Facebook machte der Mann ihr das Leben schwer. Manchmal wurde sie regelrecht angefleht, zu ihm zurückzukehren, dann wieder bedroht mit Worten wie: „Ich finde heraus, wo Du in Bückeburg wohnst.“ Im Prozess ging es um nachweislich sieben Taten.

Für Richter von Behren steht außer Frage, dass die Frau hochgradig verängstigt worden sei und der Angeklagte die Mails geschickt habe. So seien private Fotos angehängt gewesen, die nur er gehabt habe. Außerdem hätten die Mails Details enthalten, die bloß ihm bekannt gewesen seien. Als Motiv nimmt von Behren „eine subjektiv empfundene Ehrverletzung“ an, „weil sie ihn drei Tage nach der Hochzeit verlassen hat“.

Den Angaben zufolge hatte der Mann sofort Besitzansprüche angemeldet. Staatsanwalt André Lüth glaubt, dass der 42-Jährige außerdem unter dem Druck seiner Familie stand, weil er noch keine Frau gefunden hatte.

Nach Überzeugung des Gerichts entsprechen die Taten dem „Persönlichkeitsbild“ des Angeklagten, gegen den bereits mehrfach Gewaltschutzverfahren anhängig waren. Dies bestätigte ein Polizist. Zuletzt waren der 42-Jährige und dessen Bruder zu Geldstrafen verurteilt worden, nachdem es im Mai 2014 auf einem Moschee-Fest in ihrer norddeutschen Heimatstadt Ärger gegeben hatte. Zunächst waren die Fäuste geflogen, dann zogen die Männer ihre Messer und bedrohten andere Besucher mit dem Tod.

Vor der anschließenden Gerichtsverhandlung sollen beide vor einem Justizgebäude Zeugen unter Druck gesetzt haben. Fest steht, dass Polizisten sie erst einmal mit auf die Wache nahmen. Der Prozess musste abgebrochen werden, ist aber zwischenzeitlich beendet. ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg