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Tornado streift Bückeburg

Feuerwehren im Dauereinsatz Tornado streift Bückeburg

Bückeburg ist bei dem schweren Unwetter am Sonntagabend noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

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Im Bückeburger Ortsteil Röcke stürzt eine Birke auf eine Pizzeria.

Bückeburg/Minden. Zwar musste die Feuerwehr Bückeburg bis Mitternacht zu insgesamt 22 Einsätzen ausrücken, auch die Polizei meldet „reichlich Einsätze“. Insgesamt halten sich die Schäden aber in Grenzen, wie sich am Montagmorgen herausstellte.

 Ganz anders sieht es dagegen im Mindener Stadtteil Meißen in unmittelbarer Nähe zum Bückeburger Stadtgebiet aus. Dort wurden zwei Häuser durch einen Tornado so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie derzeit unbewohnbar sind. 33 Bewohner mussten die Nacht bei Verwandten oder Freunden verbringen, ehe sie bei Tageslicht das ganze Ausmaß der Schäden sahen. Die Feuerwehr Minden rückte zu 194 Einsätzen aus, die Polizei 61-mal. Das Dach eines Gebäudes an der Straße Grille stürzte ein, Teile der Dachpappe wurden von den Sturmböen bis auf die andere Straßenseite geweht. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar, ebenso eines am Burgweg. Die Schadenshöhe kann derzeit seitens der Polizei Minden-Lübbecke noch nicht beziffert werden, dürfte nach ersten Schätzungen jedoch in die Millionen gehen.

 Ein Mensch wurde bei dem Unwetter schwer verletzt. Ein Rollerfahrer stürzte in Porta Westfalica über einen herausgespülten Gullideckel und zog sich schwere Verletzungen zu. Im Bückeburger Ortsteil Cammer hatte sich eine 72-jährige Frau aus Stemwede mit ihrem Fahrrad „durch das Auge des Sturms“ gekämpft und sich für ihre Radtour „den falschesten aller Zeitpunkte ausgewählt“, so die Polizei Bückeburg. Um 21 Uhr holten die Beamten die völlig durchnässte und entkräftete Frau von einem besorgten Cammeruner Bürger ab. Die Frau wurde später von ihren Angehörigen abgeholt. Weitere Meldungen über Personenschäden liegen nicht vor.

 Die Polizei Minden-Lübbecke sprach in ihrer Pressemitteilung von einem Tornado. Das Unwetter könnte nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) als eben solcher eingestuft werden. „Wir müssen noch einige Dinge analysieren, aber wir schließen das zumindest nicht aus“, sagte eine DWD-Sprecherin. Es seien Orkanböen gemeldet worden, Hagelkörner von bis zu zwei Zentimeter Größe seien auf die Region niedergeprasselt.

 Die Feuerwehr Bückeburg war bereits ab 19.55 Uhr im Einsatz. Im Hafen Berenbusch hatte die Brandmeldeanlage in einem Industriebetrieb ausgelöst. Zum Glück ein Fehlalarm, wie sich herausstellte. Kaum eingerückt gingen die ersten Meldungen über umgestürzte Bäume ein. In enger Zusammenarbeit von Feuerwehr Bückeburg und Polizei wurden die Einsätze nach Einschätzung der jeweiligen Gefahrenlagen bewältigt.

 Als einen Schwerpunkt kristallisierte sich die Bundesstraße 65 heraus, wo es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen durch entwurzelte Bäume und herabfallende Äste im Fahrbahnbereich kam – insbesondere zwischen dem Dreieck Bückeburg und der Abfahrt zur Bundesstraße 482. In beiden Fahrtrichtungen waren Bäume umgestürzt. Die Fahrtrichtung Bückeburg war für eine Stunde gesperrt.

 Der stellvertretende Ortsbrandmeister Jürgen Pöhler koordinierte den Einsatz von 43 Einsatzkräften mit acht Fahrzeugen aus den Ortsfeuerwehren Bückeburg-Stadt und Cammer an der B65. „Mit insgesamt fünf Kettensägen gingen die Einsatzkräfte zur Beseitigung der Gefahrenstelle vor“, berichtete Pöhler. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz, da ein Baum auf eine Lärmschutzwand gestürzt war. Während der Arbeiten sperrte die Feuerwehr die B65 voll.

 Weitere fünf Einsätze durch überflutete Keller und Garagen mussten infolge des Starkregens abgearbeitet werden. Außerdem entfernten Einsatzkräfte der Feuerwehr Evesen lose Dachziegel, die abzustürzen drohten. Eine umgestürzte Mobiltoilette an der Friedrich-Bach-Straße sorgte ebenfalls für einen Feuerwehreinsatz.

 Probleme beim Ausrücken hatten die Kräfte der Feuerwehr Cammer. Direkt vor der Ausfahrt des Feuerwehrhauses war ein Baum umgestürzt, der zunächst durch die Wehrmänner beseitigt werden musste, bevor sie zur eigentlichen Einsatzstelle ausrücken konnten. Insgesamt waren 75 Einsatzkräfte aus der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt sowie der Ortsfeuerwehren Cammer, Evesen und Röcke im Einsatz, der sich bis 0.40 Uhr hinzog.

 Zeitgleich zu den eigentlichen Sturmschäden wurden durch den Sturm „verwirrte“ Einbruchmeldeanlagen aktiv, die die Polizei auf Trab hielten. Dabei stellten sich alle Einbruchsmeldungen als Fehlalarm heraus.

 Zur Entlastung der Leitstelle übernahm die Funkzentrale im Bückeburger Feuerwehrhaus die Koordinierung der Einsätze im Stadtgebiet. Die Disponenten in der Leitstelle nahmen die Notrufe an und leiteten die Meldungen an das Feuerwehrhaus Bückeburg weiter.

 Im Schaumburger Wald stürzten zahlreiche Bäume um oder wurden beschädigt. 1000 Festmeter Holz schätzt die Fürstliche Forstverwaltung, aber: „Es gab schon wesentlich Schlimmeres.“ Im Schlosspark wurde ein Baum in der Nähe eines Zeltes umgerissen. Weitere Schäden entstanden nach Angaben von Schlossverwalter Alexander Perl nicht. Auch der Aufbau für die am Donnerstag beginnende Landpartie ist nicht beeinträchtigt. Die Stadtverwaltung meldet ebenfalls keine größeren Schäden an städtischen Gebäuden oder Grünanlagen. Ein paar große Äste sind auf Zäune gefallen. Der stellvertretende Baubereichsleiter Manfred Rettig: „Wir haben viel Glück gehabt.“ rc

Ein Tornado hat in Minden in Nordrhein-Westfalen erheblichen Schaden angerichtet.

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Dieses beeindruckende Foto schoss SN-Leser Thomas Knickmeier gestern Abend zwischen Minden und Bückeburg.

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