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Trotz „banger“ Büx Integration von Kleinenbremen fördern

Bückeburg / Grünkohlkönig Trotz „banger“ Büx Integration von Kleinenbremen fördern

Das Dr.-Witte-Rott der Zweiten Kompanie des Bürgerbatallions hat beim Grünkohlessen im Brauhaus seinen neuen „Kohlkönig“ gekürt: Wilhelm Gerntrup – pensionierter Bundesbahnbeamter und durch seine Heimatreportagen bekannt – darf von nun an ein Jahr über die Schützen herrschen.

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Stolz präsentiert Wilhelm Gerntrup, neuer „Kohlkönig“ des Dr.-Witte-Rotts, seine Insignien der Macht. Neben ihm: Rottleiter Albert Brüggemann (links) und der abgedankte Kohlkönig Kastning (rechts).

Quelle: wk

Bückeburg (wk). Verkündet worden war ihm die Botschaft von der Vokalistentruppe „A Capella“, die dafür extra eine Strophe des von ihnen intonierten „Beatles“-Songs „Eight days a week“ mit einem auf Gerntrup gemünzten deutschen Text versehen hatte. Die Überraschung saß, wie man an dessen plötzlicher Rückenstraffung ablesen konnte.

 Die Ernennung zum Kohlkönig nahm dann Rottleiter Albert Brüggemann vor, der Gerntrup „in Anerkennung seiner Verdienste um Tradition und Brauchtum rund um Grünkohl und die Geselligkeit“ nicht nur eine Ernennungsurkunde überreichte, sondern auch die mit dem Titel verbundenen Insignien der Macht: ein mannshohes „Grünkohl-Zepter“, eine Königskette und – für die Gemahlin – einen aus dem Wintergemüse und einem hölzernen Kochlöffel gebundenen „Blumenstrauß“. Als Notverpflegung gab es eine Konservendose mit Grünkohl dazu.

 Doch damit nicht genug, Brüggemann hatte auch noch eine spezielle Aufgabe für ihn: „Für die im Sommer einzurichtende Ringlinie im öffentlichen Personennahverkehr wird noch ein Fahrzeugbegleiter gesucht“, berichtete der Rottleiter. „Dieser muss die Fahrkarten kontrollieren, die Haltestellen ansagen und historische Fakten zu den Haltestellen erklären.“ Der Fahrzeugpark bestehe aus einem Pferdeomnibus, dessen Linienführung sich stark an der Ex-Stadtmauer orientiere. Bei der Fahrt würden zudem nur Mitglieder sowie einige Freunde und Gönner des Dr.- Witte-Rotts mitgenommen.

 Ein bisschen sei ihm „bange geworden“, nachdem er erfahren habe, „was für eine Bürde auf dem Amt liegt“, räumte Gerntrup scherzend ein. Dabei bezog er sich auch auf eine zuvor von Wieland Kastning, dem vorherigen Kohlkönig, gehaltene Ansprache, in der der Pastor der evangelischen Stadtkirchengemeinde berichtet hatte, dass er selbst an dem Amt des Kohlkönigs doch „schwer zu tragen gehabt“ habe. So sei ihm bei der neuen McDonald’s-Filiale, für die die Schaumburg-Lippische Landeskirche das Bauland im Gewerbegebiet Kreuzbreite verkauft habe, ein Kaffee ausgegeben worden. Und wer weiß, vielleicht wäre er von dem Unternehmen sogar noch auf eine Finca auf Mallorca eingeladen worden, wenn seine Zeit als Kohlkönig jetzt nicht ausgelaufen wäre. Dennoch, verriet Kastning augenzwinkernd, habe es ihn „viele Stunden und durchwachte Nächte gekostet“, darüber nachzudenken, ob er nicht doch lieber mit der Königskette durchbrennen sollte, denn es habe ja eine ganze Zeit gebraucht, sich solch eine Macht aufzubauen.

 Da könne er freilich noch nicht mithalten, resümierte Gerntrup ebenfalls zur Freude der Zuhörer. Vielmehr müsse er (als ehemaliger Pensionär) die Insignien erst mal nutzen, um sich ein bisschen Autorität zurückzugewinnen. Daneben aber wolle er sich dem Thema Integration widmen, verriet er. Ursprünglich stamme er nämlich aus dem „Ausland“, und zwar aus Kleinenbremen, das durch eine „seit mehr als 800 Jahren existierende Grenze“ von Bückeburg getrennt sei, die aufseiten der Behörden immer noch gut funktioniere. Als Kohlkönig werde er sein Bestes geben, um diese Grenze „etwa durchlässiger“ zu machen.

 Kastning bekam noch eine von schallendem Lachen seitens der Zuhörer begleitete Abschiedsrede des Schützenbruders Reinhard Malek mit auf dem Weg. Der hatte sich die Mühe gemacht, ein angebliches Dankesschreiben des Papstes aus dem Küchenlatein frei ins Deutsche zu übersetzen, und trug dies in Form eines liturgischen Gesangs vor.

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