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Streit um Lärm wieder hochgekocht

Lange Straße Streit um Lärm wieder hochgekocht

Lange Zeit ist um die Lärmproblematik an der oberen Langen Straße ruhig gewesen – zumindest an der Oberfläche. Anwohner hatten sich in den vergangenen Jahren wiederholt über zu viel Lärm und Verstöße gegen Ruhezeiten – bei Festen, aber auch beim Sitzen in den Biergärten – bei den zuständigen Behörden und Ämtern beschwert. Diese wurden aktiv und vereinbarten Regelungen.

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Die sonnabendliche „Marching Parade“ in der Innenstadt: Den Besuchern der Eisdiele gefällt es, einigen Anwohnern nicht.

Quelle: kk

Bückeburg. Beim Frühschoppen des Blindow-Jazz Meetings am vergangenen Sonntag im Bereich der Gaststätte „Le Bistro“ sowie bei der „Marching Parade“ am Sonnabend ist die Problematik wieder hochgekocht. Am Sonntag rückte gegen 14.30 Uhr nach einer Beschwerde eines Anwohners eine herbeigerufene Polizeistreife an, die die Musiker daran hinderte, eine zum Abschluss des Frühschoppens von zahlreichen Zuhörern und Passanten geforderte Zugabe zu geben.

Bandleader Helmut Rinne musste nach eigenen Angaben „zwei netten, verständnisvollen Polizisten pflichtgemäß seine Personalien mitteilen“, auch Organisator Siegfried Groth tat Selbiges. Außerdem sollten sie eine schriftliche Genehmigung vorlegen, konnten sich aber nur auf eine mündliche Zusage der Stadt berufen – die diese einen Tag später auf Nachfrage der Beamten bestätigte, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte.

Eine Zugabe gab es verständlicherweise nicht mehr. Rinne: „Wir hätten den musikalischen und zuhörenden Gästen Bückeburgs und letztlich auch den diensttuenden Beamten diesen unwürdigen Abschluss gerne erspart.“ In lang andauernden Debatten habe man dann noch den verdutzen Mitmusikern die Hintergründe dieses abrupten Endes erklären müssen.

Bereits am Sonnabend bei einer der „Marching Parades“ habe man sich im Bereich der oberen Langen Straße von einem Anwohner „erkennungsdienstlich“ behandelt gefühlt. Dieser habe mit einem Phonometer die Lautstärke der Musik gemessen und Fotos gemacht. „Eine beklemmende Dokumentation“, wie Rinne und Bandmitglied Christoph von Storch ihre Gefühle beschrieben. Sowohl die in- und ausländischen Gastmusiker des „Jazz-Meetings“ als auch die Besucher der Niedersächsischen Chortage seien „verwundert“ und „nachhaltig irritiert“ ob eines solchen Verhaltens gewesen. Rinne und von Storch: „Dabei werden sie bei der Einfahrt in unsere beschauliche Stadt von Schildern am Ortseingang begrüßt, auf denen Bückeburg sich als Stadt von Demokratie, Vielfalt und Toleranz vorstellt. Attribute, die der überwiegende Teil unserer Mitbürger seit Jahrzehnten uneingeschränkt teilt und die in der Jazzmusik treibende Kräfte sind.“

Hinnehmen wollen die Künstler die Beschränkungen nicht. Unter dem Motto „Aktionen zur Erhaltung der Kultur und der guten Laune in Bückeburgs Fußgängerzone“ planen sie ein umfangreiches Unterhaltungs- und Kulturprogramm mit „satirisch-ironischem Touch“ in der oberen Fußgängerzone. Slogan- oder Karikaturwettbewerbe schweben ihnen vor, regelmäßige öffentliche Konzerte aller Bückeburger Bands, Musiker, Tänzer, Chöre oder – aus Solidarität – Auftritte auswärtiger Künstler. Theater rund um das Thema Musikdarbietungen, Fröhlichkeit, Phonmessungen, Polizeieinsätze oder Verhaftungen soll es geben, aber auch Flashmobs, Benefizkonzerte oder ein Protestsong-Wettbewerb. Und Straßenmusik. Die ist nach Angaben Rinnes nicht genehmigungspflichtig. Außerdem, so versichern Rinne und von Storch ausdrücklich: „Wir werden uns im Rahmen der Auflagen bewegen.“ rc

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