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Suche nach Panzerknackern geht weiter

Freispruch bei Prozess in Bückeburg Suche nach Panzerknackern geht weiter

Der spektakuläre Diebstahl eines Geldtresors aus der Bückeburger Postbankfiliale bleibt zunächst ungeklärt. Aus Mangel an Beweisen hat die 1. Große Strafkammer am Landgericht zwei Männer aus Bückeburg und Obernkirchen freigesprochen. Sie waren unter Verdacht geraten waren, die Tat begangen zu haben.

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Bückeburg. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig hatte den Angeklagten einen besonders schweren Fall des Diebstahls vorgeworfen. Am Ende plädierte er in dem Indizienprozess selbst auf Freispruch. „Die Indizien haben nicht gereicht“, stellte anschließend auch der Vorsitzende Richter Norbert Kütemeyer fest.

 Unbekannte hatten den Geldautomaten in der Nacht zum 7. Januar 2013 gegen 3 Uhr in der Postbankfiliale am Dr.-Witte-Platz aus der Verankerung gerissen, vermutlich mit einem Stahlseil. Scharf waren sie auf den Tresor, in dem laut Anklageschrift 50520 Euro lagen. Das Geld dürfte allerdings unbrauchbar geworden sein, weil zwischen den Banknoten eine Farbbombe mit roter Flüssigkeit explodiert war, die sich nicht abwaschen lässt. Von der Beute und dem Tresor fehlen bis heute jede Spur. Die Suche nach den Panzerknackern geht weiter.

 Für die Täterschaft der jetzt angeklagten Männer gebe es weder Zeugen noch „stabile Beweise“, so Kütemeyer. Am Tatort war zwar eine Brechstange entdeckt worden. Daran fanden sich jedoch keine DNA-Spuren der Angeklagten. Schuhabdrücke ließen sich ebenfalls nicht zuordnen.

 Wenige Stunden nach der Tat war der Privatwagen des Bückeburgers an einer Tankstelle gefilmt worden. Die Aufnahmen aus der Überwachungskamera waren aber von so schlechter Qualität, dass eine Gutachterin des Landeskriminalamtes keinen der Angeklagten identifizieren konnte. Fest steht, dass auf einem Mietvertrag über einen Transporter die Namen der beiden 29 und 30 Jahre alten Männer auftauchen. Nach der Rückgabe entdeckte der Verleiher an dem Fahrzeug rote Farbe.

 In einer von Verteidiger Ralf Jordan verlesenen Erklärung heißt es, dass „Ausländer“ Jordans Mandanten gebeten hätten, den Transporter auszuleihen, weil dies für sie selbst schwierig sei. Gebraucht hätten sie das Fahrzeug für einen Umzug. Geliehen haben will der Bückeburger Bekannten außerdem seinen Privatwagen, der am Morgen wieder vor der Tür gestanden habe. Mit der Tat, die ihm vorgeworden werde, habe er nichts zu tun.

 In der Erklärung heißt es weiter, der Bückeburger sei „missbraucht worden“. Die Namen seiner Bekannten will er nicht nennen, weil es sonst „Krieg“ gebe. „Diese Einlassung“, so Richter Kütemeyer, „ist nicht zu widerlegen.“

 In der Tatnacht hatte ein Augenzeuge ein Autokennzeichen abgelesen, das mit der Kombination auf dem Nummernschild des Bückeburgers übereinstimmte. Nur der Wagen, den der Zeuge gesehen haben will, ein Audi, passte nicht dazu. Außerdem gab er zu Protokoll, ein zweites Auto gesehen zu haben, das einem Krankenwagen ähnelte. Das kann der Transporter gewesen sein, muss aber nicht.

 Der Wagen soll zum Abtransport des Tresors benutzt worden sein. Außerdem könnten die mindestens drei Täter daran das Stahlseil befestigt haben. Durch den Diebstahl war ein Sachschaden von rund 30000 Euro an Geräten und Gebäude entstanden. ly

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