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Tat mit bis zu 5,2 Promille begangen

Bad Eilsen/Bückeburg Tat mit bis zu 5,2 Promille begangen

Die Entscheidung steht bevor: Im Prozess um den mutmaßlichen Mord im Kurpark von Bad Eilsen sind für heute, Montag, die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage geplant.

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Heute wird im Fall des mutmaßlichen Mordes im Kurpark plädiert, am Mittwoch werden die Urteile verkündet.

Quelle: tol

Bad Eilsen/Bückeburg. Am Mittwoch soll das Urteil des Bückeburger Schwurgerichts verkündet werden. Zuletzt hatten zwei Psychiater das Wort. Ein Bericht des Jugendamtes über den jüngeren Angeklagten (20), vor dem Gesetz noch ein Heranwachsender, steht noch aus.

Beide Männer kommen aus Bad Eilsen. In den frühen Morgenstunden des 30. September hatten die Täter einen Zechkumpan mit Schlägen und Tritten langsam getötet, weil sie das Opfer nach eigener Darstellung für einen Kinderschänder hielten. Der Mann (48), ebenfalls Bad Eilser, erlitt schwerste Verletzungen, an denen er noch im Kurpark starb. Vor seinem Tod war er mit einem Ast vergewaltigt worden, außerdem offenbar mit einem Hammerkopf geschlagen worden. Bereits am ersten Prozesstag hatten die Eilser gestanden, ihren Bekannten getötet zu haben (wir berichteten).

Der Fall spielt im Trinkermilieu. Ein Gutachter geht davon aus, dass der ältere Täter (44) bis zu 5,2 Promille Alkohol im Blut hatte. Unzurechnungsfähig war er deshalb noch lange nicht. Auf das Verhalten kommt es an. So hatte der 44-Jährige nach der Tat seine Zigarettenkippen aufgesammelt, um Spuren zu beseitigen. Unterschiedliche Psychiater kommen zu dem Schluss, dass beide Männer bestraft werden können. Wegen der extrem hohen Promillewerte schließen die Sachverständigen verminderte Schuldfähigkeit jedoch zumindest nicht aus. Das heißt, die Strafe könnte gemildert werden. Der Alkohol, so hieß es, habe zu exzessiver Gewalt geführt.

Ein Fall für die Psychiatrie sind die Angeklagten laut Gutachten nicht. Den Expertisen zufolge haben sie allerdings eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, halten sich nicht an Regeln und Verbote, sind unfähig, Schuldbewusstsein zu erleben, durch Strafe kaum zu beeindrucken. Den Tod ihres Opfers hatten die Eilser am nächsten Tag gefeiert. Der Psychiater, der mit dem älteren Angeklagten gesprochen hat, nennt dies menschenverachtend. Dem 44-Jährigen attestiert er „herzloses Unbeteiligtsein“.

Im Vorstrafenregister des Eilsers stehen 29 Einträge, überwiegend sogenannte Kleinkriminalität. Gut ein Drittel seines Lebens hat er in Gefängnissen verbracht, stand wiederholt unter Führungsaufsicht, die mehrfach verlängert wurde. In dieser Form hat die Vorsitzende Richterin Dr. Birgit Brüninghaus so etwas „noch nie gelesen“. Der jüngere Mann hat neun Vorstrafen.

Ob am Ende eine Verurteilung wegen Mordes steht, ist nicht sicher. An die Verwirklichung der so genanten Mord-Merkmale, in diesem Fall Grausamkeit, stellt der Bundesgerichtshof hohe Anforderungen. Erst einmal in seiner Geschichte hat das Landgericht Bückeburg bisher einen Angeklagten wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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