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Türkischer Generalkonsul besucht Lager

Starkes Zeichen Türkischer Generalkonsul besucht Lager

Hoher Besuch in der Flüchtlingsunterkunft der Jägerkaserne: Auf Einladung der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Kubal Camil in Bückeburg (DITIB) nahm der Generalkonsul der Türkei, Mehmet Günay, an der Feier des Opferfestes teil.

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Die Frauen geben das Essen aus.

Quelle: mig

Bückeburg. Es war ein schönes Bild, dass sich den Besuchern an diesem höchsten Festtag der islamischen Welt bot. Spielende Kinder, lachende Mütter und mittendrin der Generalkonsul der Türkei, Mehmet Günay, der schon vor seiner Berufung nach Hannover in zahlreichen Konsulaten tätig gewesen war. Günay hörte sich jede Geschichte geduldig an, gab Ratschläge und Tipps, fast hätte man ihn für einen besonders gut angezogenen Sozialarbeiter halten können. Keine Spur von zur Schau gestelltem Amtsstolz, im Gegenteil: Der Generalkonsul tat das, was das Wort „consulere“ nahelegt: Er beantwortete sämtliche an ihn gerichtete Fragen, ganz ohne die typische Ungeduld eines Beamten. Man sah ihm an, dass dieser Besuch mehr war als eine lästige Pflicht.

Nach Bückeburg geholt hatte den Konsul die Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Kubal Camil in Bückeburg (DITIB), die neben Günay auch die Honoratioren der Stadt und der Kirchen zum Opferfest eingeladen hatte. Während der Vorbeter das Gebet sprach, wurden draußen schon die ersten, von der Gemeinde gespendeten Essen ausgeteilt. Es gab Rindfleisch, dazu Reis und Baklava, die bekannte türkische Süßspeise. „Mmmmh lecker“, meinte der kleine Mohammed, und kostete von der in Honig getränkten Süßigkeit. „So etwas Gutes haben wir lange nicht gehabt“, sagte sein Vater – auch mit Blick auf die Flucht, die sie von Afghanistan bis nach Deutschland geführt hat. Fünf Monate waren Vater und Sohn unterwegs – immer in Angst vor Schleppern, Grenzern, Polizisten. „Jetzt sind wir sicher: Danke, Deutschland!“

Begonnen hatte die Feier des Opferfestes mit Ansprachen der Ehrengäste und einer Predigt von Imam Mehmet Kilinc. Kilinc verglich die Wanderung der Flüchtlinge mit der Wanderung, die Mohammed vor vielen hundert Jahren auf sich genommen hatte. „Unsere Gäste kommen von vielen Orten der Welt und sind uns anvertraut worden. Diese Aufgabe wollen wir heute erfüllen.“ Von einem „starken Zeichen, dass wir heute hier alle gemeinsam das Opferfest feiern, egal welche Religion oder Herkunft wir haben“, sprach dann der Generalkonsul Mehmet Günay. Zufrieden zeigte sich Günay mit der Unterbringung der Flüchtlinge in Bückeburg: „Ich freue mich sehr, dass die Unterbringung hier sehr gut ist und das Deutschland so viele Menschen aufgenommen hat.“ Seine Zuhörer forderte Günay auf, die Herausforderung, welche die Flüchtlingswelle mit sich bringt, anzunehmen. „Ganz Deutschland setzt sich für Flüchtlinge ein, das ehrenamtliche Engagement, etwa bei der DITIB, ist sehr groß.“ Es sei die „Pflicht aller“, den Flüchtlingen zu helfen.

 Gemeinsam mit Mehmet Günay waren auch Bürgermeister Reiner Brombach und Pastor Wieland Kastning in die Unterkunft gekommen. Der Bürgermeister sprach in seinem Grußwort von einer „Flüchtlingswelle, die wir vor 70 Jahren das letzte Mal erlebt haben“ und versprach: „Wir wollen uns dieser Aufgabe stellen. Es ist unsere Pflicht, all jenen zu helfen, die in Not sind“. Möglich sei diese Hilfe, „weil so viele Ehrenamtliche ihre Freizeit opfern und mit Herzblut dabei sind.“ Pastor Wieland Kastning („Ich stehe hier für Zusammengehörigkeit und Frieden“) versuchte den Flüchtlingen Mut zu machen. „Ich hoffe, dass sie hier einen sicheren und friedlichen Platz finden.“ Eckhard Ilsemann, Leiter der DRK-Flüchtlingshilfe Schaumburg, gab den Gästen dann einen kurzen Überblick über die Arbeit, die in der Unterkunft geleistet wird. Dem DRK sei die Aufgabe übertragen worden, den Flüchtlingen einen Schlafplatz anzubieten, darüber hinaus gibt es sanitäre Anlagen und eine Vollverpflegung. Dazu kommt, laut Ilsemann, eine kleine „Schule“ für die Kinder. Hier „sollen sie sich mit der deutschen Sprache anfreunden“, sagte Ilsemann. Allerdings: „Der Rote Halbmond und das DRK sind private Hilfsorganisationen – wir haben keinen Einfluss auf staatliches Handeln.“ Die sonst üblichen „Registrierungen und Erstuntersuchungen“ hätten bisher noch nicht stattgefunden. mig

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