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Tödlicher Autobahn-Unfall

Gerichtsprozess Tödlicher Autobahn-Unfall

Anderthalb Jahre nach einem tragischen Verkehrsunfall auf der Autobahn 2 im Auetal muss sich ein 50-Jähriger aus Bielefeld wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der Handwerker hatte mit seinem Kombi eine Frau (25) erfasst, die nach einem vorausgegangenen Unfall auf der linken Spur stand.

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Quelle: Symbolfoto

Bückeburg/Auetal. Das Opfer war offenbar sofort tot. „Ich habe es an ihren Augen gesehen“, so der sichtlich bewegte Bielefelder vor dem Amtsgericht in Bückeburg. Den Angaben zufolge lag die Frau auf seiner Motorhaube. „Ich habe versucht, so langsam wie möglich zu bremsen, damit ich sie nicht noch überrolle.“

Vor dem Aufprall will der 50-Jährige eine Vollbremsung gemacht haben, die jedoch nicht die erhoffte Wirkung hatte. Zum Prozessauftakt erklärte der Angeklagte jetzt sinngemäß, er habe vorne links einen Platten gehabt, nachdem er mit dem Reifen über Trümmerteile gefahren sei.

"Kein Wort davon im Unfallbericht"

Für Richter Dr. Dirk von Behren und Staatsanwältin Dr. Karin Dubben war das völlig neu, obwohl der Unfallfahrer dies bereits vor Ort einem Polizisten erzählt haben will. Auch den kaputten Pneu will er dem Beamten damals gezeigt haben. „Im Unfallbericht steht kein Wort davon, dass der Angeklagte nicht voll bremsen konnte“, stellte von Behren fest. Es könnte aber stimmen.

Anfangs hatte es so ausgesehen, als sei der Reifen durch einen Anprall gegen die Leitplanke beschädigt worden. Dass Reifen und Felge kaputt waren, wird durch den Bildbericht vom Unfallort bestätigt. Als sicher gilt, dass der Unglücksfahrer etwas zu schnell war: 140 Stundenkilometer statt der erlaubten 130.

Focus aus der Spur geraten

Passiert ist der tödliche Unfall an jenem 14. Januar 2015 gegen 23.15 Uhr. Der Ort: Fahrtrichtung Dortmund, kurz hinter dem Rasthof Auetal. Zuvor war der Ford Focus eines polnischen Ehepaares in einer langgezogenen Rechtskurve aus der Spur geraten und hatte einen Lastwagen berührt, bevor er gegen die Betonwand in der Mitte prallte und stehen blieb. Der Focus soll deutlich zu schnell gewesen sein – etwa 160 km/h. Nach dem ersten Unfall stiegen mehrere Personen aus dem Ford, darunter das Opfer und eine Schwester der Ehefrau.

Staatsanwältin Dubben legt dem Angeklagten unter anderem zur Last, Warnblinkleuchten nicht beachtet zu haben. Der 50-Jährige versichert jedoch, die Unfallstelle erst gesehen zu haben, nachdem ein Wagen vor ihm abrupt nach rechts gefahren sei – in eine Lücke zwischen Lastwagen, die auf den beiden rechten Fahrbahnen standen.

Ausweichen konnte der Mann nicht mehr

„Die Spuren rechts und links waren voll mit Lkw“, erinnerte er sich. „Keiner hatte ein Warnblinklicht an.“ In dem Moment, als der Wagen vor ihm nach rechts zog und bremste, will der Bielefelder eine Notbremsung gemacht haben. Ausweichen konnte er nach eigener Darstellung nicht mehr. Deshalb will er mit den beiden linken Rädern so an der Betonleitplanke hochgefahren sein, dass sein Fahrzeug in Schräglage geriet.

Auf diese Weise soll es ihm gelungen sein, zwischen der Leitplanke und dem Wagen der polnischen Familie durchzukommen. Nur sein rechter Außenspiegel sei dabei abgerissen. ly

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