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Stelldichein der fliegenden Denkmäler

Bückeburger Luftsportverein stellt Oldtimer-Treffen auf die Beine Stelldichein der fliegenden Denkmäler

„Rund ein halbes Jahr“, sagt Bernd Vogt, „hat es gedauert, bis alles in trockenen Tüchern war.“ Das Ergebnis der Bemühungen des Hauptorganisators vom Luftsportverein Bückeburg-Weinberg (LSV) kann sich durchaus sehen lassen. Von Freitag, 11. September, bis Sonntag, 13. September, kommt es auf dem LSV-Areal zu einem Stelldichein fast aller in Deutschland offiziell anerkannten und flugtüchtigen fliegenden Denkmäler.

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Mit der Weihe erwarten die Gastgeber eines der ältesten flugfähigen Segelflugzeuge.

Quelle: bus

Bückeburg. Dass das erste Treffen dieser Art realisiert werden konnte, ist nicht zuletzt Vogts Vernetzung in bundesdeutschen und europäischen Fliegerkreisen zu verdanken. „Überredungskunst war aber trotzdem nötig, aber die Besitzer der fliegenden Senioren wollen ihre Schätzchen schließlich auch gerne präsentieren“, erläutert der mehrfache Modellflug-Meister. Zudem sei die Verständigung auf einen Termin nicht einfach gewesen. Dass das Meeting jetzt in den am Sonntag, 13. September, in Bückeburg veranstalteten „Tag des offenen Denkmals“ integriert werden kann, freut Vogt umso mehr.

 Feste Zusagen liegen dem LSV von den Piloten der Flugzeuge SB 10 (Luftfahrzeugkennzeichen D-6085), Weihe (D-3654), Schleicher KA 8 (D-5727), GÖ IV B5 1939 (D-1080), Doppelraab (D-6061), Minimoa (D-8064) und Focke Wulf (D-EQAX) vor. Darüber hinaus werden weitere Flieger wie etwa Grunau Baby, Slingsby, Stieglitz, Greif, Reiher, Kranich, Habicht und Fieseler Storch erwartet. „Alles in allem rechnen wir mit rund zwei Dutzend Teilnehmern“, gibt Vogt zu verstehen.

 Die SB 10 gilt als größtes Segelflugzeug der Welt. „Sie ist der höchst gezüchtete Flugapparat, der jemals lautlos durch die Lüfte huschte“, schrieb der „Spiegel“ 1972 im Anschluss an die vom Verteidigungsministerium finanzierte Fertigstellung des „Segelflugzeugs Braunschweig 10“. Ihre Spannweite von 29 Metern entspricht der des City-Jets Boeing 737. Die Gleitzahl des Seglers lautet 54 zu 1 – was bedeutet, dass er bei Windstille über eine Distanz von 54 Kilometern in der Luft bleiben könnte.

 Während die Richtlinien zur Erhaltung historischer Gebäude in der 1964 verfassten „Charta von Venedig“ festgeschrieben sind, die „Charta von Riga“ (2002) für Eisenbahnen und die „Charta von Turin“ (2011) für Kraftfahrzeuge zuständig ist, stellt seit 2014 die „Charta von Braunschweig“ den Leitfaden für historisches Fluggerät dar.

 Für die Anerkennung muss nachgewiesen werden, dass die ursprüngliche Auslegung des Luftfahrzeugs nachweislich mehr als 40 Jahre alt ist und dessen Produktion vor mindestens 25 Jahren eingestellt wurde. Die für den heutigen sicheren und effektiven Flugeinsatz nötigen Instrumentierungen und technischen Ausrüstungen können unabhängig vom historischen Aspekt nachgerüstet werden. Dabei sind die Betriebsvorgaben des Flugzeuges übergeordnet. Es sollte indes eine möglichst unauffällige Installation angestrebt werden.

 Vogt wird am Flugwochenende gemeinsam mit Gerhard Allerdissen (langjähriger Präsident und heutiges Ehrenmitglied des Deutschen Aero Clubs sowie Kuratoriumsleiter des Deutschen Segelflugmuseums) für weitere Infos zur Verfügung stehen wird.

 Das Gelände ist jeweils von 10 Uhr an geöffnet, die Flugvorführungen beginnen um 13 Uhr. Der LSV bietet in Absprache mit den Piloten Mitflugmöglichkeiten an. Eintritt wird nicht erhoben. bus

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