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Tierheim zieht Bilanz

Tag der offenen Tür beim Tierheim Tierheim zieht Bilanz

Nicht nur die „Ährensache“, auch der Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln und Umgebung hatte am Sonntag mit den Wetterwidrigkeiten zu kämpfen.

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Da freuen sich gleich mehrere: Die Tierschutzvereins-Vorsitzende Monika Hachmeister (links) begrüßt nicht nur zweibeinige Besucher, sondern auch einige erfolgreich vermittelte ehemalige Bewohner des Tierheims.

Quelle: jp

Bückeburg. Bei kühlen Temperaturen, böigem Wind und immer wieder aufkommenden Regenschauern besuchten deutlich weniger Gäste das Sommerfest, verbunden mit dem Tag der offenen Tür im Tierheim am Hasengarten.

 Gut frequentiert waren dabei erwartungsgemäß vor allem die Innenbereiche des Tierheims, wo nicht nur diverse kulinarische Angebote auf die hungrigen Mägen der Besucher wartete, sondern auch ein Floh- und Trödelmarkt, diverse Informationen zum Thema Tiervermittlung und Tierschutz sowie – natürlich – die vierbeinigen Bewohner der Unterkunft selbst. Von der Freifläche hingegen, auf der ebenfalls einiges an Programm vorbereitet worden war, suchten die Besucher regelmäßig den regensicheren Schutz der Gebäude.

 „Wir wollen uns nicht beklagen: Angesichts einer solchen Großwetterlage ist der Besuch wirklich gut“, meinte die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Monika Hachmeister. Heiß begehrt waren nicht nur die diversen gebackenen und gegrillten Köstlichkeiten, sondern auch die Tombola und die Flohmarktangebote. Und einen Schatz wusste der Tierschutzverein einmal mehr in Sachen Musik auf seiner Seite, und zwar einen echten: Udo Schatz sorgte im zehnten Jahr in Folge mit seiner Band „Filou“ für die musikalische Begleitung der Veranstaltung – ohne Gage.

Dass die Tiere im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen sollten, war dabei die erklärte Absicht der Organisatoren: Zwar konnten an diesem Tag keine herrenlosen Katzen oder Hunde mitgenommen, diese aber dafür schon einmal kennengelernt werden. So wurden zukünftige Vermittlungen, Pflegschaften oder Patenschaften angebahnt. Was die Vermittlungen betrifft, kann der Tierschutzverein in diesem Jahr bereits eine stattliche Bilanz vorweisen: 129 Katzen haben seit Januar ein neues Zuhause erhalten, so viele wie noch nie zuvor innerhalb eines solchen Zeitraums.

 „Auf diesem Weg möchten wir natürlich unbedingt weitermachen“, sagte Hachmeister. Das muss der Tierschutzverein auch, denn nachdem zeitweilig mehrere Katzengehege der Anlage komplett „leer vermittelt“ worden waren, ist die Unterkunft jetzt wieder voll bis unters Dach mit herrenlosen Schnurrern. Und das liegt an einem besorgniserregenden Trend: Noch nie zuvor in seiner Geschichte wurden dem Tierschutzverein in einem Sommer so viele erwachsene herrenlose Katzen gebracht. „Normalerweise werden wir um diese Jahreszeit mit Katzenbabys überrollt. Stattdessen kommen diesmal in unglaublichen Mengen ausgewachsene Katzen, viele von ihnen ausgemergelt, krank, unterernährt, verletzt und in elendem Zustand“, beschrieb Hachmeister die Lage.

 Das zieht dann stets enorme Kosten nach sich. Allein die Entwurmung einer Katze kostet fünf Euro pro Tier und Wurmkur. Eine solche Wurmkur muss man aber an drei aufeinanderfolgenden Tagen wiederholen, damit man auch die Nachkommen der gefährlichen Parasiten erwischt. „Und nun rechnen Sie mal aus, was die Entwurmung von 100 Katzen kostet“, sagte Hachmeister. Dabei hegte die Vereinsvorsitzende in vielen Fällen den Verdacht, dass es sich bei diesen vermeintlichen Fundkatzen in Wahrheit um Abgabetiere handelt, für die der Tierschutzverein ja offiziell nicht zuständig ist und sie deshalb auch nicht mehr annimmt. „Wir vermuten, dass ganz viele Leute einfach ihrer Tiere überdrüssig sind und sie deshalb hier als Fundtiere abgeben, nur leider beweisen kann man es ihnen natürlich nicht.“

  Finanziell hat der Tierschutzverein mit der Einigung mit den Vertragskommunen auf einen Betriebskostenzuschuss von 80 Cent pro Jahr und Einwohner ein wichtiges Etappenziel erreicht. Nur mit Porta Westfalica müsse noch nachverhandelt werden, mit allen anderen Städten sei man in Sachen Bezuschussung einig. „Das deckt aber weiterhin nur 25 Prozent unserer laufenden Betriebskosten“, betonte Hachmeister. Dass die so hoch sind, liege vor allem an den hohen Kosten für Medikamente und Tierarztbehandlungen. jp

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