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Tierschützer „in einem gewaltigen Orkan“

Bückeburg Tierschützer „in einem gewaltigen Orkan“

Monika Hachmeister hat ihrem im voll besetzten Joël-Le-Theule-Saal des Rathauses gehaltenen Jahresbericht ein Bild der Verzweiflung vorangestellt. Vor Jahresfrist habe sie während der Hauptversammlung davon gesprochen, dass „das Schiff Tierschutzverein in schwere Stürme“ geraten sei. „Was wir aber dann erleben mussten, war kein schwerer Sturm sondern ein gewaltiger Orkan“, wählte die Vorsitzende einen Vergleich aus der Seefahrt. „Wir waren finanziell fast am Ende und hatten kaum noch Hoffnung, die nächsten Monate zu überstehen.“

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Die Tierschützer sind im voll besetzten Joël-Le-Theule-Saal des Rathauses einer Meinung und folgen dem Vorstand bei dessen Vorschlägen.

Quelle: bus

Bückeburg (bus).  Glücklicherweise habe der Verein die Situation nicht allein durchstehen müssen. „Es war beeindruckend und oft anrührend, wie viele Menschen mit uns gelitten und sich mit uns solidarisch erklärt haben.“ Viele kleine und größere Spenden, fast nicht zählbare Pakete mit Tierfutter und Tierzubehör, geschenkte, Strom sparende Elektrogeräte und ein Heizkostenzuschuss hätten das Schiff vor dem Kentern bewahrt. „Von ganzem Herzen richte ich ein riesiges Dankeschön an all die Menschen, die dazu beigetragen haben, dass wir uns zunächst einmal auch weiterhin um alle Tiere können, die in Not sind“, brachte die Vorsitzende zum Ausdruck, dass sich der Verein, um in der Seefahrersprache zu bleiben, derzeit in einem relativ sicheren Hafen befindet. Das heiße aber keineswegs, dass der Verein nun sorgenfrei und nicht weiter auf Hilfe angewiesen ist. „Unsere Kosten werden nicht weniger, ganz im Gegenteil.“ Hinzu komme eine Zuspitzung der Belegungssituation im Tierheim. „Fast jeden Tag bekommen wir neue Tiere. An manchen Tagen haben wir noch nicht einmal eine Hundebox frei, um einen Fundhund aufzunehmen“, schilderte Hachmeister den Stand der Dinge. Mit Blick auf die Katzen monierte sie die Zurückhaltung der zuständigen Politiker beim Thema „Kastrationspflicht“. Es herrsche absolute Funkstille. „Das ist nicht zu begreifen.“

 Die Vorsitzende: „Ich denke, das Problem sitzt in den Köpfen einiger Menschen, die immer noch nicht begriffen haben und wohl auch nicht begreifen wollen, dass wir hier mit einem Problem konfrontiert sind, das uns alle angeht und das uns Menschen verpflichtet, es zugunsten unserer Tiere und auch zu unserem eigenen Wohlergehen schnellstmöglich zu lösen.“

 Hachmeister wusste aber auch von „wirklich schönen Ereignissen“ zu berichten. Wie etwa vom („Das war richtig toll“) Sommerfest oder vom („Das ist ein echter Renner geworden“) Adventsbasar. Im Anschluss an diese Veranstaltungen sei die Vermittlung von Heimtieren immer besonders gut. Auf der Habenseite buchte die Vorsitzende überdies den Besuch einer dreiköpfigen Delegation beim Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy in Berlin. Der Politiker habe der Katzenkastration anfangs sehr kritisch gegenübergestanden. „Inzwischen hat sich seine Meinung geändert, und er befürwortet unser Vorhaben“, erläuterte die Berichterstatterin.

 Im Geschäftsbericht von Schatzmeister Kurt Wiegand fanden vor allem die im Berichtszeitraum um 26 Personen auf jetzt 338 Mitglieder angestiegene Zahl der Vereinsangehörigen, der Anstieg der Spenden (von 32000 auf 58081 Euro), die Zunahme bei den Patenschaften (von 1974 auf 3695 Euro) und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung Erwähnung. „Die Entwicklung hat sich gegenüber dem Vorjahr erfreulich verbessert“, stellte Wiegand fest. Der Etat weist bei Ausgaben von 235668 Euro eine Bar-Deckungslücke von rund 18500 Euro aus. „Das hat in den Vorjahren erheblich schlechter ausgesehen“, betonte der Schatzmeister. Und: „Es gibt zurzeit wieder allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.“ Übrigens:

 Der Tierschutzverein bekommt die Auswirkungen der Insolvenz von „Schlecker“ unmittelbar zu spüren. Das Unternehmen hatte den Tierschützern nicht nur moderne Elektrogeräte zur Verfügung gestellt, sondern auch die Versorgung der Tiere mit Futter bis zum April dieses Jahres verbindlich zugesichert. „Nach der Pleite müssen wir wieder jede Dose Futter selber kaufen“, offenbarte Hachmeister den Versammlungsteilnehmern.

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