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Bückeburg Stadt „Straßenschlachtmentalität der Großväter“
Schaumburg Bückeburg Bückeburg Stadt „Straßenschlachtmentalität der Großväter“
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17:03 09.03.2012
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Bückeburg

Bückeburg (pr.). So sind die durch rechtsmotivierte Straftäter begangenen Gewaltdelikte von acht Fällen in 2010 auf 17 Fälle in 2011 gestiegen, so der Polizeipräsident: „Dieser Anstieg ist überwiegend auf den Rechts-Links-Konflikt in Bückeburg zurückzuführen, zumeist handelt es sich um Körperverletzungen im Rahmen von Konfrontationen zwischen politisch Andersdenkenden.“ Auf die „Straßenschlachtmentalität“ eingehend sagte Kruse, dass ein solches Konfliktverhalten zur Durchsetzung politischer Ziele in unserer pluralistischen Gesellschaft keinen Platz hat: „Die Polizei kann und wird solche Verhaltensweise nicht dulden und Straftaten beider Seiten gleichermaßen verfolgen.“ Die Täter würden inzwischen mit einer Brutalität vorgehen, die keine Rücksicht mehr auf die Gesundheit anderer Menschen nimmt. „Bei Auseinandersetzungen zwischen rechts und links motivierten Gruppen, wie aktuell in Bückeburg zu beobachten, ist beidseitig nur noch eine geringe Hemmschwelle erkennbar.“

 2011 wurden 53 politisch motivierte Straftaten in Bückeburg verzeichnet, hatte die Polizei Bückeburg bereits Anfang Februar mitgeteilt. 20 Taten konnten der linken Szene und 33 Straftaten der rechten Szene zugeordnet werden. 2010 hatte es nach der Statistik zwölf Taten der linken Szene und drei der rechten gegeben, 2009 sechs von Linken und vier von Rechten. Die kompletten Zahlen für Schaumburg werden am kommenden Freitag vorgestellt. Zur Polizeidirektion Göttingen gehört die Polizeiinspektion Schaumburg-Nienburg, zu dem wiederum das Polizeikommissariat Bückeburg gehört. Insgesamt umfasst das Gebiet der Direktion rund 1,3 Millionen Einwohner.

 Wie der Polizeipräsident zu den Gesamtzahlen der Polizeidirektion ausführte, sei die Gesamtzahl der politisch rechts motivierten Kriminalität von 236 auf 320 Fälle um rund ein Drittel gestiegen und habe damit den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Mit 183 Fällen stellten die sogenannten Propagandadelikte den größten Teil dar. Die Gesamtzahl der politisch links motivierten Kriminalität ist mit einem Anstieg von 208 auf 214 nur leicht um 2,9 Prozent gestiegen. Die Zahl links motivierter Gewaltdelikte ging auf 36 Fälle zurück (2010: 44).

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