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Stiefmütterchlich behandelt

Bückeburg Stiefmütterchlich behandelt

Es gibt erhebliche Leerstände an der Braustraße, der Seitenstraße der Fußgängerzone. Gleich in vier Geschäften von insgesamt nur zehn (inklusive einer Arztpraxis) sind Schilder geklebt: „Zu vermieten“ oder „Zu verkaufen“ prangt auf ihnen.

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Die Braustraße hat zu kämpfen: Derzeit stehen vier von zehn Geschäften leer.

Quelle: rc

Bückeburg. Während die Gaststätte „El Solin“ nach der Pleite der Betreiber schon länger leer steht und ein Schmuckladen von der Braustraße in die Lange Straße gezogen ist, steht jetzt auch das Gebäude eines Friseurs am Ende der Straße zum Verkauf. Aufgegeben hat vor einigen Tagen auch ein Einzelhändler, der sich auf den Bedarf von nützlichen Dingen für Senioren spezialisiert hatte.

 Nach Einschätzung des Vorsitzenden von „Handel aktiv“, Joachim Scheffler, ist der Leerstand eine „normale“ Fluktuation. „Ich sehe darin nicht das große Problem“, sagt der hauptberufliche Immobilienmakler, mit seinem Büro an der Ecke zum Sabléplatz selbst Anrainer der Braustraße. Er hoffe, dass der Leerstand nur kurzfristiger Natur sei. Obwohl: Derzeit sei die Gesamtsituation schwierig, es gebe kaum Anfragen.

 Für andere ist der Leerstand an der Braustraße dagegen auch ein hausgemachtes Problem. Wie etwa für Claus Hertwig, der an der Braustraße ein Toto-Lotto- und Zigarettengeschäft betreibt: „In den vergangenen Jahren hat man an die Unternehmer in der Braustraße immer nur dann gedacht, wenn es darum ging, sich an Kosten oder Spenden zu beteiligen.“ Wie etwa an der Weihnachtsbeleuchtung, die gegenüber der an der Langen Straße auch noch deutlich unattraktiver ist: von zehn Birnen drei kaputt und zudem viel zu dunkel. Dabei gebe es an der Braustraße rund zehn Ladengeschäfte diverser Branchen, die ebenfalls Tag für Tag alles tun, damit sich Touristen und Kunden in diesem Bereich aufhalten und wohlfühlen: „Auch diese Unternehmer tragen mit ihren Geschäften zur Attraktivität der Innenstadt bei.“

 Jüngstes Beispiel ist für Hertwig, dass die Fußgängerzone mit Spielstationen attraktiver gestaltet werden soll. Eine gute Idee, deren Umsetzung durch den Arbeitskreis „Lebendige Innenstadt“ er sich nur wünschen könne. Aber: Warum wird die Braustraße nicht mit einbezogen? Oder der Sabléplatz mit dem Einzugsbereich Hubschraubermuseum? „Auch dieser Bereich gehört zur Fußgängerzone und zur Innenstadt“, so Hertwig.

 Das gelte im Übrigen auch für die Autoschau, wo die Braustraße ebenfalls stiefmütterlich behandelt worden sei. Dabei wäre genug Platz, um zum Beispiel an der Braustraße attraktive Gebrauchtfahrzeuge der Autohändler zu platzieren: „Auch dafür gibt es genügend Interessenten, die sich diese ansehen würden. Oder wer kann sich regelmäßig ein neues Auto kaufen?“ Am Ende der Braustraße noch eine Hüpfburg platziert – „und alle wären zufrieden gewesen und die Braustraße belebt“. Auch mit einem Teil des Weihnachtsmarktes an die Braustraße zu gehen, müsse man nachdenken.

 Kritik, die Scheffler nachvollziehen kann. Er verweist aber darauf, dass es jetzt schon schwierig genug sei, genügend Autohändler oder Beschicker für den Weihnachtsmarkt zu finden. An der Autoschau 2014 hätten sich zum Beispiel nur noch vier Bückeburger Autohändler beteiligt: „Wir waren froh, dass wir die Lange Straße zum Laufen bekommen haben.“ Sollte in die Braustraße gegangen werden, müsste ein Rundlauf über den Sabléplatz möglich sein: „Sehr viel Platz, der zu füllen wäre.“

 Er würde sich jedenfalls freuen, wenn seine Vorschläge dazu beitragen, dass „stiefmütterliche Verhalten“ der Veranstaltungsplaner gegenüber der Braustraße abzulegen und die vorhandenen Flächen attraktiv zu nutzen, so Hertwig. Leerstände könne sich keine Innenstadt leisten, die mit dem Status „attraktiv“ wirbt. Er sei im Übrigen jederzeit dazu bereit, bei der Planung und Umsetzung von Veranstaltungen in der Braustraße mit zu arbeiten.

 Übrigens: Bei der „Langen Nacht der Kultur“ werden die leer stehenden Geschäfte unter dem Motto „Kunstmeile“ für Ausstellungen genutzt.rc

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