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Streit um Sozialarbeiter-Stellen

Bückeburg Streit um Sozialarbeiter-Stellen

In der Ratssitzung ist es zu einer heftigen Debatte um die Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle an der Grundschule Am Harrl gekommen.

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Bückeburg. Im Grundsatz war sich die Mehrheitsgruppe, die CDU-Fraktion und die Gruppe BfB/WIR einig, dass eine solche Stelle nötig ist, nicht nur an der Grundschule Harrl, um die Gewaltproblematik an den Schulen in den Griff zu bekommen.

Nur: Der CDU war die von der Mehrheit geforderte Dreiviertelstelle, befristet zunächst auf ein Jahr, zu wenig. Sie plädierte für zwei halbe Stellen, befristet auf zwei Jahre. In einer Kampfabstimmung setzten SPD, Grüne und FDP letztlich ihren Beschlussvorschlag mit ihrer deutlichen Mehrheit durch. Die Stelle kommt schnellstmöglich, die Schulen sollen untereinander entscheiden, mit welchem Stundenkontingent der Sozialarbeiter an welcher Schule arbeitet. Rund 40000 Euro wird die Stadt die Einrichtung der Stelle kosten.

Wie CDU-Fraktionschef Axel Wohlgemuth darlegte, werden in den Grundschulen die Grundlagen für die spätere schulische Laufbahn und das Sozialverhalten gelegt. Prävention sei sinnvoller, als später in den höheren Jahrgängen Konflikte und Verhaltensmuster bereinigen zu müssen. An allen vier Bückeburger Grundschulen bestehe Handlungsbedarf, auch längerfristig. Ein Schulsozialarbeiter sei ein Qualitätsmerkmal: „Wir müssen Kindern Toleranz und Wertschätzung beibringen und nicht auf Schildern am Stadteingang darauf verweisen.“

Seine Fraktion setze sich für zwei halbe Stellen ein, verteilt auf die Schule Am Harrl und die in Meinsen sowie die Schule Im Petzer Feld und die Evesen, so Wohlgemuth. Eine entsprechende Empfehlung habe auch der Schulausschuss ausgesprochen. Und: „Das Land ist in die Pflicht zu nehmen.“ Es müsse die Finanzierung übernehmen, da ein Schulsozialarbeiter Landesaufgabe sei.

Eine Pflicht, der auch Mehrheitschef Bernd Insinger und Bürgermeister Reiner Brombach beipflichteten. „Wir gehen in eine freiwillige Aufgabe hinein, die Aufgabe des Landes ist“, so Brombach. „Es kann nicht sein, das wir immer eintreten, wenn das Land versagt.“ Die Stadt werde einen Brief an die Landesregierung schreiben und Kostenersatz geltend machen. Auch vom Landkreis erwarte man Geld. Insinger erinnerte daran, dass die Stadt bereits mit der Übernahme der Kosten für die Ganztagsbetreuung sieben Jahre lang Aufgaben des Landes bezahlt hat.

Wie Insinger sagte, sehe die Mehrheit eine Dreiviertelstelle als ausreichend an: Die Gewaltproblematik an der Schule Am Harrl sei unumstritten, auch an der Schule Im Petzer Feld gebe es Probleme, während es an den Schulen in Evesen und Meinsen eher ruhig sei. Die Schulen sollen die Stunden untereinander aufteilen. Mit einer halben Stelle laufe die Stadt Gefahr, kein qualifiziertes Personal zu finden, das von dem Gehalt auch leben können müsse.

Die Stelle ist auf ein Jahr befristet. So frühzeitig wie möglich soll aber geprüft werden, was diese bewirkt habe. „Dann soll verlängert werden“, so Insinger. rc

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