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Bückeburger Flüchtlingshelfer vernetzen sich Team erweitert

Die Flüchtlingsarbeit hat zwei neue Gesichter: Christa Harms, seit dem 1. März Koordinatorin der Ehrenamtskreise, und Michael Hendel, Flüchtlingssozialarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo), haben sich jetzt in Meinsen den Mitgliedern des „Unterstützerkreises Flüchtlinge“ vorgestellt.

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Mitglieder des „Unterstützerkreises Flüchtlinge“ begrüßen Christa Harms (Dritte von links), seit 1. März Koordinatorin der Ehrenamtskreise in der Flüchtlingsarbeit, und den neuen Flüchtlingssozialarbeiter der Arbeiterwohlfahrt für Bückeburg und die Ortsteile, Michael Hendel (Zweiter von rechts).

Quelle: mig

Bückeburg. Netzwerken und Fortbildung – das waren die beiden Worte, die bei der kurzen Vorstellung von Harms am häufigsten gefallen sind. Ihr Ziel sei es, Kontakt aufzunehmen zu allen Gemeinden in der Region, sagte Harms. „Es wäre ja auch ziemlich unsinnig, beispielsweise Obernkirchen außen vor zu lassen, weil es einer anderen Landeskirche angehört.“

 Die am Diakonischen Werk Stadthagen angesiedelte Stelle selbst wird von der Schaumburg-Lippischen Landeskirche bezahlt. Eine erste Aufgabe sieht Harms darin, Kontakte zu knüpfen und Wünsche abzufragen. In einem zweiten Schritt sollen die entsprechenden Angebote entwickelt werden. „Ich möchte Fortbildungen anbieten und die Ehrenamtlichen in jeder Hinsicht unterstützen“, sagte Harms. Ihr Ziel sei eine „Hege und Pflege“: So soll in regelmäßigen Abständen eine Supervision stattfinden.

 Darüber hinaus sollen gemeinsame Veranstaltungen angeboten werden – „man könnte den Pilgerweg gehen und die gemeinsame Arbeit segnen lassen“, sagte Harms. „Auf diese Weise könnte es dann auch zu einem Austausch zwischen den Helferkreisen kommen.“ Zusätzlich wird es Seminare zu unterschiedlichen Feldern der Flüchtlingsarbeit geben (zu Fragen des Asylverfahrens, des Datenschutzes oder zu Impfungen). Ein erster Workshop findet am 17. März zum Thema „Trauma“ statt, weitere sollen folgen.

 Wie wichtig eine Vernetzung sein kann, erläuterte Harms am Beispiel eines Helferkreises im Umland. Dieser Kreis unterhält ein Café, mit dem Ziel, Kontakte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen zu ermöglichen. Eine gute Idee – nur kamen mit der Zeit immer weniger Gäste. Erst als die Flüchtlinge nach eigenen Wünschen gefragt wurden, war wieder Leben in der Bude.

 Ein weiterer Grund für das Wegbleiben: die Altersstruktur der Helfer. Der Kaffee wurde von betagten Damen ausgeschenkt, die Gäste waren aber überwiegend jüngere Männer. Für die Zukunft sollen derartige Erfahrungen von Kreis zu Kreis weitergegeben werden. Ihr Ziel sei es, für einen „regen Austausch zu sorgen“, versprach Harms. Damit Probleme erst gar nicht entstehen – „wir müssen ja nicht alle das Rad neu erfinden“, ergänzte ein Mitglied des Unterstützerkreises. Harms hat ihr Büro beim Diakonischen Werk in Stadthagen. Zu erreichen ist sie unter den Kontaktdaten: harms@diakonie-schaumburg-lippe.de, Telefon (05721) 993019.

 Hendel hat seine Stelle als Flüchtlingssozialarbeiter bei der Awo am 10. Februar angetreten. Hendel ist vor allem in den Bückeburger Ortsteilen aktiv, eine seiner Aufgaben ist die Erstorientierung der Flüchtlinge. Was das konkret bedeutet? Hendel erzählt: „Ich hole die Flüchtlinge vom Bus ab, erledige die Formalien, mache die Wohnungszuweisung. Wir gehen einkaufen, dann wird in der Wohnung geschaut, ob alles an Erstausstattung da ist.“ Das ist nur der Anfang. Zusätzlich informiert Hendel über gesetzliche Bestimmungen und schaut nach Krankheiten. „Wir gucken beispielsweise nach Krätze, Bronchitis oder Windpocken. Das Kinderwohl steht bei uns an erster Stelle.“

 Für Hendel überraschend: Der Gesundheitszustand ist eher gut. Dennoch gibt es immer wieder Härtefälle und Stress: „Wir hatten neulich bei einer einzigen Zuweisung vier Schwangere, die in der nächsten Woche gebären sollten. Wir mussten dann viele Dinge schnell in ganz kurzer Zeit erledigen.“

 Auf die Frage, ob sich die Flüchtlinge in ihrer neuen Wohnung wohlfühlen, antwortet Hendel: „Die meisten sind sehr glücklich, dass sie ein Dach über dem Kopf haben. Manchmal gibt es aber auch Probleme, etwa wenn eine jesidische und eine muslimische Familie nebeneinander einziehen sollen.“ Zwar werde bei der Zuteilung auf die Religionszugehörigkeit geachtet, „es gibt aber Fälle, wo die Flüchtlinge ihre Religion verheimlichen, weil sie nicht mit bestimmten Ereignissen in Verbindung gebracht werden wollen“. Hendel gibt zu, dass er am Anfang „überwältigt“ gewesen sei von seiner neuen Stelle. „Bedingt durch die Anzahl der Flüchtlinge gibt es unglaublich viel zu tun.“ Dennoch mache ihm die Arbeit viel Spaß –„es ist ein schöner und spannender Job“. mig

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