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Tauben flattern aus Zeitungsseiten

Bückeburg / Nachtausgabe Tauben flattern aus Zeitungsseiten

Poetisch angehauchte Magie und auf Parodien basierender Gesang, passt das zusammen? Es passt! Den Beweis dafür lieferte die jüngste „Nachtausgabe“ in der Bückeburger Volksbank-Hauptgeschäftsstelle.

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Mit Perücke und kleiner Gitarre kostümiert, gibt der Musicalsänger Stefan Heim den Peter-Maffay-Klassiker „Über sieben Brücken“ zum Besten.

Quelle: wk

Bückeburg. Bückeburg (wk). Das Ganze funktionierte nicht zuletzt deshalb, weil sich die beiden auf der kleinen Bühne agierenden Künstler, der Zauberer „Zyculus“ und der Musicalsänger Stefan Heim, den Abend aufgeteilt hatten: Die erste Halbzeit der ausverkauften Veranstaltung stand vor allem im Zeichen der Magie, während die zweite Halbzeit im Wesentlichen den musikalischen Darbietungen vorbehalten war. Zu keiner Zeit bestand somit die Gefahr, dass sich die doch recht unterschiedlichen Künste gegenseitig Konkurrenz machten.

 Mehr noch als die clevere konzeptionelle Aufteilung trugen allerdings die beiden Bühnenprofis selbst zum Gelingen der „Nachtausgabe“ bei. So begeisterte „Zyculus“ nicht nur mit seinen Zaubereien an sich, sondern auch mit seinem beiläufig eingestreuten Wortwitz. Zu einem Trick mit vier rund einen Meter Länge messenden Seilen, die sich in seinen Händen auf wundersame Art zu einem einzigen langen Seil verbanden, versicherte er etwa, dass es sich bei jeder dieser vier Ausgangsrequisiten um „ein ganz normales Stück Seil, wie Sie es auch von zu Hause aus Ihrem Schlafzimmer kennen“ handelte. Das Publikum lachte herzlich. Ebenso, als er seine nach eigener Einschätzung besonders schicke Garderobe eingangs mit den Worten „sieht aus wie von C&A, ist aber von H&M“ kommentiert hatte.

 Dass sich in seinem Repertoire an Kunststücken auch einige bewährte Zaubertricks befanden, die man in dieser oder ähnlicher Form schon des Öfteren irgendwo gesehen hat, tat dem Unterhaltungswert seiner Darbietungen insofern keinen Abbruch, als dass das staunende Publikum auch diesmal wieder keine Antwort auf die Frage „Wie macht der das bloß?“ fand. Wo beispielsweise waren die kleinen, weißen Täubchen versteckt gewesen, die er aus vor den Augen der Zuschauer ausgebreiteten und just darauf zusammengeknüllten Zeitungsseiten und Halstüchern hervorgeholt hatte? Eine Frage, die sich erst recht stellte, nachdem er sogar ein ausgewachsenes Kaninchen aus dem Stoff gepellt hatte.

 Ein anmutiges „Seifen-Duett“ auf der dafür stimmungsvoll illuminierten Bühne leitete dann in die zweite Halbzeit der „Nachtausgabe“ über: Während Heim den legendären „Halleluja“-Song von Leonard Cohen intonierte, verzauberte „Zyculus“ die Zuschauer mit bunt schillernden Seifenblasen, die er aus seinen – zuvor in Seifenlauge getauchten Händen – erwachsen ließ. Eine handwerkliche Kunstfertigkeit statt unerklärlicher Magie, aber insbesondere im Zusammenwirken mit dem gefühlvollen Gesang wunderschön anzusehen.

 Danach ging es kernig zur Sache: Unter dem von seinem Bühnenpartner angekündigten Programmpunkt „Heim-Entertainment“ brannte der ausgebildete Sänger Stefan Heim ein musikalisches Feuerwerk ab, bei dem er nach Medley-Art eine Vielzahl an Klassikern der Rock-, Pop- und Schlager-Genres zum Besten gab. Angefangen von einem Auftritt im weißen Udo-Jürgens-Bademantel („Aber bitte mit Sahne“) über eine kurze Peter-Maffay-Parodie mit Kindergitarre („Über sieben Brücken“), für die er sich auf der Bühne einen halben Meter kleiner machte, bis hin zu unter anderem einer mit besonders heftigem Applaus seitens der Zuschauer belohnten Tina-Turner-Parodie, bei der nicht nur die Perücke, sondern auch deren abgehackte Tanzbewegungen perfekt saßen. Als wäre dies nicht genug, schmetterte Heim („Jetzt bringen wir noch Stimmung in die Bude“) in schneller Abfolge Hits von Costa Cordalis, Jürgen Drews, „Sweet“, „Status Quo“ und anderen Stars der nationalen und internationalen Musikszene in die Kundenhalle.

 „Die Fischer-Chöre – mein Gott, die Volksbank bebt“, freute sich „Zyculus“ über das mittlerweile stehende und lautstark mitsingende Publikum, dem er vollmundig attestierte, „das beste Publikum, das wir je hatten“, zu sein. Als Krönung des Abends hätte er dann gerne noch den Zaubertrick „Zersägen einer Jungfrau“ gezeigt, hatte aber „im gesamten Umkreis von Bückeburg keine Säge auftreiben“ können. Mit fast schon frenetischem Beifall, der noch durch Jubelpfiffe unterstrichen wurde, entließen die Zuschauer die beiden Künstler in deren wohlverdienten Feierabend.

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